Cathay Pacific und Singapore Airlines: Die Servicekönige schlagen zurück

Cathay Pacific und Singapore Airlines: Die Servicekönige schlagen zurück

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von Rüdiger Kiani-Kreß

Asiatische Fluggesellschaften wie Cathay Pacific und Singapore Airlines leiden unter der starken Konkurrenz von Golf-Airlines und Billigfliegern. Jetzt besinnen sie sich auf ihre Stärken.

Fluglinien-Chefs in Europa oder Nordamerika blickten lange wehmütig nach Asien. Während sich etwa die Lufthansa oder Air France von starken Gewerkschaften, teuren Flughäfen oder Widerstand der Airport-Anwohner bremsen lassen mussten, ging es asiatischen Airlines besser. Linien wie Singapore Airlines‚ Cathay Pacific aus Hongkong, Koran Airlines und – mit Abstrichen auch Fluglinien aus Japan wie All Nippon – erlebten himmlische Zustände.

Harten Wettbewerb gab es selten - und wenn waren es eher Servicekämpfe als Preiskriege. Die Arbeitnehmervertreter waren zahm und die Flughafenkosten günstig. Platzte ein Airport aus allen Nähten, baute der Staat kurzerhand einen neuen und pflanzte dafür notfalls wie in Hongkong, der koreanischen Hauptstadt Seoul und dem japanischen Osaka kurzerhand künstliche Inseln ins Meer.

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Die paradiesischen Zeiten sind vorbei. Alle asiatischen Traditionslinien bis hin zu den lange grundsoliden Marktführern Singapore und Cathay flogen in den vergangenen zwei Jahren zumindest an oder in die Verlustzone. Die Linien der zweiten Garde, darunter Garuda aus Indonesien und Thai, mussten kräftig schrumpfen und Malaysia Airlines konnte nur vom Staat gerettet werden.

Konkurrenz aus den Golfstaaten trifft asiatische Airlines hart

Die Ursachen für diesen Wandel sind die gleichen wie in Europa: die arabischen Fluggesellschaften Etihad, Qatar Airways sowie Emirates und die Billigflieger. „Besonders die Golflinien treffen die asiatischen Gesellschaften empfindlicher als die Europäer“, so eine Studie der auf die Flugbranche spezialisierten Marktforscher von Capa.

Für ein paar Jahre fielen Asiens Airlines im Angesicht der Angreifer in Schockstarre. Jetzt kehren besonders die Marktführer zurück und setzen sich mit alten Tugenden zur Wehr: schnelleres Management, mehr Flüge und besseren Service an Bord.

Top 10 Fluglinien nach der Anzahl der Passagiere weltweit

  • Platz 10

    Air China
    Anzahl der Passagiere im Jahr 2014: 54,58 Millionen

    Quelle: IATA / STATISTA

  • Platz 9

    Lufthansa
    Anzahl der Passagiere im Jahr 2014: 59,85 Millionen

  • Platz 8

    Easyjet
    Anzahl der Passagiere im Jahr 2014: 62,31 Millionen

  • Platz 7

    China Eastern Airlines
    Anzahl der Passagiere im Jahr 2014: 66,17 Millionen

  • Platz 6

    Ryanair

    Anzahl der Passagiere im Jahr 2013: 86,37 Millionen

  • Platz 5

    American Airlines
    Anzahl der Passagiere im Jahr 2014: 87,83 Millionen

  • Platz 4

    United Airlines
    Anzahl der Passagiere im Jahr 2014: 90,44 Millionen

  • Platz 3

    China Southern Airlines
    Anzahl der Passagiere im Jahr 2014: 100,68 Millionen

  • Platz 2

    Southwest Airlines
    Anzahl der Passagiere im Jahr 2014: 129,09 Millionen

  • Platz 1

    Delta Air Lines
    Anzahl der Passagiere im Jahr 2014: 129,43 Millionen

Die Wende zum Gegenangriff fällt den Fluglinien aus Fernost leichter als den Europäern, so die Capa-Spezialisten: „Denn im Grunde haben sie anders als die Linien der alten Welt meist keine grundlegende Schwäche in ihrem Geschäftsmodell.“

Die großen Linien aus Asien starteten zwar wie die europäischen Traditionslinien mit staatlicher Zuwendung in Form von geschenkten Flugzeugen und weiteren Finanzhilfen für den laufenden Betrieb. Dazu kamen Sachleistungen wie zum Beispiel verbilligte Hotels, wenn Umsteiger auf dem Weg nach Australien oder in den Rest Asiens ein paar Tage in Thailand oder Malaysia als Stop-Over bleiben wollten. Denn die Gesellschaften waren zunächst eher eine Art Agentur zur Wirtschaftsförderung.

Cathay Pacific Wie die asiatische Nobel-Linie dem Wettbewerb trotzt

Cathay Pacific drängt wieder nach Europa. Dabei zeigt die Hongkonger Edel-Airline europäischen Linien, wie sie mit der Bedrohung durch die Linien vom persischen Golf leben können.

Fünf-Sterne-Fluggesellschaft Cathay Pacific Quelle: PR

Sie sollten ihre Heimatstandorte wie die Philippinen, Indonesien und Hongkong so gut wie möglich an die Welt anzubinden, damit möglichst viele Touristen und Unternehmer kommen konnten. Und zwar auch unabhängig davon, ob nun eine Linie aus dem Rest der Welt die eigene Metropole oder die eigenen Urlaubsregionen wie Bali und Phuket anflog oder nicht.

Singapore Airlines blieb eine Art Start-up

Hongkong, Singapur sowie abgeschwächt Malaysia und Japan gingen noch einen Schritt weiter und machten ihre Flugtöchter mehr oder weniger zu echten Unternehmen mit Privatinvestoren. Dazu ließen sie Konkurrenten im Land zu. Korea etwa entschied sich für den Lufthansa-Partner Asiana neben Korean Air. In Taiwan kam Eva Air neben China Airlines zum Zug. Darum bleib etwa Singapore Airlines zwar in öffentlicher Hand, doch am Ende immer eine Art Start-up: schnell, kundenorientiert und kostenbewusst.

Wie Cathay investierte auch viele andere Fluggesellschaften Asiens in Top-Service mit guten Flugzeugsesseln, neuesten Jets, Top-Lounges und gut ausgebildetes Personal. Das brachte ihnen bei Qualitätsprüfern wie Skytrax aus Großbritannien reihenweise die Höchstnote Fünf-Sterne, was bislang außer Qatar Airways nur Linien der Region gelang.

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