Champions League: Finale ist ein teures Fan-Vergnügen

Champions League: Finale ist ein teures Fan-Vergnügen

Bild vergrößern

Ein Plakat mit Werbung für das Finale der Champions League.

von Markus Fasse und Joachim Hofer

Die Preise für Hotelzimmer verzehnfachen sich, Schwarzmarkt-Tickets gibt es für Tausende Euro: Das Champions-League-Wochenende kommt Fußball-Fans teuer zu stehen. Hoteliers und Händler setzen zur großen Abzocke an.

Es gibt schönere Gegenden als das Bahnhofsviertel in München. Trotzdem ist das "Best Western Hotel Cristal" bei Geschäftsreisenden und Touristen beliebt. Schließlich liegt das Haus zentral und bietet ordentlichen Service zu vernünftigen Preisen.

Morgen Abend sieht das allerdings anders aus. 995 Euro soll das Doppelzimmer kosten, das ist mehr als das Zehnfache des normalen Preises. Das Frühstück ist in diesem Sondertarif übrigens nicht enthalten.

Anzeige

Denn dieser Samstag ist kein normaler Tag in der bayerischen Landeshauptstadt. Seit Wochen laufen die Vorbereitungen für das große Finale in der Champions League auf Hochtouren. Seitdem klar ist, dass der FC Bayern München gegen den Londoner Klub Chelsea die Chance hat, den Titel im eigenen Stadion zu holen, gibt es kein Halten mehr.

Wirtschaftsfakten der Champions League

  • Prämien

    In der Saison 2010/2011 schüttete die Uefa insgesamt 754,1 Millionen Euro an die 32 Teilnehmer der Champions League aus. Neben einer Antrittsprämie von 3,9 Millionen gab es 550.000 Euro für jedes Vorrundenspiel, 400.000 Euro für ein Remis und 800.000 für einen Sieg in der Gruppenphase.
    Die Qualifikation für das Achtelfinale war der Uefa 3 Millionen Euro wert, für das Viertel- und das Halbfinale gab es 3,3 und 4,2 Millionen Euro Prämie. Während sich der unterlegene Finalist mit 5,6 Millionen Euro trösten durfte, kassierte Sieger Barcelona für den Titel satte 9 Millionen Euro.

  • Market Pool

    Neben den Siegprämien werden an die Vereine Anteile des Market Pools ausgeschüttet, in dem die Einnahmen durch Fernsehgelder gesammelt sind. In der vergangenen Saison waren das 341 Millionen Euro.
    Der Anteil der einzelnen Teams ist dabei neben der Menge an Spielen auch von den im eigenen Land bezahlten Fernsehgeldern abhängig und der Ligaplatzierung des Vorjahres abhängig. So konnte Manchester United als unterlegener Finalist 2011 trotzdem insgesamt knapp 2 Millionen Euro mehr einnehmen als Sieger Barcelona.

  • Solidarzahlungen

    Ein Teil der Prämien gingen zudem an Mannschaften, die bereits in einer der Qualifikationsrunden ausgeschieden sind. Jeder gescheiterte nationale Meister erhielt 200.000 Euro Antrittsprämie, jedes Team 130.000 Euro für das Erreichen der nächsten von insgesamt drei Runden, also maximal 590.000 Euro.

  • So viel Geld bekamen die Klubs

    Die Einnahmen ausgewählter Teams in der Champions-League-Saison 2011:

    FC Barcelona: 51,025 Millionen Euro
    Manchester United: 53,197 Millionen Euro
    Real Madrid: 39,822 Millionen Euro
    FC Schalke: 39,288 Millionen Euro
    Inter Mailand: 37,982 Millionen Euro
    Bayern München: 32,562 Millionen Euro

  • Sponsoren

    Die Uefa lässt in jeder Drei-Jahres-Periode nur maximal acht Hauptsponsoren für die Champions League zu, deren Branchen sich nicht überschneiden dürfen. Im Moment sind das die Firmen Ford, Mastercard, Sony Ericsson, Sony Europe, Playstation als Marke der Sony Computer Entertaintmend Europa, UniCredit und in allen Ländern, in denen Alkoholwerbung erlaubt ist, Heineken. Adidas als Lieferant des offiziellen Spielballs ist nur Ausrüster und damit Nebensponsor.
    Die Vereine dürfen weiterhin ihren persönlichen Hauptsponsoren auf dem Trikot tragen, allerdings nur diesen einen. Der Mediawert der aktuell sieben Hauptsponsoren der Champions League wird auf 15 Millionen Euro geschätzt. Für die kommenden drei Jahre stehen als Sponsoren bereits Heineken, UniCredit, Ford, Mastercard und Playstation fest.

  • Fernsehrechte

    Die Übertragungsrechte an der Champions League werden ebenfalls alle drei Jahre für die kommenden drei Spielzeiten vergeben, getrennt nach Free-TV- und Pay-TV-Sendern. Während in der Saison 2011 noch Sky Deutschland und Sat1 die Spiele übertragen, übernahm das ZDF ab Sommer 2012 für drei Jahre die Berichterstattung im Free-TV.
    Die Rechte gelten für ein Spiel pro Matchwoche sowie die Übertragung des Finals und des Super Cups – online und im Fernseher. Außerdem umfasst der Vertrag das Zeigen von Spielzusammenfassungen anderer Partien. Offizielle Zahlen zu den Kosten der Rechte gibt es nicht, Experten schätzen den Preis pro Jahr aber auf über 50 Millionen Euro.

Zehntausende Fans aus England erwartet

Neben den 62 500 Plätzen im Stadion werden mehrere Hunderttausend Fußballbegeisterte das Spiel auf Großbildleinwänden oder in Kneipen in der Stadt verfolgen.

Alleine aus England haben sich 30.000 Fans angekündigt. Hoteliers, Händler und Fluggesellschaften reiben sich die Hände angesichts dieses Massenansturms - und setzen zur großen Abzocke an.

Der Schwarzmarkt treibt Blüten: Wer sich noch im letzten Moment einen Sitzplatz in der Arena im Norden der Stadt sichern will, muss beim Internetauktionshaus Ebay mindestens 1 000 Euro hinlegen, einige Verkäufer verlangen sogar das Dreifache.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%