Bundesweite Zugausfälle : Rund 1000 Züge vom Warnstreik betroffen

Bundesweite Zugausfälle : Rund 1000 Züge vom Warnstreik betroffen

, aktualisiert 06. September 2014, 10:49 Uhr

Erneut hat ein Warnstreik der Lokführer den Zugverkehr bundesweit fast komplett lahmgelegt. Am Samstagmorgen ging auf vielen Strecken nichts mehr. Bald könnte es auch einen umbefristeten Ausstand geben.

Ein erneuter Warnstreik der Lokführer der Deutschen Bahn hat den Zugverkehr am Samstagmorgen in weiten Teilen Deutschlands lahmgelegt. Der Ausstand sollte von 6.00 bis 9.00 Uhr dauern. Betroffen seien Regional- und Fernzüge, die S-Bahnen in Berlin und Hamburg sowie der Güterverkehr, sagte Claus Weselsky, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), in Berlin. Die Bahn kündigte an, in den Zügen und auf den Bahnhöfen mehrere Hundert Mitarbeiter zur Verstärkung einzusetzen - vor allem beim Service-Personal, den Betriebszentralen und Transportleitungen sowie bei der Reisendeninformation. Bereits am vergangenen Montag hatte ein Warnstreik die Fahrpläne durcheinandergewirbelt.

Die GDL will ein besseres Tarifangebot von der Bahn erzwingen. Die Gewerkschaft verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. Sie erhebt ihre Forderungen auch für Zugbegleiter und andere Beschäftigte in den Zügen. In Niedersachsen und Bremen blieben Fernreisezüge in den Bahnhöfen, Reisende mussten Verspätungen in Kauf nehmen. Ausgenommen vom Streik waren dort im Regionalverkehr DB-Konkurrenten wie der Metronom oder die Nordwestbahn. Betroffen war auch die S-Bahn in Hannover.

Bahn und Lufthansa Streiks setzen Regierung unter Zugzwang

Die Lokführer legen den Bahnverkehr lahm, bei der Lufthansa drohen weitere Streiks. Das könnte sich rächen - denn dadurch steigt der Druck auf die Bundesregierung, die Macht von Kleingewerkschaften zu beschneiden.

Quelle: dpa


Vor den Informationsschaltern am Hamburger Hauptbahnhof bildeten sich Menschenschlangen. Das große Chaos blieb jedoch zunächst aus. In Hamburg fuhren die S-Bahnen nach Angaben der GDL, allerdings nur im Zwanzig-Minuten Takt. Bei der Berliner S-Bahn fuhren nur noch einzelne Züge auf Teilstrecken. In Bayern hatte der Warnstreik ebenfalls beträchtliche Folgen. Zahlreiche Regional- und Fernzüge fielen im Freistaat aus, sagte ein DB-Sprecher. Zudem fuhren nach Bahn-Angaben etwa 20 Prozent der Münchner S-Bahnen nicht. Es könne bis in den frühen Nachmittag hinein dauern, bis sich der Regionalverkehr normalisiere, hieß es. Am Münchner Hauptbahnhof bildeten sich Schlangen an den Schaltern.

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Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gab es Behinderungen. Seit 6.00 Uhr stehe alles, sagte der stellvertretende GDL-Bezirkschef für Mitteldeutschland, Manfred Ohme. Bahnkunden müssen nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“ in den nächsten Wochen mit unbefristeten Streiks rechnen. Die GDL werde voraussichtlich diese Woche entscheiden, eine Urabstimmung über reguläre Streiks abzuhalten. GDL-Sprecher Stefan Mousiol sagte demnach: „Eine Urabstimmung wird zeitnah durchgeführt.“

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