Bundeskartellamt untersagt Bestpreise: Verbot wird an Marktmacht von HRS nichts ändern

KommentarBundeskartellamt untersagt Bestpreise: Verbot wird an Marktmacht von HRS nichts ändern

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Das Bundeskartellamt geht massiv gegen die Bestpreisklauseln vor, mit denen sich die großen Buchungsportale wie HRS, Expedia oder Booking die günstigsten Hotelpreise garantieren lassen.

von Hermann J. Olbermann

Deutschlands größtes Hotelportal HRS darf von März an keine Zimmer mehr zum Bestpreis anbieten. Das hat das Bundeskartellamt verfügt. Die Hoteliers haben trotzdem das Nachsehen. Zu Recht.

Fast jedes vierte Hotelzimmer wird in Deutschland bereits über ein unabhängiges Hotelportal gebucht. Die Marktmacht dieser Internet-Plattformen ist in den letzten Jahren stark gestiegen – und wird weiter zunehmen. Zu Lasten der einzelnen Hotels. Daran ändert auch die jüngste Entscheidung des Bundeskartellamts nichts, das jetzt HRS, dem wohl größten deutschen Hotelportal, die Bestpreis-Klausel untersagt hat. Künftig darf HRS den Kunden nicht mehr garantieren, dass es die Zimmer zum besten, also niedrigsten Preis anbietet und eine Buchung übers Portal günstiger ist als direkt beim Hotel.

Bisher hatten die Hotelportale den Hoteliers nicht nur untersagt, den HRS-Preis zu unterbieten. Die Hoteliers müssen natürlich auch Provision dafür zahlen, dass sie bei HRS gelistet sind. Etwa 15 bis 25 Prozent des Zimmerpreises kassieren die Portale von den Hoteliers.

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An der Marktmacht der Portale wird der Beschluss des Bundeskartellamts nichts ändern. Zu groß ist deren Bedeutung inzwischen. Sie ermöglichen nicht nur Preisvergleiche, sondern sind auch international aktiv. Dass die Portale so schnell wachsen konnten, verdanken sie den Hoteliers, die sich jetzt darüber beklagen. Sie haben es versäumt, ihre Reservierungssysteme frühzeitig auf die Internet-Ära umzustellen. Noch heute gibt es Hotels, die sich zwar online präsentieren, die man aber trotzdem erst per E-Mail anfragen muss, ob zur gewünschten Zeit ein Zimmer frei ist. Die Antwort kommt meist Stunden später.

Inzwischen haben viele Hotels online zwar aufgerüstet. Der Hamburger Hotelier Eugen Block bietet Gästen seines Luxushotels Elysée sogar einen Nachlass von 15 Euro pro Nacht an, wenn sie direkt beim Hotel buchen und nicht über eines der externen Hotelportale kommen. Aber von HRS verabschieden will er sich auch nicht. Was die Bedeutung dieser Online-Unternehmen belegt.

Einziger Trost: Auch die Musikindustrie hat lange gebraucht und musste einen schmerzvollen Wandel durchlaufen, bis sie sich auf darauf eingestellt hatte, dass ihre Kunden Musik aus Internet herunterladen statt eine CD zu kaufen.

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