BrandIndex: Post-Streik sorgt für zufriedene Kunden bei Hermes

kolumneBrandIndex: Post-Streik sorgt für zufriedene Kunden bei Hermes

Bild vergrößern

Hermes-Mitarbeiter

Kolumne von Simon Kluge

Vier Wochen Streik waren für Post-Kunden eine Gelegenheit, die Konkurrenz auszuprobieren. Und sie mögen sie. Vor allem das Image von Hermes hat sich positiv entwickelt.

Nach vier Wochen Streik sind die Verbraucher sicher froh, dass die Post wieder ankommt und wieder alles beim Alten ist. Ist es aber nicht ganz. Der Markt hat sich verändert. Denn was die Post an Image verlor, konnte die Konkurrenz zum Teil auf der Habenseite verbuchen – und so auch neue Kunden hinzugewinnen. Der BrandIndex, der Markenmonitor von YouGov, weist darauf hin, dass die Kundenwanderung zu Hermes & Co einen nachhaltigen Effekt haben könnte.

Dass es interne Meinungsverschiedenheiten bei der Deutschen Post gab, war Verbrauchern aufgrund der medialen Berichterstattung schon lange vor dem unbefristeten Streik klar. Mitte April schlug der Buzz, der BrandIndex-Wert, der angibt wie positiv oder negativ eine Marke im Gespräch ist, ins Negative um.

Anzeige

Seither bewertet eine wachsende Mehrheit der Deutschen die Informationen, die sie über die Deutsche Post wahrnehmen, als negativ. Während des Streiks fand sich dann auch der DHL-Buzz im negativen Bereich der Skala wieder. Gleichzeitig konnte Hermes seinen ohnehin konstant positiven Buzz weiter verbessern. Anderen Versanddienstleistern wie DPD, UPS oder Go gelang das nicht in diesem Maße.

DHL-Kunden wechseln

Hermes gelang es auch, diesen Buzz in Umsätze zu verwandeln. Der BrandIndex zeigt einen ungewöhnlich starken Zugewinn an Kunden. Am Ende des Streiks geben gut zwei Drittel der DHL-Kunden an, auch Hermes-Kunde zu sein.

Berichten zufolge konnte Hermes auch Großkunden hinzugewinnen, die dem Unternehmen auch nach dem Streik treu bleiben wollen. Vergleichbares zeichnet sich auf Ebene der Privatkunden ab. Bei denjenigen, die häufig oder sehr häufig Pakete verschicken, fiel durch den Streik das Interesse, DHL-Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen überdurchschnittlich stark. Gleichzeitig zogen sie eher als der Durchschnittsverbraucher in Betracht, Hermes-Kunde zu werden.

Das sind Post-Gebühren für Privatkunden ab 2015

  • Brief

    Der Brief wird ab 2015 teurer. Die Post hebt die Portogebühren für den Standardbrief zum Jahreswechsel – und das nicht zum ersten Mal. In den vergangenen drei Jahren hat die Deutsche Post die Preise erst von 55 auf 58 Cent, dann auf 60 Cent, und nun sogar auf 62 Cent erhöht.

  • Päckchen XS

    Schon in der Vorweihnachtszeit bieten Post und DHL Privatkunden ein neues Angebot für kleinere Sendungen: Päckchen bis 1 Kilogramm (max Größe 30 x 30 x 15 cm) können ab dem 15. November für 3,79 Euro verschickt werden. Der Haken an der Sache: Das Angebot gilt erstmal nur für Kunden, die die DHL Online Frankierung auf der Unternehmenswebsite nutzen. Ab dem 1. Januar 2015 ist das Angebot auch in den Postfilialen und DHL Paketshops verfügbar – kostet dann aber 3,95 Euro.

  • Päckchen und Paket S

    Ab Januar 2015 kostet das DHL Päckchen bis 2 Kilogramm (max Größe 60 x 30 x 15 cm) online 4,29 Euro, statt bisher 3,99 Euro. Beim Kauf in der Filiale werden künftig 4,40 Euro fällig, statt bisher 4,10 Euro. Wer ein Paket gleicher Größe verschicken will, zahlt 4,99 Euro.

  • Paket M

    DHL führt neben dem neuen Päckchen zum 1. Januar auch eine neue Gewichtsstufe für Pakete bis 5 Kilogramm (max Größe 120 x 60 x 60 cm) ein. Der Preis liegt bei 5,99 Euro in der Online Frankierung und 6,99 Euro in der Filiale.

  • Paket L

    Pakete bis 10 Kilogramm (max Größe 120 x 60 x 60 cm) können ab einem Preis von 7,49 Euro versendet werden (Online-Frankierung). In der Filiale kostet der Versand 8,49 Euro.

  • Paket XL

    Das Schwergewicht: Pakete bis 31,5 Kilogramm (max Größe 120 x 60 x 60 cm) kosten künftig ab 13,99 Euro. Wer auf die Online-Frankierung verzichtet und in die Filiale geht, zahlt einen Euro mehr. Die Gewichtsstufe bis 20 Kilogramm entfällt für den privaten Paketversand übrigens völlig.

Hermes schafft es, die Kunden zufrieden zu stellen. Während die Zufriedenheit der Verbraucher mit DHL nachließ, gewann Hermes deutlich hinzu, sodass bei Unternehmen nun auf demselben Niveau liegen. Ähnliches gilt für die Weiterempfehlungsbereitschaft, wo Hermes einen neuen Spitzenwert erreicht, während DHL und Deutsche Post durch den Streik Einbußen erleiden.

Post punktet mit Qualität

Es ist nicht überraschend, dass Post und DHL bei Verbrauchern an Ansehen verloren haben. Zum Problem könnte jedoch der Image-Gewinn der Wettbewerber werden, mit denen die Verbraucher während des Streiks positive Erfahrungen gesammelt haben. Doch ganz vergessen haben die Verbraucher nicht, was sie an der Post schätzen - etwa die Qualität.

weitere Artikel

In dieser Hinsicht ist DHL nach wie vor der führende Logistik-Dienstleister im BrandIndex und auch die Qualität der Deutschen Post wird von einer Mehrheit der Verbraucher immer noch positiv beurteilt. Auf diese Verbraucher kann sich die Post verlassen: Auch während des Streiks gaben sie anscheinend unbeeindruckt von den Auswirkungen an, dass Post und DHL für sie erste Wahl beim Versand von Briefen und Paketen seien.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%