BrandIndex: Neue Zahlungsdienstleister müssen an Paypal vorbei

kolumneBrandIndex: Neue Zahlungsdienstleister müssen an Paypal vorbei

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Startbildschirm der PayPal-App in einer Lebensmittelabteilung.

Kolumne von Holger Geißler

Ein Verbund aus Banken will einen neuen Zahlungsdienst für den Online-Handel entwickeln. Das wird nicht leicht: Paypal kennen viele und ist überaus beliebt.

„Die Kunden verstehen nicht, warum das immer noch nicht vernünftig funktioniert. Geben Sie den Endkunden endlich ein wirklich gutes Mobile-Payment-Verfahren, und sie werden es Ihnen aus der Hand reißen.“ Das hat vor einem Jahr der Wirtschaftsinformatiker Key Pousttchi gesagt, der an der Universität Potsdam unter anderem zum Thema Mobiles Bezahlen forscht. Heute ist das einfache Bezahlen mit dem Smartphone in Deutschland immer noch nicht möglich, jedenfalls nicht flächendeckend. Im Supermarkt bleiben als Zahlungsmittel Bargeld, EC-, manchmal Kreditkarte.

Ein Verbund aus privaten Banken, Genossenschaftsbanken und wohl auch Sparkassen wollen das jetzt ändern und ein System für das Bezahlen im Netz entwickeln. Und wenn das gut funktioniere, könne man das auch auf das mobile Bezahlen im Supermarkt ausweiten, heißt es. Die Ankündigung klingt vielversprechend, auch der Entwicklungsetat von 100 Millionen Euro.

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Bezahlen per PayPal

  • Seit wann ist das Bezahlen mit Paypal in Deutschland möglich?

    Das Bezahlen mit Paypal ist seit 2004 in Deutschland möglich.

  • Was kostet die Zahlung per Paypal?

    Die Anmeldung bei Paypal ist für den Kunden kostenlos. Die Gebühren für den Einkauf trägt in der Regel der Verkäufer. Laut EHI Payment Studie verlangen 19 Prozent der Händler im Jahr 2014 für diese Bezahlmethode einen Preisaufschlag. Gebühren können auch für Zahlung in Fremdwährung anfallen: https://www.paypal.com/de/webapps/mpp/ua/useragreement-full?locale.x=de_DE#8

  • Wie viele Kunden sind in Deutschland registriert?

    In Deutschland liegt die Zahl der aktiven Kunden bei 15 Millionen. Weltweit gibt es 148 Millionen aktive Kundenkonten. Weltweit gibt es 148 Millionen aktive Kundenkonten.

  • Wie viele Online-Händler bieten das Zahlungsverfahren an?

    In Deutschland bieten 50.000 Online-Händler Paypal als Bezahloption an. Laut einer Studie von EHI bieten 82 Prozent der Top 1.000 Online-Händler ihren Kunden das Bezahlen per Paypal an.

  • Details zum Nutzungsverhalten?

    Eine Auswertung nach Produkten nimmt Paypal nicht vor. Auch zu den durchschnittlich per Paypal bezahlten Warenwerten gibt es keine Angaben.

Kunden erkennen bislang keinen Sicherheitsmangel

Ein großes Problem haben die Banken aber jetzt schon – und das heißt Paypal. Fast jeder zweite Einkauf im Internet läuft über den Zahlungsdienstleister von Ebay, unter Internetnutzern kennen 90% Paypal. Und: Der Service ist überaus beliebt. Im YouGov-Markenmonitor BrandIndex erreicht die Marke in fast allen Kategorien Spitzenwerte: Auf unserer Skala von -100 bis +100 Punkte verbucht Paypal beim allgemeinen Eindruck +39 Punkte. Ing-Diba, Visa und Sparkasse liegen mit Werten um die 20 Punkte mit einigem Abstand dahinter. Auch würde Paypal von den Verbrauchern am häufigsten aller Marken des BrandIndex-Sektors „Finanzen“ weiterempfohlen. Das lässt vermuten, dass Paypal noch keinen Banken-Malus mit sich trägt, was ein neuer Anbieter, von der Banken-Allianz gegründet, wahrscheinlich vom Start weg hätte.

Dass Paypal einen nicht ausreichend hohen Sicherheitsstandard biete, ist ein Vorwurf, den die neue Banken-Allianz zuversichtlich werden lassen könnte, dass das eigene Produkt dem aktuellen Marktführer Konkurrenz machen kann. Für eine Zahlung bei Paypal reicht schließlich die Anmeldung mit Benutzername und Passwort aus – eine Transaktionsnummer wie beim Online-Banking ist nicht notwendig.

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Doch das scheint für die Verbraucher kein wirklich präsentes Thema in Bezug auf Paypal zu sein. Auch in der BrandIndex-Kategorie Qualität positioniert sich Paypal mit großem Abstand auf Platz eins. Die Daten zeigen: Paypal genießt Vertrauen, und es gibt keine Anzeichen, dass sich das demnächst ändern könnte. Im Gegenteil: Seit einem Jahr hat Paypal im Index, der mehrere Kategorien wie Qualität und Kundenzufriedenheit zusammenfasst, nochmal um fünf Punkte zugelegt. Mit +40 Punkten ist der Zahlungsdienstleister jetzt auf einer Stufe mit den – zum Beispiel – sehr beliebten Marken Dr. Oetker oder Audi. Ähnlich beliebt ist Paypal in Großbritannien und den USA.

Marktlücke Mobiles Bezahlen

Doch so sehr die Deutschen Paypal mögen: Für das einfache Verschicken von Geld von privat an privat, wie es etwa der in den USA beliebte Service Venmo anbietet, sowie das Bezahlen mit dem Smartphone im Supermarkt oder in der Straßenbahn hat sich Paypal in Deutschland noch nicht etabliert. Ein neuer Service könnte hier eine Marktlücke füllen, ohne große Konkurrenz fürchten zu müssen. Entwickelt der neue Bankenverbund aber erst einmal nur ein Produkt für den klassischen Online-Handel, wird er gute Argumente haben müssen, um die Kunden zu überzeugen, nicht mehr mit Paypal zu bezahlen. Das Thema Sicherheit alleine wird nicht ausreichen.

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