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kolumne BrandIndex: Kreuzfahrten in der Image-Krise

Kolumne von Tim Oesterlau

Die Havarie lässt das Image des Kreuzfahrtanbieters Costa einbrechen. Doch von der Krise in der Tourismusbranche kann keine Rede sein - andere legen deutlich zu.

Platz 1

Die amerikanische Reederei Royal Caribbean ist der weltweit größte Anbieter von Kreuzfahrten. Die Schiffe der Royal-Caribbean-Flotte verfügen laut Cruisemarketwatch über eine Kapazität von 62.220 Betten. Mit der „Allure of the Seas“ (im Bild) und dem nur etwas kleineren Schwesterschiff „Oasis of the Seas“ hat die Reederei zudem die beiden größten Kreuzfahrtschiffe der Welt in seinen Reihen.

Bild: dapd

Eine bemerkenswerte Entwicklung in der bisherigen Historie des Markenmonitors YouGov BrandIndex stellen die Imagewerte der untersuchten Kreuzfahrtmarken dar. Seit der Untergang der Costa Concordia die heile Wellness-Welt der Kreuzschifffahrt jäh erschüttert hat, stürzen die Imagewerte der Marke Costa nahezu ins Bodenlose.

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Das Vertrauen erschüttert

Vor dem Schiffsunglück schnitt Costa noch knapp 100 Indexpunkte besser ab als im Februar 2012. Mit -64 Indexpunkten ist die Marke derzeit weit davon entfernt, zu überzeugen. Erstaunlich ist insbesondere die Vehemenz, mit der die Marke zu Boden gegangen ist. Die Talsohle ist zwar seit einigen Tagen erreicht, der Einbruch der Imagewerte fiel aber so massiv aus und die Erholung verläuft derart schleppend, dass von einem schmerzhaften und vor allem nachhaltigen Schaden für das Image der Marke Costa Kreuzfahrten ausgegangen werden muss. Das Vertrauen scheint dauerhaft erschüttert. Und dies betrifft nicht allein die Marke Costa. Die Auswirkungen auf die Konkurrenten MSC Kreuzfahrten und AIDA Kreuzfahrten fällt zwar bei Weitem nicht so drastisch aus wie bei Costa Kreuzfahrten, doch auch sie haben unter den Ausstrahlungseffekten der Costa-Concordia-Tragödie spürbar zu leiden – zumindest aus Imagesicht.

Negativtrend für Branche

Für die Branche kommt dieser Effekt mehr als ungelegen, da sie schon vorab einen Image-Dämpfer verkraften musste. Der Naturschutzbund hatte die schwimmenden Bettenburgen der Kreuzfahrtgesellschaften Ende 2011 mit dem Umwelt-Schmähpreis „Dinosaurier des Jahres 2011“ gekürt. Ein einziger Ozeanriese stoße auf einer Kreuzfahrt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Pkw auf der gleichen Strecke, so die wenig schmeichelhafte Begründung der Naturschützer. Das Bild der umweltschädlichen Schadstoffschleudern wollte so gar nicht zum Marketingkonzept der schwimmenden Urlaubsidylle passen. Die Öffentlichkeit reagierte. Schon in Folge der Negativpresse rund um den Schmähpreis, viele Wochen vor der Havarie der Costa Concordia, gaben die Imagewerte der untersuchten Kreuzfahrtlinien bis zu zehn Indexpunkten nach. Dieser Negativtrend war noch nicht  zum Erliegen gekommen, als die Tragödie vor Italien geschah. Aus dem Erdrutsch wurde eine Lawine.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 24.02.2012, 10:48 UhrAstrologinPalmer

    Ein tiefgreifender Imagewandel für die ganze Branche wird dann entstehen, wenn einmal ein 6000-Passagiere-Schiff in Seenot gerät.
    Die Sicherheits-Standards haben sich seit der Titanic-Katastrophe kaum verbessert.
    Ein 30m-Kawendsmann und das hochbordige Schiff liegt auf der Seite.
    Rettungsboote können nicht mehr gefiert werden und der Sprung ins Wasser vom 10. Stock zum Einstieg in die Rettungsinseln entspricht einem Sprung auf ein Beton-Trampolin.

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