Bundeskartellamt: Vodafone darf Kabel Deutschland übernehmen

Bundeskartellamt: Vodafone darf Kabel Deutschland übernehmen

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Das Kartellamt will die Übernahme von Kabel Deutschland nicht blockieren.

Im Juni hat der Mobilfunkanbieter Vodafone sein Interesse an Kabel Deutschland bekundet. Für 10,7 Milliarden Euro sollen die Kabel-Deutschland-Nutzer zu Vodafone-Kunden werden. Dem hat das Kartellamt zugestimmt. Jetzt hängt es an der EU.

Das Bundeskartellamt will sich der Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone nicht in den Weg stellen und sieht nun die EU-Kommission am Zug. "Wir sind zu der Einschätzung gekommen, dass die Voraussetzungen für einen Verweisungsantrag nicht erfüllt sind und werden darauf verzichten", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Vodafone hat für Kabel Deutschland ein - inklusive Schulden - knapp elf Milliarden Euro schweres Kaufangebot auf den Tisch gelegt.

Kennzahlen Kabel Deutschland

  • Umsatzentwicklung

    Der Kabelnetzbetreiber verzeichnete im Geschäftsjahr 2011/12 einen Umsatzanstieg von 6,3 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro (Vorjahr 1,6 Milliarden Euro)

  • Gewinnentwicklung

    Das Netto-Ergebnis (Gewinn nach Steuern) betrug für 2011/12 159 Millionen Euro. Im Vorjahr machte Kabel Deutschland noch einen Netto-Verlust von gut 45 Millionen Euro.

  • TV-und Breitband-Abonnements

    Die Abozahl stieg zum 31. März 2012 gegenüber dem Vorjahr um 750.000 auf über 13,4 Millionen (Vorjahr 12,7 Millionen, plus 5,9 Prozent). Kabel Deutschland konnte die Gesamtzahl der Abonnements rund um den Kabelanschluss auf 12,7 Millionen steigern (Vorjahr 12,1 Millionen). Die Zahl der Internet- und Telefon-Abonnements stieg im Vorjahresvergleich um 511.000 oder 20,0 Prozent auf 3 Millionen (Vorjahr 2,5 Millionen)

    Auch die Nachfrage nach den Premium TV-Angeboten (Pay TV und digitale HD-Videorecorder) nahm deutlich zu. Zum Ende des Geschäftsjahres am 31. März 2012 hatte Kabel Deutschland 1,7 Millionen Premium TV-Abo-Kunden (Vorjahr 1,3 Millionen), ein Plus von 415.000 Abonnements oder 32,9 Prozent.

Da damit die maßgeblichen EU-Aufgreifschwellen überschritten werden, muss nun die Europäische Kommission die Übernahme überprüfen. Mundt sieht nicht die Gefahr, dass es zu größeren Wettbewerbsbeeinträchtigungen kommt: "Nach erster, vorläufiger Bewertung unsererseits ist das eher ein komplementärer Zusammenschluss."

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Weitere Artikel

In Deutschland steht derzeit bereits die Fusion von Kabel BW und Unitymedia auf der Kippe. Das Oberlandesgericht Düsseldorf stoppte Mitte August die Übernahme des baden-württembergischen Kabelnetzbetreibers durch die Liberty Global -Tochter nachträglich. Damit hob das Gericht eine Entscheidung des Bundeskartellamts aus dem Jahr 2011 zur Freigabe der Fusion auf. Bleibt es bei der Entscheidung des Düsseldorfer Gerichts, muss das Kartellamt prüfen, ob es die Fusion unter verschärften Auflagen freigeben kann. Sollte dies nicht der Fall sein, müssten die Unternehmen den bereits vollzogenen Zusammenschluss rückgängig machen.

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