BrandIndex: Starbucks erobert das Bankgeschäft

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kolumneBrandIndex: Starbucks erobert das Bankgeschäft

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Unternehmen wie Starbucks könnten den Banken einen Teil ihres Geschäfts abnehmen.

Kolumne von Holger Geißler

Bankgeschäfte finden schon längst nicht mehr nur in der Bank statt. Unternehmen wie Starbucks und Edeka könnten diese Entwicklung noch verstärken und einen Teil des Bankengeschäfts an sich ziehen.

Zu sagen, dass im Bankensektor keine Neuerungen Einzug halten, wäre falsch. Beispielsweise wurde in den vergangenen Jahren Giropay eingeführt, und viele Bankkarten sind inzwischen mit berührungslos auslesbaren Chips ausgestattet. Doch lassen die Innovationen der Banken sowohl die Geschwindigkeit als auch die gewisse Frische vermissen, die Verbraucher heute von Online-Diensten und Apps gewöhnt sind. Andere Unternehmen könnten den Banken daher in Teilbereichen den Rang ablaufen.

Das US-amerikanische Technikmagazin Wired beispielsweise schreibt, dass Bankangestellte durch Barista ersetzt werden könnten: „Wahrscheinlich haben Sie seit der Bush-Regierung keinen Kontakt mehr mit Ihrem Bankangestellten gehabt, sind aber mit dem Barista im nächsten Starbucks per Du.“

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Das mag eine sehr amerikanische Sichtweise sein, denn laut YouGov-Markenmonitor BrandIndex bezeichnen sich nur rund sechs Prozent der Deutschen Verbraucher als Starbucks-Kunden, im Vergleich zu 19 Prozent der US-Amerikaner. Doch auf der anderen Seite haben sich die Deutschen noch stärker vom persönlichen Kontakt mit ihrem Bankberater entfernt als die Amerikaner. Während Direktbanken ohne persönliche Beratung in den USA kaum eine Rolle spielen, weist der deutsche BrandIndex die Direktbank ING-Diba konstant als beliebteste Bank aus. Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken folgen mit etwas Abstand, dann weitere Direktbanken wie DKB, comdirect und Cortal Consors

Guthaben- statt EC-Karte

Unternehmen wie Starbucks könnten den Banken einen Teil ihres Geschäfts abnehmen, indem sie das Geschäft mit Guthabenkarten ausbauen. Die Kaffeekette hat im vergangenen Jahr allein in den USA Zahlungen von rund 2,5 Milliarden Dollar auf diesem Weg abgewickelt. Kunden können auf den Karten Beträge speichern und damit bei Starbucks und den zugehörigen Ketten Teavana und Evolution Fresh bezahlen – vergleichbar mit einer Bankkarte. Und in Zeiten magerer Zinsen bieten die Treuepunkte eine interessante Alternative. Darüber hinaus sollen bereits 14 Prozent der Zahlungen bei Starbucks über Mobiltelefone – also die Starbucks-App – abgewickelt werden. Bis zu fünf Millionen Zahlungen pro Woche: Peanuts für die meisten Banken, aber allemal ein Alarmsignal – zumal der BrandIndex für den amerikanischen Bankensektor ein durchschnittliches Gesamtimage von nur knapp +4 Punkten aufweist. Starbucks erreicht auf der Skala von -100 bis +100 Punkten immerhin +16 Punkte. Nur zwei kaum verbreitete US-Banken liegen über dieser Marke.

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