Creditreform-Studie: Zahl der Firmenpleiten in Deutschland steigt

Creditreform-Studie: Zahl der Firmenpleiten in Deutschland steigt

Der Schlecker-Nachfolger Dayli, das Modelabel "Herr von Eden", der Insel Verlag - allein in den letzten Tagen gab es drei größere Unternehmenspleiten. Damit stehen die drei nicht allein: Immer mehr Firmen melden Insolvenz an.

Anfang Juni meldete der Türkei- Reiseveranstalter GTI Travel Insolvenz an, rund 5.000 Urlauber saßen erst einmal im Urlaub fest, weitere Reisende schauten an deutschen Flughafen in die Röhre. Kurz darauf erwischte es zwei Fußballclubs: Der Verein Alemannia Aachen und der Regionalligist Wuppertaler SV haben auch kein Geld mehr. Am sechsten Juni wurde bekannt, dass mehr als jedes vierte der rund 2000 Krankenhäuser in Deutschland von der Insolvenz bedroht ist und auch das Hamburger Modelabel "Herr von Eden" muss den Hammer fallen lassen. Am heutigen Donnerstag wurde dann bekannt, dass der österreichische Schlecker-Nachfolger Daily noch vor dem geplanten Deutschland-Start einen Antrag auf Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eingebracht hat. Und das sind nur die medienwirksamen Pleiten eines Monats gewesen.

Die deutsche Ratingagentur Creditreform meldet, dass allein im ersten Halbjahr 2013 rund 15.430 Unternehmen Insolvenz angemeldet haben. Das ist ein Plus von 3,4 Prozent. Und es soll nicht besser werden: "Wir rechnen mit 30.000 bis 31.000 Firmeninsolvenzen", sagte Creditreform-Chefökonom Michael Bretz. Das wäre ein Zuwachs zwischen sechs und knapp zehn Prozent. Grund sei die Konjunkturschwäche im Winterhalbjahr 2012/13 und als Sondereffekt das Hochwasser im Süden und Osten. "Das wird sich bemerkbar machen." Im vorigen Jahr waren die Insolvenzen noch um sechs Prozent auf den tiefsten Stand seit 2000 gesunken.

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Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen leiden unter der Situation: So erhöhte sich die Zahl der Insolvenzfälle im Umsatzsegment bis 100.000 Euro um 8,4 Prozent, im Segment bis 250.000 Euro Jahresumsatz um 6,9 Prozent. Deutliche Zuwächse sind auch in der Umsatzklasse von fünf bis 25 Millionen Euro festzustellen (plus 22,4 Prozent). Dagegen gab es bei noch größeren Unternehmen weniger Insolvenzfälle. Kleingewerbetreibende machten 47,8 Prozent aller Insolvenzen aus (Vorjahr: 44,2 Prozent).

Unterteilt nach Unternehmensalter zeigt sich ein Anstieg der Insolvenzen insbesondere bei älteren Unternehmen. Bei den mehr als zehnjährigen Unternehmen war ein Plus von 16,1 Prozent zu verzeichnen. Junge Firmen, deren Gründung erst wenige Jahre zurückliegt, waren dagegen nicht so stark betroffen. So sank in der Gruppe der bis zweijährigen Unternehmen die Zahl der Insolvenzen beispielsweise deutlich um 9,6 Prozent.

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