Capricorn in Not: Nürburgring-Verkauf vor dem Aus

Capricorn in Not: Nürburgring-Verkauf vor dem Aus

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Eine Luftaufnahme des Nürburgrings

von Florian Zerfaß

Der Verkauf des insolventen Nürburgrings an den Düsseldorfer Automobilzulieferer Capricorn steht vor dem Scheitern: Die Deutsche Bank hat sich offenbar aus der Finanzierung zurückgezogen. Die Nürburgring-Insolvenzverwalter suchen schon nach einem neuen Käufer – und geraten selbst immer mehr unter Druck.

Das Drama um den Nürburgring hat mittlerweile mehr Episoden als die legendäre Nordschleife Kurven. Die jüngste Volte bringt den geplanten Verkauf des Nürburgrings an den Düsseldorfer Automobilzulieferer Capricorn ins Schlingern: Nach Informationen der WirtschaftsWoche besteht die Finanzierungszusage der Deutschen Bank für den Nürburgring-Kauf nicht mehr.

Die Nürburgring-Insolvenzverwalter betonen zwar gegenüber der EU-Kommission weiterhin, dass die Finanzierungssicherheit gegeben sei, arbeiten aber nach WirtschaftsWoche-Informationen im Geheimen schon an Auffanglösungen für die Zeit nach Capricorn.

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Die Angelegenheit ist brisant. Am Mittwoch will die EU-Kommission darüber befinden, ob der Verkauf an Capricorn europarechtskonform ablief. Eine zentrale Frage dabei ist die Finanzierungssicherheit – eines der entscheidenden Kriterien für den Zuschlag, so hatten es die Verkäufer den Bietern mitgeteilt.

Wie die Beschlussvorlage der Kommission zeigt, war die Finanzierungssicherheit laut eigenen Angaben von Insolvenz-Sachwalter Jens Lieser und Sanierungsgeschäftsführer Thomas B. Schmidt geprüft und positiv bewertet worden. Eigene Prüfungen hat die Kommission gemäß ihrer Beschlussvorlage nicht vorgenommen. Die Kommission stützt sich alleine auf die Angaben der Insolvenzverwalter – doch nun gerät das ganze Konstrukt ins Wanken.

Das Schweigen der Beteiligten

Die Beteiligten geben sich auf Nachfrage zu der offenbar nicht mehr existenten Finanzierungzusage der Deutschen Bank wortkarg. Capricorn-Chef Robertino Wild lässt auf Fragen der WirtschaftsWoche mitteilen, er sehe „keine Veranlassung, Fragen der Finanzierung zu beantworten.“ Eine Sprecherin von Insolvenz-Sachwalter Jens Lieser teilt zunächst mit, Capricorn habe die Finanzierung in der Sitzung des Gläubigerausschusses am 11. März 2014 „hinreichend und banküblich belegt“. Auf Nachfrage, ob es auch aktuell eine gültige Finanzierung über die Deutsche Bank gebe, gibt sie sich nicht minder zugeknöpft: „Bei Ihrer Frage handelt es sich um Interna, die das Vertragsverhältnis der Parteien betreffen und der Vertraulichkeit unterliegen. Daher können wir uns hierzu nicht äußern. Wir bitten um Verständnis.“ Die Deutsche Bank äußerte sich auf Anfrage nicht.

Zahlungsaufschub für Capricorn Nürburgring-Investor hat Ärger mit EU-Kommission

Der Automobilzulieferer Capricorn hat für die Zahlung der zweiten Nürburgring-Kaufpreisrate von fünf Millionen Euro einen Aufschub bis zum 31. Oktober bekommen. Trotzdem will er am Kauf festhalten.

Nürburgring Quelle: dpa

Offener reden Lieser und Schmidt derweil bereits mit unterlegenen Bietern. Sie versuchen offensichtlich schon, einen Nachfolge-Käufer für ihren finanzschwachen Favoriten Capricorn zu gewinnen. Nach WirtschaftsWoche-Informationen trafen sich Lieser und seine Mannschaft am Donnerstag in Berlin mit dem US-Technologieunternehmen Nexovation und am Montag in London mit dem Konsortium um Finanzinvestor HIG Capital. Beide waren mit ihren Offerten für den Nürburgring von den Insolvenzverwaltern sowie der von ihnen für den Verkauf beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG nicht berücksichtigt worden. Wie die WirtschaftsWoche aus Verhandlungskreisen erfuhr, hat Lieser sowohl bei Nexovation wie auch bei HIG vorgefühlt, ob diese sich vorstellen könnten, den Kaufvertrag von Capricorn zu übernehmen.

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1 Kommentar zu Capricorn in Not: Nürburgring-Verkauf vor dem Aus

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