Bürgerentscheid: Münchner verhindern Flughafenausbau

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Bürgerentscheid: Münchner verhindern Flughafenausbau

Gut für die Bürger, schlecht fürs Wachstum: Bei einem Bürgerentscheid haben die Münchner dem Bau einer dritten Startbahn an ihrem Flughafen eine Absage erteilt.

Die Münchner haben sich gegen den umstrittenen Bau einer dritten Startbahn am Flughafen der bayerischen Landeshauptstadt ausgesprochen. Bei einem Bürgerentscheid am Sonntag stimmten laut vorläufigem Endergebnis
54,3 Prozent gegen das rund 1,2 Milliarden Euro teure Projekt. 45,7 Prozent waren dafür. Damit muss die Stadt München als Mitanteilseignerin - neben Bayern und dem Bund - in der Gesellschafterversammlung gegen die Errichtung der Start- und Landebahn votieren. Der Münchner Flughafen ist nach Frankfurt der zweitgrößte Airport in der Bundesrepublik. 90 Prozent aller Interkontinentalflüge von und nach Deutschland werden über diese beiden Luftverkehrsknoten geführt. In Europa belegt München unter den verkehrsstärksten Flughäfen Platz 6, weltweit Platz 27.
Standortverlagerung nötig

Flughafen-Chef Michael Kerkloh bedauerte den Ausgang des Bürgerentscheids und sprach von einem negativen Signal für München und den gesamten Freistaat Bayern. Es sei nun schwieriger, die vor 20 Jahren begonnene Erfolgsgeschichte des Airports weiterzuführen. In München werden dieses Jahr knapp 40 Millionen Fluggäste erwartet. Bis 2020 wird mit 50 Millionen Passagieren gerechnet, bis 2025 mit 58 Millionen. In Stoßzeiten
arbeitet der Flughafen oft an der Kapazitätsgrenze - Staus am Boden und Warteschleifen in der Luft sind die Folge. Die Befürworter der dritten Startbahn hatten zudem darauf verwiesen, dass der Flughafen Arbeitsplätze sichere und schaffe und sich positiv auf ganz Bayern auswirke. Eine Lufthansa -Sprecherin sagte: „Wir werden weiteres Wachstum in München möglicherweise nicht mehr abbilden können und an andere Standorte verlagern müssen.“

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Die Gegner hatten argumentiert, es bestehe kein Bedarf für eine dritte Startbahn, weil die Zahl der Flugbewegungen zuletzt gesunken sei. Auch mit zwei Bahnen könnten mehr als 500.000 Starts und Landungen pro Jahr bewältigt werden. Zudem steige die Belastung durch Fluglärm. Gut eine Million Stimmberechtigte waren in München zum Bürgerentscheid aufgerufen.

Die betroffenen Anwohner in den Landkreisen Freising und Erding, die am stärksten unter Lärm und Abgasen des Flughafens leiden, durften nicht abstimmen, weil die Umlandgemeinden nicht am Airport beteiligt sind. Die Stadt München hält 23 Prozent der Anteile, der Bund 26 Prozent und der Freistaat 51 Prozent. Wichtige Beschlüsse müssen die Eigentümer allerdings einstimmig treffen. An den Bürgerentscheid ist die Stadt München ein Jahr gebunden. Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), der im nächsten Jahr bayerischer Ministerpräsident werden will, machte aber im Vorfeld deutlich, dass das Votum für die Stadt „eine endgültige Bedeutung“ habe. Die SPD hatte ebenso wie CSU und FDP für den Flughafen-Ausbau geworben. Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer hatte bereits angekündigt, im Falle eines negativen Ausgangs die Landtagswahl 2013 zu einer Abstimmung über die dritte Startbahn zu machen. Auch einen Volksentscheid im Freistaat brachte er ins Spiel.

Quelle: Reuters

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