Das sucht Deutschland : Die beliebtesten Begriffe 2015

Das sucht Deutschland : Die beliebtesten Begriffe 2015

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"Warum haben Katzen Angst vor Gurken?" Auch mit diesen Fragen beschäftigen sich die Server von Google.

von Thorsten Firlus

Die Suchmaschine Google zeigt die beliebtesten Fragen des Jahres, die die Deutschen stellen. Dabei gibt es einen Überraschungssieger.

Wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum? Mit diesen Worten begann in der Kindheit vieler Menschen die Sesamstraße, die viele Dinge erklärte. Heute fragt die Menschheit Google. Aus dem einstigen Register für einzelne Worte ist eine mitdenkende Maschine geworden, die banale Fragen erläutern kann.

„Warum ist die Banane krumm?“ Ein Evergreen, der schon die Sendung mit der Maus zu einem Filmbeitrag inspirierte. Das kann man 2015 selbstverständlich nochmal googlen. Wer die 30 am häufigsten eingegebenen Fragen, die mit „was“, „warum“ oder „wie“ beginnen, überfliegt, muss dennoch stutzen.

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„Wie heißt du?“ – an wen richtet der Suchende diese Frage? Was erhofft er? Spaßige Repliken, wie sie Apples Sprachsteuerung Siri gibt, wenn sie sich Blödelfragen anhören muss? Auskunft über das innere Ich? Die Fragen der Fragenden lösen Fragen aus. „Wie spät ist es?“ – welches technische Gerät, das in der Lage ist, über das Internet Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen, besitzt keine Uhr? Was haben die Menschen vor, die „Wie ist meine IP?“ zur am häufigsten gestellten Wie-Frage in 2015 in Deutschland machten? In Deckung gehen vor der NSA? Lediglich die Frage „Wie wird das Wetter?“ (Platz 2) lässt einen noch an das Schlaue im Menschen glauben, auch wenn Platz 4 – „Wie geht es dir?“ -  und Platz 9 – „Wie alt bin ich?“ – am klaren Menschenverstand der Nutzer des Suchdienstes zweifeln lassen müssen. Und dass sich eine lexikalische Frage wie „Wie hoch ist der Eiffelturm?“ (Platz 7), die wie gemacht ist für eine Suchmaschine nur drei Plätze vor „Wie heißt das Lied?“ schieben konnte, macht wenig Hoffnung.

Kaum weniger erstaunlich, nach was die Menschen mit dem Wort 'Was' am Anfang der Frage am häufigsten suchen. Ein Volk der ideenlosen Köche. „Was koche ich heute?“ belegt Platz 1 und das Jahr 2015 kann sich auf die Fahne schreiben, dass es das Wort „Pegida“ so weit brachte, dass es als zweithäufigste Frage in der Liste landete mit „Was ist Pegida?“. Und das darf man sich wirklich fragen. Die Konsumgewohnheiten der Menschen scheinen weit weniger profan zu sein, als es auf Anhieb den Anschein hat. Der gute alte Brief scheint ein beliebtes Kommunikationsmittel zu sein, denn noch vor „Was kommt heute im TV?“ schiebt sich „Was kostet ein Brief?“ auf Platz 3. Die Liebe, das rätselhafte Ding ist hingegen von Moden nicht zu erschüttern. Ein solider Platz im Mittelfeld für die Suche „Was ist Liebe?“. Soziologen mögen sich also entspannt zurücklehnen – es gibt noch Menschen, die sich für Liebe interessieren.

Dass sich mathematische Probleme „Was ist 0 geteilt durch 0?“ (Platz 7) ebenso einen festen Platz in Suchrankings sichern können, wie medizinische Probleme – „Was hilft gegen Sodbrennen?“(Platz 8)  – mag ebenso wenig erstaunen wie die Frage nach der beruflichen Zukunft einer Schülergeneration, die bei G8 auch gar keine Zeit hat, sich groß Gedanken über die eigenen Pläne zu machen ­– "Was soll ich studieren?“. Nur böse Spötter können jedoch annehmen, dass „Was ist mein Auto wert?“ sich erst durch den Dieselskandal von VW Ende des Jahres auf Platz 9 der beliebtesten Suchanfragen mit dem Wort Was… dorthin schob. Aber was war mit der Pastinake? Welche Kochshow hat sie zur Allerweltszutat erkoren, welches Diät sie ins Zentrum ihrer Kalorienstrategie gestellt, welche sexuelle Ausrichtung sie zur Steigerung der Lust empfohlen? „Was sind Pastinaken?“ mogelte sich auf Platz 10 und das Wurzelgemüse dürfte sich wohl seit langem nicht mehr über so viel Aufmerksamkeit gefreut haben.

Das Warum – die große Frage. Die nach dem Sinn. Die nach der Erklärung. Die nach dem Masterplan. Das Warum ist geeignet für die großen Dinge im Universum. Doch „Warum ist die Banane krumm?“ schafft es auf Platz 2 gleich nach „Warum ist der Himmel blau?“.  Der typische Googlesucher scheint ahnungslos von Ernährung zu sein, Kinder zu wollen und gerne an der Ampel einen Kavalierstart hinzulegen, damit er schneller zu Hause bei seiner Katze ist. „Warum nehme ich nicht ab?“, „Warum werde ich nicht schwanger?“, „Warum ist scharfes Anfahren zu vermeiden?“ liegen in der Reihenfolge vor „Warum schnurren Katzen?“. Und zum Glück schafft es dann doch noch ein brandaktuelles Thema, das in den vergangenen Wochen dank zahlreicher Videos von erschrockenen Katzen aufkam, auf Platz 10 der Warum-Fragen. Es zeigt – die großen Fragen sind den Menschen wichtig: „Warum haben Katzen Angst vor Gurken?“ Was die Suchmaschine übrigens nicht weiß, ist eine Antwort auf die Frage: "Warum suchen Menschen auf Google?“

 

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