BVB-Chef Watzke: Auch ohne Champions League schwarze Zahlen

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BVB-Geschäftsführer Watzke

von Stefan Hajek

Nach dem Rekordumsatz von 305 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2012/13 und einem Vorsteuergewinn (Ebit) von 65 Millionen Euro bremst Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, dem derzeit einzigen börsennotierten deutschen Fußballclub, die Erwartungen der Anleger: „Der hohe Umsatz lag auch an Transfereinnahmen“, sagt Watzke im Interview, „diese können und wollen wir nicht in jedem Jahr erzielen.“

Der Jahresumsatz solle sich künftig eher „bei 250 Millionen Euro plus X einpendeln“, so Watzke, dabei wolle der Verein keine neuen Nettofinanzschulden mehr aufnehmen und in der Regel einen Gewinn schreiben, allerdings ebenfalls weniger als dieses Jahr: „65 Millionen Euro Ebit werden wir nicht jedes Jahr schaffen“, sagte Watzke. Künftig würden Investitionen und Abschreibungen den Gewinn in den meisten Jahren „voraussichtlich wieder kleiner ausfallen lassen“, so Watzke.

Selbst beim Verpassen der Qualifikation für die UEFA-Champions League würde Borussia Dortmund noch schwarze Zahlen schreiben, so Watzke. Obwohl der Gehaltsetat der Dortmunder im vergangenen Geschäftsjahr mit rund 100 Millionen Euro mutmaßlich zu den drei teuersten der Bundesliga gehörte – Wolfsburg, Hoffenheim und Leverkusen veröffentlichen ihre Etats nicht, sieht Watzke keine finanziellen Risiken für den Verein: „Unsere Spieler haben im Durchschnitt eine erfolgsabhängige Komponente von 35 Prozent des Gehalts“, sagte er. „Bei sportlichem Misserfolg würden unsere Kosten umgehend sinken.“

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Wettbewerbsverzerrung durch Scheichs und Oligarchen, aber: "Financial Fairplay wird greifen"

Hans-Joachim Watzke kritisiert Wettbewerbsverzerrungen durch Vereine, die vielfach dreistellige Millionenbeträge von arabischen und russischen Oligarchen oder von Konzernen bekommen. Durch deren immense Gehälter und Ablöse-Zahlungen seien in den letzten Jahren „auf dem Markt die Relationen verloren gegangen“, so der Fußballmanager. Er sei jedoch überzeugt, dass der europäische Verband UEFA dem durch strengere Regeln einen Riegel vorschieben werde. Unter dem von 2015 an als „Financial Fairplay“ geplanten neuen Regelwerk sollen Vereine nicht mehr beliebig mehr Geld ausgeben dürfen, als sie durch den Fußball einnehmen. Bei Verstößen würden die Clubs von den internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Das würde die Position von Traditionsclubs wie Dortmund, Real Madrid oder dem FC Bayern stärken, da diese zwar viel ausgeben, aber auch viel Umsatz erlösen.

Experten bezweifeln die stringente Umsetzung des neuen Regelwerks; sie fürchten mögliche Schlupflöcher sowie Lobby-Druck auf die UEFA, die Regeln abzuschwächen. Watzke: „Ich gehe persönlich davon aus, dass sie greifen werden.“ UEFA-Chef Michel Platini habe „seine eigene Person zu sehr mit dem Projekt verbunden, um noch einen Rückzieher zu machen.“ Außerdem hofft Watzke auf Gegendruck seitens der großen Traditionsclubs wie Madrid, Barcelona, Manchester United und dem FC Bayern, die allesamt „auch kein Interesse an noch mehr neureicher Konkurrenz haben.“

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