Burger King: Skandalunternehmer kommt Rauswurf aus Gastronomieverband zuvor

Burger King: Skandalunternehmer kommt Rauswurf aus Gastronomieverband zuvor

von Oliver Voß

Schlechte Hygiene, schlechte Arbeitsbedingungen: Burger King steht seit Monaten in der Kritik. Jetzt hat der Franchisenehmer den Verband der Systemgastronomie verlassen - und muss sich nicht mehr an Tarifverträge halten.

Nach dem Skandal um Hygienemängel und schlechte Arbeitsbedingungen wollte Burger Kings Deutschlandchef Andreas Bork den verantwortlichen Franchisenehmer an die kurze Leine nehmen.

„Wir haben dort selbst die Führung der Geschäfte übernommen und als erstes die Bezahlung nach Tarifvertrag eingeführt“, hatte Bork in Werbespots erklärt. Doch davon ist nicht viel übrig, denn die umstrittene Yi-Ko Holding verlässt den Bundesverband der Systemgastronomie (BdS).

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Damit sind auch die Tarifverträge bei dem mit über 90 Filialen größten Burger-King-Betreiber in Deutschland gefährdet. Bestehende Verträge bleiben zwar gültig, doch bei Neueinstellungen dürften die Tarifvereinbarungen nicht mehr eingehalten werden.

Fastfood-Kette Burger Kings unappetitliches Geschäftsgebaren

Nach einer RTL-Reportage steht Burger King unter Beschuss. Die Journalisten berichten über unhygienische Zustände und Sozial-Dumping. Wirtschaftlich geht die unappetitliche Strategie jedoch auf – die Frage ist, wie lang.

Noch macht Burger King ordentlich Geschäft, die Frage ist, wie lange noch. Quelle: dapd

„Wir haben kein Verständnis, wenn sich einzelne Mitglieder der Tarifbindung entziehen wollen“, sagt BdS-Präsident Wolfgang Goebel. Das Unternehmen hatte schon in der Vergangenheit immer wieder Zuschläge oder komplette Löhne nicht bezahlt und sich in dutzenden Verfahren mit Mitarbeitern vor Gerichten gestritten. „Mehrfach wurden Gelder erst ausgezahlt, nachdem der Gerichtsvollzieher gekommen ist“, sagt Guido Zeitler, Referatsleiter Gastgewerbe bei der Gewerkschaft NGG.

Burger King „bedauert den Austritt der Yi-Ko Holding“ und kritisierte den Schritt als „falsches Signal“. Immerhin hatte das Unternehmen den Verband einst mit gegründet und stellt zwei Präsidiumsmitglieder.

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Offenbar hat sich an den Missständen wenig geändert. Die Gewerkschaft NGG hatte erst Anfang August Kritik geübt und von einem „trügerischen Schein“ gesprochen. Auch der Verband als Vertreter der Arbeitgeber ist zu einer ähnlichen Einschätzung gekommen, so stand Yi-Ko vor dem Rauswurf aus dem BdS. Eine Aufforderung des Verbandes zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, blieb bis heute unbeantwortet. „Mit dem Austritt kommt die Yi-Ko Holding einem bereits angedachten Ausschluss durch den BdS zuvor“, teilte der Verband mit.

Der Mutterkonzern erklärte zudem, dass neue Verträge mit Filialbetreibern nur geschlossen werden, wenn der Franchisenehmer nach Tarif zahlt. „Gleiches gilt für die Verlängerung von Franchiseverträgen“, droht Burger King - allerdings laufen diese in der Regel 20 Jahre.

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