BrandIndex: DER Touristik will sich als Marke etablieren

kolumneBrandIndex: DER Touristik will sich als Marke etablieren

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Dertour: Ebenfalls ein Markenname unter dem DER Touristik Reisen anbietet.

Kolumne von Markus Braun

Der Reisekonzern DER Touristik vereint verschiedene Reiseveranstalter- und Vertriebsmarken unter einem Dach. Das soll jetzt auch kommuniziert werden: Mit Werbung, die die Marke „DER“ bekannter und beliebter macht.

Die Reisebranche ist ziemlich unübersichtlich. Dutzende Unternehmen bieten Reisen an, manche haben sich spezialisiert, bei anderen können die Kunden von der Outdoor-Survival-Tour bis zum Luxus-Hotel alles buchen. So ist es nicht verwunderlich, dass ungefähr die Hälfte der Reiseanbieter und Buchungsseiten, die wir in unserem YouGov-Markenmonitor BrandIndex listen, bei weniger als 50 Prozent der Deutschen bekannt sind.

TUI ist mit 90 Prozent der bekannteste Reiseanbieter, der Vermittler von Privatunterkünften Airbnb bildet mit 22 Prozent das Schlusslicht. Der sogenannte Awareness-Wert, mit dem wir die Bekanntheit mehrerer hundert in Deutschland vertretenen Marken messen, liegt im Sektor „Reiseanbieter und Buchungsseiten“ im Durchschnitt bei relativ geringen 55 Prozent.

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So digital sind die Reiseveranstalter

  • Die Studienkriterien

    In ihrer Studie untersuchte die Unternehmensberatung Lufthansa Consulting den Online-Auftritt, die Apps und auch die Nutzung von sozialen Netzwerken der wichtigsten Reiseveranstalter und Kreuzfahrt-Anbieter. Dabei achteten die Autoren vor allem auf die verschiedenen Angebote, auf Hilfestellungen für die Nutzer und wie einfach ein Kunde zwischen den verschiedenen Kanälen wechseln kann. Insgesamt hätten die Angebote so eine maximal 35 Punkte je Kanal sammeln können. Aus den erreichten Punkten errechneten die Studienautoren einen in Prozent angegebenen Reifegrad des Angebots.

  • TUI

    KanalOnlineAppSocial MediaØ in Prozent
    Ergebnis
    (Maximum 35 Pkt.)
    22211353%

    Der Reiseveranstalter Tui ist der größte in Deutschland und auch Europa, zu dem Imperium zählen Marken wie 1-2-Fly, Wolters Reisen und die Fluglinien Tui Fly, Corsair oder Thomson. Außerdem gehören Tui mehr als 300 Hotels.

    In der Studie erreichte Tui die höchste Punktzahl unter den untersuchten Reiseanbietern. Die App "Meine Tui" informiert Urlauber auch am Reiseziel über das Wetter und Ausflüge. Ein SMS-Service informiert die Kunden, wenn sich der Reiseablauf ändert.

  • Thomas Cook

    KanalOnlineAppSocial MediaØ in Prozent
    Ergebnis
    (Maximum 35 Pkt.)
    17141241%

    Thomas Cook ist in Deutschland der zweitgrößte Anbieter. Zu dem Imperium gehören neben Neckermann Reisen auch die Ferienfluglinie Condor. Mit seiner "Travel Insight" App holt Thomas Cook den klassischen Reisekatalog auf das Smartphone - eine schöne Inspiration.

  • FTI Group

    KanalOnlineAppSocial MediaØ
    Gesamtergebnis
    (Maximum 35 Pkt.)
    1571434%

    Zum Reiseveranstalter FTI gehören auch der Last-Minute-Anbieter 5vorFlug und der Sprachreisen-Organisator LAL. Im Test landete FTI im Mittelfeld. In den sozialen Netzwerken ist das Tourismusunternehmen zwar schon aktiv, doch eine App gibt es bisher nicht.

  • Alltours

    KanalOnlineAppSocial MediaØ in Prozent
    Ergebnis
    (Maximum 35 Pkt.)
    1871033%

    Alltours ist mit jährlich 1,8 Millionen Gästen und einem Umsatz von knapp 1,5 Milliarden Euro der sechtsgrößte Reiseveranstalter in Europa. Zu dem Unternehmen gehören 210 Reisebüros.

    In der Studie landete Alltours im Mittelfeld, auch weil der Reiseanbieter bisher noch über kein einziges Angebot für Smartphone-Nutzer verfügt.

  • Schauinsland-Reisen

    KanalOnlineAppSocial MediaØ in Prozent
    Ergebnis
    (Maximum 35 Pkt.)
    1571232%

    Auch Schauinsland-Reisen hat keine App. Der mittelständische Reisebetrieb ist zweitschlechtester Anbieter im Ranking.

  • DER Touristik

    KanalOnlineAppSocial MediaØ in Prozent
    Ergebnis
    (Maximum 35 Pkt.)
    1471231%

    DER Touristikschnitt, mit Marken wie ITS, Dertour und den ADAC Reisen einer der größten deutschen Reiseveranstalter, schnitt bei der Studie am schlechtesten ab. Die Tourismus-Tochter der Supermarkt-Kette Rewe sucht sich viele ihrer Kunden einfach über Werbeprospekte und seine 2100 Reisebüros. Das Online-Angebot ist dafür nicht besonders nutzerfreundlich.

Die meisten Marken des Touristikkonzerns DER Touristik (Rewe Group) liegen unter diesem Durchschnittswert. Vor diesem Hintergrund ist es gut nachvollziehbar, dass DER Touristik zukünftig auf eine Ein-Marken-Strategie setzen will und die Vertriebsmarke DER bei den Endkunden verankern möchte – auch durch neue auf die Strategie abgestimmte Werbespots der Agentur Thjnk, die seit Anfang Oktober online sind. Aktuell bietet DER die Reisen unter Markennamen wie ITS, Jahn Reisen, ADAC Reisen und Dertour an.

DER erreicht eher die jüngeren

Dass sich die DER Touristik bei der neuen Dachmarkenausrichtung auf die Marke „DER“ konzentriert, erscheint überaus sinnvoll. Erstens greift sie den eigentlichen Namen des Unternehmens auf, zweitens lässt sich der Begriff „DER“ auf natürliche Weise in einer Werbestrategie verarbeiten, genau wie DER es gemacht hat. So verkaufe der Touristikkonzern nicht irgendwelche Reisen – es sei vielmehr „DER Urlaub“.

Doch die Marke „DER“ hat auch ihre Herausforderungen. Sie ist weniger bekannt als etwa ADAC Reisen, ITS und Dertour. Und die Verbraucher haben einen weniger guten allgemeinen Eindruck von ihr. Doch gerade die relativ geringe Bekanntheit birgt Chancen: die Marke ohne Vorurteile bei den Verbrauchern in neuem Licht zu präsentieren und zu platzieren.

Weitere Artikel

DER nutzt diese Möglichkeit und verfolgt eine neue Werbestrategie: Eigene Mitarbeiter, die auf Reisen auf der ganzen Welt gefilmt wurden, rücken in den Fokus der Kampagne. Die Kernaussage: Nur wer selbst reist, kann anderen gute Reisen verkaufen. Im BrandIndex wird in einigen Wochen ablesbar sein, ob und welchen Erfolg diese Kampagne hat.

Dass sich die neue Werbung mit Reisen durch die Wüste, Kanutrips in Kanada, Fourwheeler-Touren, Reitwanderungen in den Bergen und Hubschrauber-Flügen in Afrika tendenziell an die Jüngeren richtet, scheint zu passen: Im Index, der mehrere Kategorien wie allgemeiner Eindruck, Qualität und Kundenzufriedenheit zusammenfasst, schneidet die Marke DER bei den Unter-30-Jährigen bislang am besten ab.

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