Briefkästen bleiben leer : Postmitarbeiter setzen Streik fort

Briefkästen bleiben leer : Postmitarbeiter setzen Streik fort

Bild vergrößern

Die Mitarbeiter der Post streiken auch weiterhin.

Keine Pakete, keine Briefe. Zusteller legen am Freitag in ganz Deutschland erneut die Arbeit nieder. Verdi hofft jetzt, dass der Druck wirkt und Bewegung in die Verhandlungen kommt.

Deutschlandweit müssen die Menschen auf ihre Post warten und mit Verzögerungen bei der Zustellung rechnen. Im Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Deutschen Post haben am Freitag die Brief- und Paketzusteller in fast allen Bundesländern ihren Warnstreik fortgesetzt. Betroffen waren Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg Vorpommern, Sachsen, Thüringen, Berlin und Brandenburg.

Was die Post mit ihrer Strategie 2020 erreichen will

  • Bessere Umweltbilanz

    Auch der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß soll verringert werden: Bis 2020 will die Post ihre Energie-Effizenz um 30 Prozent verbessern. Vor kurzem kaufte der Dax-Konzern zum Beispiel den deutschen Elektroauto-Entwickler Streetscooter auf.

  • Erste Wahl für Aktionäre

    Die Aktie Gelb soll weiter steigen: Post-Chef Frank Appel möchte zur ersten Wahl für Anleger werden. Zwischen 40 und 60 Prozent des Nettogewinns sollen die Aktionäre jährlich als Dividende ausgeschüttet bekommen.

  • Glückliche Kunden

    Auch die Kundenzufriedenheit soll steigen - auf über 80 Prozent. Nach Recherchen der WirtschaftsWoche beschwerten sich allerdings vor allem deutsche Großkunden zuletzt über die Briefzustellung.

  • Mehr Gewinn

    Der Gewinn ist die wichtigste Ziellinie in der Strategie 2020: Bis zum Ablauf der Frist will Appel fünf Milliarden Euro Plus machen. Dazu müsste er pro Jahr den Gewinn um acht Prozent steigern. Die Brief- und Paketsparte, die ihren Umsatz vor allem in Deutschland macht, soll drei Prozent Gewinnsteigerung pro Jahr dazu beisteuern - das Expressgeschäft, die Logistik- und Speditionssparten müssen zehn Prozent mehr im Jahr verdienen.

    Kein anderer Dax-Konzern hat so konkrete und zugleich so ehrgeizige Ziele.

  • Wachstum in Schwellenländern

    In Deutschland hat der durch den Onlinehandel ausgelöste Paketboom die Deutsche Post weit nach vorne getrieben. Jetzt will der Bonner Konzern diesen Effekt auch in den Schwellenländern mitnehmen: Bis 2020 soll sich der Marktanteil in diesen Regionen von 22 auf 30 Prozent erhöhen. Der Fokus liegt dabei auf Brasilien, Indien, China, Russland und Mexiko.

  • Zufriedene Mitarbeiter

    Auch bei den Mitarbeitern möchte die Post die erste Wahl sein. Ziel des Vorstand ist es, in den Mitarbeiterbefragung eine Zustimmungsquote von über 80 Prozent zu erlangen. Zuletzt lag die Quote bei ungefähr 70 Prozent.

Die Post hatte zuletzt betont, die bisherigen Arbeitsniederlegungen hätten sich kaum auf die pünktliche Auslieferung von Sendungen ausgewirkt. Ein Verdi-Sprecher sagte hingegen, der Streik werde zu empfindlichen Störungen und Ausfällen führen. Zudem hätten Postbeschäftigte berichtet, dass sie von ihren Vorgesetzten unter Druck gesetzt worden seien, nicht mitzustreiken. „Wir merken aber, dass der Arbeitgeber jetzt vorsichtiger wird und sind optimistisch, dass sich bei der nächsten Verhandlungsrunde etwas bewegt“, sagte der Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Anzeige

weitere Artikel

Verdi kämpft für deutschlandweit 140 000 Postmitarbeiter unter anderem für kürzere Arbeitszeiten. Bereits am Dienstag und Mittwoch hatten viele Beschäftigte gestreikt. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 20. und 21. Mai in Königswinter bei Bonn geplant.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%