BrandIndex: Streiks kommen und gehen, die Kunden aber bleiben

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kolumneBrandIndex: Streiks kommen und gehen, die Kunden aber bleiben

Kolumne von Holger Geißler

Tausende Kunden sind vom Streik der Lufthansa-Piloten betroffen, viele von ihnen haben kein Verständnis für die Arbeitsniederlegung. Für die Marke Lufthansa ist das nicht weiter schlimm: Die Streiks der Vergangenheit haben das Image der Marke bislang nie nachhaltig beschädigt.

Mit der Abwicklung von Streiks hat die Lufthansa inzwischen genauso Übung wie die Medien, die vor ziemlich genau einem Jahr Überschriften getextet haben, die man auch heute wieder liest: „Lufthansa streicht ihren Flugplan zusammen“ / „Für so was habe ich kein Verständnis“ / „Lufthansa streicht am Donnerstagmorgen fast alle Flüge“. Das sind Schlagzeilen aus dem April 2013.

Und genau wie vor einem Jahr ist sich die Bevölkerung in Umfragen nicht einig, ob der Streik nun gerechtfertigt ist oder nicht. Auch Kommentatoren in den Medien vertreten unterschiedliche Standpunkte, von „jeder darf streiken, auch gut verdienende Piloten“ bis „überzogene Forderung, die schadet dem ganzen Unternehmen“. Die Kollegen vom Handelsblatt schreiben: „Lufthansa-Piloten verprellen mit ihren Streiks die besten Kunden.“

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Image erholt sich schnell

Die aktuellen sowie die Archiv-Daten des YouGov-Markenmonitors BrandIndex zeigen: Wenn die Airline Lufthansa massiv bestreikt wird, verliert die Marke kurzfristig an Beliebtheit – doch sie erholt sich schnell wieder. Auch belegen die Zahlen nicht, dass die Streiks Kunden langfristig verprellen.

Streiks Politiker schütteln den Kopf über Lufthansa-Piloten

Angesichts der hohen Gehälter fehlt der Politik das Verständnis für das Verhalten der Piloten. CDU und SPD fordern Änderungen an den Arbeitnehmerrechten.

Die Lufthansa streicht aufgrund des Pilotenstreiks vom 2. April bis zum 4. April rund 3800 Flüge. Quelle: dpa

Besonders deutlich waren die Auswirkungen auf die Beliebtheit der Fluggesellschaft beim Streik der Flugbegleiter im Jahr 2012 zu sehen. Binnen eineinhalb Monaten fiel die Beliebtheit der Lufthansa um knapp 20 Indexpunkte (auf einer Skala von -100 bis +100 Punkte). Und auch der Buzz, der anzeigt, wie positiv oder negativ eine Marke aktuell im öffentlichen Gespräch ist, brach ein – so sehr, wie es selten passiert. Doch sowohl der Buzz als auch das Gesamtimage erholten sich erstaunlich schnell. Anfang des Jahres 2013 – drei Monate nach dem Streik – hatten beiden Werte fast das Ausgangsniveau erreicht.

Der nächste Streik folgte bald. Im April 2013 legte das Lufthansa-Bodenpersonal die Arbeit nieder, wieder fielen hunderte Flüge aus. Und wieder verlor die Marke Lufthansa an Beliebtheit – doch diesmal war der Einbruch viel schwächer. Und nach nur zwei Monaten war die Fluglinie genauso beliebt wie vor dem Streik.

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Lufthansa ist die beliebteste Fluglinie

Nun also der aktuelle Streik, diesmal die Piloten mit ihren Forderungen. Was zeigt der BrandIndex? Der Buzz-Wert von Lufthansa verliert wieder rasant: die Marke ist weniger positiv im öffentlichen Gespräch. Auch haben die Verbraucher jetzt einen weniger guten allgemeinen Gesamteindruck von der Marke, dafür sprechen Sie über sie mehr als vor dem Streik. Aber: Genau so viele (potenzielle) Kunden würden sich für die Marke Lufthansa entscheiden wie vor dem Streik. Auch das Gesamtimage, bei dem alle Einzelkategorien zusammengefasst werden, hat signifikant verloren. Aber, das zeigt die Vergangenheit: Ein Streik bei der Lufthansa schadet dem Image nur kurzfristig. Ob das immer so bleiben wird, ist schwer zu sagen. Aber solange die Forderung der Piloten als frech dargestellt werden können, hat das Image der Airline selbst wenig zu befürchten.

Lufthansa ist und bleibt somit die beliebteste Fluglinie Deutschlands, nach wie vor mit großem Abstand auf Emirates, Etihad und Condor.

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