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Burger King: Beflecktes Image

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Der Dauerstreit bei der Fast-Food-Kette eskaliert

von Oliver Voß

Mit Protesten vor Filialen und konkurrierenden Unterschriftenlisten eskaliert der Dauerstreit bei der Fast-Food-Kette.

Es ist Mittagszeit, der Andrang groß, und hungrig greifen die Kunden vor der Burger-King-Filiale im Düsseldorfer Stadtteil Flingern nach den Kärtchen, die ihnen drei Leute in leuchtend gelben Westen in die Hand drücken – könnte ja ein Gutschein für ein Essen sein. Doch statt von Fritten-Rabatten lesen sie Kritik am Chef der Burger King GmbH: „Ich fordere Sie zu einem respektvollen Umgang mit den Beschäftigten auf“, heißt es auf den Protestkarten. Von Druck gegen Betriebsräte und verspätet, unvollständig oder gar nicht gezahlten Löhnen ist die Rede.

Das läuft eine ganze Weile, bis ein Mann im weißen Hemd mit Burger-King-Logo aus der Bräterbude kommt. „Jetzt gibt es eine Reaktion“, sagt Guido Zeitler und fürchtet, den Protest abbrechen zu müssen. Doch als der „Assistant Manager“ die Protestler um den Referatsleiter Gastgewerbe bei der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) erreicht, streckt er ihnen den erhobenen Daumen entgegen: „Sehr gut, machen Sie bloß weiter!“

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Feuer unterm Dach

Mit den Protesten erreicht der Konflikt bei Burger King eine neue Eskalationsstufe. Seit Monaten ist Feuer unterm Dach, die Probleme beschäftigen Dutzende Gerichte. Seit der Unternehmer Ergün Yildiz aus Stade bei Hamburg im Frühjahr mit einem russischen Partner die letzten 91 deutschen Filialen gekauft hat, die Burger King zuvor selbst betrieben hatte, kommt das Unternehmen nicht aus den Schlagzeilen.

Systemgastronom Burger King - der Bulettenkrieg eskaliert

Mit rabiaten Methoden will Burger King Boden gegenüber McDonald’s gutmachen. Dabei riskiert das Unternehmen Qualitätsverluste und Imageschäden.

Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Erst kündigte der neue Herr im Hause sämtliche Betriebsvereinbarungen für die mehr als 3000 Mitarbeiter und ruderte nur nach massiven Protesten zurück. Jetzt sorgen der Streit mit den Gewerkschaften und eine Gegenkampagne von Betriebsräten für neuen Ärger. So klagen Mitarbeiter und Gewerkschaft, dass trotz der Ankündigung Yildiz’, die Tarifverträge einhalten zu wollen, seit August Zuschläge für Nacht- und Mehrarbeit nicht gezahlt worden seien. Zudem seien die Löhne nur mit erheblicher Verspätung überwiesen worden. In etwa 100 Fällen habe die Gewerkschaft Löhne schriftlich oder vor Gericht einklagen müssen. Yildiz’ Anwalt Helmut Naujoks, der den öffentlichkeitsscheuen Burger-Chef auch nach außen vertritt, bestätigt „erhebliche Probleme“ mit der Auszahlung der Löhne. Grund dafür sei aber der Wechsel des Dienstleisters. Zuständig sei nun die „Lohnundgehalt discount gmbh“ in Dresden. Die Situation habe sich zwar gebessert, wann alles normal laufe, sei aber nicht absehbar, sagt der Advokat.

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