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kolumneBrandIndex: Online-Reiseportale im Abwärtsstrudel

Kolumne von Holger Geißler

Nach diversen Vorwürfen steht das Online-Unternehmen Unister im Kreuzfeuer vieler Medien. Doch nicht nur die Unister-Marken verlieren – die gesamte Online-Reisebranche gerät unter Druck.

Gegen die Portale des Internet-Unternehmens Unister, Betreiber populärer Websites wie ab-in-den-urlaub.de, fluege.de und Preisvergleich.de, werden immer wieder Vorwürfe laut. Zuletzt berichtet die Zeitschrift Computerbild von weitreichenden Manipulationen, um Nutzer über den Tisch zu ziehen. Laut Heise Online widerspricht das Unternehmen den Vorwürfen teilweise und geht rechtlich gegen den Bericht vor. Die Computerbild wiederum bleibt bei ihrer Darstellung. Im Folgenden ein Überblick über die Maschen von Abzockern im Internet.

Bild: www.fluege.de

Online-Reiseportale haben in den vergangenen Jahren dem stationären Vertrieb der Touristikunternehmen massiv Marktanteil abgenommen. Statt ins Reisebüro zu gehen, buchen viele Verbraucher Reisen gleich im Internet – auch, wenn das nicht immer die günstigste Lösung ist, wie mehrere Untersuchungen in der Vergangenheit gezeigt haben. In der Kommunikation besonders hervor sticht in der Branche das Internet-Unternehmen Unister.

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Mit Werbestars wie Michael Ballack, Reiner Calmund oder Sonya Kraus sorgt der Konzern für große Aufmerksamkeit. Portale wie ab-in-den-urlaub.de oder fluege.de werben mit hohen Werbebudgets für Aufmerksamkeit. Doch nun werden im Hinblick auf die Preisgestaltung und andere Themen Vorwürfe gegen das Unternehmen erhoben – dies bleibt nicht ohne Folgen.

HLX

Das jüngste Portal der Branche ist das L-Tur-Produkt hlx.com - es ging im Dezember 2011 online. HLX baut komplette Urlaubsreisen mit Flug, Übernachtung und Extras von Verpflegung bis Transfers à la Minute nach den Wünschen des Kunden zusammen und vergleicht den eigenen Preis mit den Angeboten von 160 Wettbewerbern.

Im Unterschied zu vielen anderen Reise-Portalen vergleicht HLX keine vorgeschnürten Pakete, sondern greift auf 220 Millionen mögliche Kombinationen von Flug und Hotel aus dem Bestand der Reiseanbieter zu und zimmert ein persönliches Paket.

Bild: Screenshot

Wie eine aktuelle Untersuchung auf Basis des Markenmonitors YouGov BrandIndex zeigt, sind etwa die Imagewerte von ab-in-den-urlaub.de deutlich gesunken. So erreichte die Marke im Juni zeitweise noch Werte von mehr als 20 BrandIndex-Punkten, aktuell sind es nur noch schwache 2 BrandIndex-Punkte. Auch die Unister-Marke reisen.de verlor in den vergangenen Wochen einige Punkte, liegt aber mit rund 20 Punkten auf stärkerem Niveau.

Sinkende Imagewerten bei Opodo und lastminute.de

Besonders interessant ist aber, dass derzeit die ganze Branche unter Imageverlusten leidet. Neben den aktuellen Diskussionen rund um den Fall Unister, dürften auch wenige Wochen alte Testergebnisse des Magazins ComputerBild für die Verunsicherung der Verbraucher verantwortlich sein, wonach viele Anbieter mit Tricks bei der Preisgestaltung arbeiten. So sind der BrandIndex-Analyse zufolge auch andere Online-Reiseportale wie etwa lastminute.de oder Opodo in der Gunst der Verbraucher zurückgefallen. Die Verluste sind bei einigen Anbietern so deutlich, dass Handlungsbedarf bestehen dürfte.

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Chance für traditionelle Anbieter

Profitieren können von der aktuellen Diskussion möglicherweise die traditionellen Reiseanbieter, für die das Online-Geschäft jedoch mittlerweile längst zur tragenden Säule geworden ist. Die ursprünglich aus dem stationären Vertrieb bekannten Reisemarken wie Tui, Thomas Cook oder DERTOUR (Rewe Group) entwickeln sich derzeit vergleichsweise stabil. Insbesondere Tui ist mit aktuell 76 BrandIndex-Punkten aus Verbrauchersicht sehr stark positioniert. Nur Alltours schwächelt in diesen Tagen etwas in Sachen Beliebtheit, was jedoch auf Negativschlagzeilen in einem anderen Zusammenhang zurückzuführen sein dürfte.

Für die starken, traditionellen Reisemarken ist jetzt der richtige Moment, sich im Online-Segment stärker zu profilieren. Die Online-Anbieter hingegen stehen vor der Herausforderung, das Vertrauen der Verbraucher langfristig zurück zu gewinnen.

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