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Buchungsportal HRS: Das Ende der Solidarität

von Hans-Jürgen Klesse

Die Hotellerie ruft zum Boykott gegen das Buchungsportal HRS auf, aber daraus wird nichts.

Der Hotel-Broker Tobias Ragge steht vor der Homepage seines Hotel Reservation Services (hrs) in Köln Quelle: dpa/dpaweb
Der Hotel-Broker Tobias Ragge steht vor der Homepage seines Hotel Reservation Services (hrs) in Köln Quelle: dpa/dpaweb
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Die Geschichte von Robert Ragges Eieruhr ist immer wieder nett zu hören. Die Uhr hatte der Gründer des Hotelvermittlers HRS dabei, wenn er mit Hoteliers über den Preis verhandelte. Wollten sie seinen Vorschlag nicht akzeptieren, startete Ragge die Uhr. Wer nach drei Minuten nicht unterschrieben hatte, flog aus der HRS-Datenbank. Inzwischen genießt der Gründer den Ruhestand, Sohn Robert schmeißt den Laden – genauso rabiat wie der Vater. Ab März will er von den Hotels mehr Provision, außerdem sollen sie ihre Preise für ein Jahr garantieren.

Die Stiftung Warentest hat acht Preissuchmaschinen und neun Online-Reisebüros unter die Lupe genommen und jeweils nach dem günstigsten Preis für 15 One-Way-Flüge ab deutschen Flughäfen gesucht. Darunter waren je fünf innerdeutsche Flüge, fünf Flüge innerhalb Europas und fünf weltweite Flüge.

Quelle: dpa

Alter Widerstand

Kein Wunder, dass sich Widerstand regt. Via Facebook rufen Hoteliers zur „HRS-freien Woche“ auf, die Vereinigung der Hoteldirektoren mahnt die Stärkung des Direktvertriebs an. Der Branchenverband DeHoGa will Ragge kartellrechtlich belangen, Schützenhilfe gibt der Verband Deutsches Reisemanagement, in dem deutsche Großunternehmen organisiert sind. Gut gebrüllt, Löwe! Der Widerstand gegen HRS ist so alt wie das Unternehmen – und das feiert in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag. Immer wieder gab es Boykottaufrufe; auch die Idee, den Direktvertrieb auszubauen und sich unabhängiger vom Vermittler HRS zu machen, ist nicht neu. Gebracht hat das nie etwas. Hotels sind im überbesetzten deutschen Markt vor allem Konkurrenten, ihre Solidarität endet, wenn die eigene Bettenauslastung gefährdet ist.

An HRS kommt niemand vorbei, nicht in der Touristik und nicht im Firmenreisegeschäft, wo für viele Hotels die Musik spielt. Die meisten großen Unternehmen buchen ihre Zimmer über HRS, Ragges Deal mit dem mächtigen Buchungssystem Amadeus verschafft ihm auch das Entree in die Reisebüros. Boykott? Wohl kaum. Wahrscheinlicher ist, dass der Löwe sehr schnell zum Bettvorleger wird.

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