China-Zug: Deutsche Bahn halbiert Transportzeit

China-Zug: Deutsche Bahn halbiert Transportzeit

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Die Bahn-Tochtergesellschaft DB Schenker Rail pendelt mittlerweile bis zu sieben Mal pro Woche zwischen Deutschland und China.

von Christian Schlesiger

Die Deutsche Bahn etabliert sich als ernsthafte Alternative zur See- und Luftfracht für Asientransporte.

Im sogenannten China-Zug fährt der Konzern Waren von Asien nach Deutschland und umgekehrt über die Schiene in nur 20 bis 23 Tagen, teilweise nur 19 Tagen. Damit reduziert sich die Laufzeit der Güter im Vergleich zum Seeweg um etwa die Hälfte.

Schon seit Herbst 2011 transportiert die Konzerntochter DB Schenker Rail für den Autohersteller BMW Zulieferteile für den Geländewagen X1 und X3 bis zur Fertigungsstätte in Shenyang. Bis zu sieben Mal pro Woche pendelt der China-Zug so zwischen Leipzig und der Millionenmetropole an der Ostküste Chinas. Bei der Bahn gilt das Projekt als Erfolg.

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Ursprünglich ging das Management in der Planung von zwei bis drei Fahrten pro Woche aus. Für den Druckerhersteller Hewlett-Packard fährt die Deutsche Bahn zudem einmal pro Woche Elektronikgeräte von der 2.500 Kilometer südlich gelegenen Stadt Chongqing nach Leipzig.

Ziel der Bahn ist es, den Zugtransport für andere Kunden als Alternative zur See- und Luftfracht zu etablieren. Der Seeweg gilt zwar als langsame, aber dafür extreme preiswerte Transportvariante. Die Bahn kostet Spediteuren etwa zwei bis vier Mal so viel. Der See-Transport von Asien nach Deutschland dauert dafür je nach Endziel etwa 40 bis 45 Tage und damit doppelt so lange. Cargo-Airlines sind mit drei bis fünf Tagen zwar schneller, aber dafür deutlich teurer als die Bahn.

Fahrtzeit könnte weiter reduziert werden

Noch kämpft die Deutsche Bahn um Anerkennung des Angebots. BMW und Hewlett-Packard sind derzeit die einzigen Kunden. Allerdings werde die Deutsche Bahn zunehmend von Unternehmen aufgefordert, bei Logistikausschreibungen auch die Bahnvariante zu berechnen. „Für weitere Kunden haben wir zudem schon Testverkehre aus Chongqing nach Deutschland durchgeführt“, sagte Projektchef Daniel Wieland. „Ich bin zuversichtlich, dass wir noch in diesem Jahr weitere Kunden verkünden können.“

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Für den China-Zug wäre das wichtig, denn bislang fahren die Züge meist nur in eine Richtung mit vollen Wagen – für BMW nach China und für HP aus China. Um die Auslastung zu erhöhen, fährt der Konzern die Wagen daher zum Teil von Shenyang leer in das 250 Kilometer entfernte Chongqing. Doch um die Transporte dauerhaft wirtschaftlich betreiben zu können, braucht die Bahn zusätzliche Neukunden.Die Fahrtzeit könnte in Zukunft noch weiter reduziert werden. China baut das Schienennetz derzeit massiv aus. „Wenn die geplanten Projekte abgeschlossen sind, gewinnen wir weitere zwei Tage an Fahrtzeit“, sagt Wieland. Neuralgische Punkte seien weiterhin die Grenzübergänge zwischen China und Russland oder Kasachstan. Dort müssen die Container auf Züge für eine andere Spurweite verlegt werden. Dafür fehlen wichtige Terminalkapazitäten.

Erfreut und überrascht zeigt sich Wieland dagegen über das Transitland Kasachstan. Der Bahntransport läuft dort „wie ein Uhrwerk“. Teilweise schafften die Züge dort 1000 Kilometer pro Tag.

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