Deag-Hauptversammlung: Aktionäre vertrauen Chef Peter Schwenkow

Deag-Hauptversammlung: Aktionäre vertrauen Chef Peter Schwenkow

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Peter Schwenkow, Aufsichtsratsvorsitzender Deutsche Entertainment AG.

von Florian Zerfaß

Trotz schmaler Renditen und gestrichener Dividende: Die Deag-Hauptversammlung verlief unerwartet ruhig. Die Aktionäre vertrauen Vorstandschef Peter Schwenkow und seiner Mannschaft, der Vorstand wurde mit großer Mehrheit entlastet. Eine Überraschung aber gab es.

Selbst Wolf Gramatke staunte nicht schlecht. „So etwas hatte ich auch noch nicht“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutsche Entertainment AG (Deag). Der Grund: Kein einziger Aktionär hatte sich auf der von Gramatke geleiteten Hauptversammlung des börsennotierten Berliner Konzertveranstalters am Donnerstagvormittag zu Wort gemeldet. So schloss der Aufsichtsratschef die in der Tagesordnung vorgesehene Aussprache - ohne Aussprache. „Unüblich“ sei das, wiederholte Gramatke später noch zwei Mal.

Das Interesse war offenkundig gering: Nicht mehr als etwa 50 Aktionäre und Aktionärsvertreter hatten sich in Berlin eingefunden. Sie repräsentierten nur gut die Hälfte des stimmberechtigten Kapitals. Erst als Gramatke später schon die Abstimmungen erläuterte, meldete sich doch noch ein Aktionär zu Wort und fragte nach den Gründen für den Wechsel des Wirtschaftsprüfers. Bereits aus der Tagesordnung ging hervor, dass die BDO AG die Deag künftig nicht mehr prüfen wird, den Abschluss 2014 hatte sie kritisch unter die Lupe genommen und nur eingeschränkt testiert. Die Deag schlug den Aktionären in der Tagesordnung vor, künftig RoeverBroennerSusat prüfen zu lassen.

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Der Grund für den Wechsel, den Gramatke dem Aktionär daraufhin nannte, hat es in sich: BDO selbst will die Deag nicht mehr prüfen. Man habe BDO eingeladen, ein Angebot zu machen, BDO habe aber keines abgegeben. Ein ungewöhnlicher Vorgang, dass Wirtschaftsprüfer ein börsennotiertes Unternehmen nicht mehr prüfen wollen.

BDO-Wirtschaftsprüfer wollen Deag nicht mehr prüfen

In ihren Bestätigungsvermerk für den Jahresabschluss 2014 hatten die BDO-Prüfer auch eine Warnung des Vorstands aufgenommen, dass bei deutlichen Abweichungen von den Prognosen für die drei neuen Deag-Rockfestivals eine Situation eintreten könne, die den Konzern im Bestand gefährdet. Auf diese Warnung ging Vorstandschef Peter Schwenkow in seinem Bericht nicht näher ein – die anwesenden Aktionäre gaben sich damit dennoch zufrieden und sprachen der Deag-Führung ihr Vertrauen aus. Mit gut 97 Prozent entlasteten sie den Vorstand, mit 94 Prozent den Aufsichtsrat. Selbst den Vorschlag, die Dividende zu streichen, akzeptierten die Anleger. Sogar nahezu einstimmig: 99,9 Prozent votierten mit Ja.

Die zehn größten Musikfestivals nach Umsatz 2014

  • Rang 10

    Das Bravalla Festival in Schweden zog im vergangenen Jahr fast 60.000 Besucher an. Die spülten 16,3 Millionen US-Dollar in die Kassen der Betreiber.

    Quelle: Pollstar

  • Rang 9

    70.000 Besucher lockten die Betreiber von Rock im Park im vergangenen Jahr nach Nürnberg. Damit machten sie einen Umsatz von 16,7 Millionen US-Dollar.

  • Rang 8

    Das Lollapalooza Chile spielte einen Umsatz von 16,8 Millionen US-Dollar ein. Verkauft wurden dafür 110.000 Tickets.

  • Rang 7

    Zum Stagecoach in den USA kamen 190.000 Besucher. Die Betreiber machten damit im vergangenen Jahr einen Umsatz von 18,6 Millionen US-Dollar.

  • Rang 6

    Das Outside Lands Music & Arts Festival in San Francisco lockte mehr als 200.000 Besucher. Der Umsatz betrug 19 Millionen US-Dollar.

  • Rang 5

    Rock am Ring ist das größte deutsche Festival. Im vergangenen Jahr kamen 82.000 Besucher zum Nürnburgring und sorgten für einen Umsatz von mehr als 20 Millionen US-Dollar.

  • Rang 4

    Das Lollapalooza in den USA lockte vergangenes Jahr 300.000 Festival-Besucher. Die Betreiber machten einen Umsatz von 28,8 Millionen US-Dollar.

  • Rang 3

    Zehn Millionen US-Dollar mehr spielte Austin City Limits Music in den USA ein. 450.000 Tickets verkauften die Veranstalter.

  • Rang 2

    Das zweit-umsatzstärkste Festival der Welt ist das Mysteryland – ein Festival das ebenfalls in den USA stattfindet. 48 Millionen US-Dollar betrug der Umsatz 2014. Verkauft werden mussten dafür nur 40.374 Tickets.

  • Rang 1

    Das umsatzstärkste Festival der Welt ist das Coachelle Valley Music & Arts Festival. 579.000 Besucher generierten vergangenes Jahr einen Umsatz von 78 Millionen US-Dollar.

Grund für kritische Nachfragen hätte es dabei genug gegeben. Schwenkow zeichnete zwar ein rosiges Bild der Lage, nannte aber nahezu keine Zahlen zu brenzligen Punkten. „Wir sind mit den Ergebnissen 2014 zufrieden“, sagte Schwenkow, die Deag habe „große Projekte auf den Weg gebracht“, 2015 wolle die Deag weiter wachsen. „Profitabel wachsen“, wie er hinzufügte. Dabei hatte die Deag den Gewinn 2014 um gerade mal 40.000 Euro von 0,98 Millionen Euro im Vorjahr auf 1,02 Millionen Euro gesteigert, was eine Nettorendite auf den Umsatz von nur 0,59 Prozent ergibt.

Doch Schwenkow konzentrierte sich auf andere Aspekte: Die großen Chancen des neuen, eigenen Ticketportals „myticket.de“, mit dem die Deag an den Tickets für ihre Veranstaltungen mehr verdienen will als wenn diese über Fremdanbieter verkauft werden. Und er sprach über die Vorzüge seiner Rockfestival-Strategie. Mit der Übernahme des britischen Konzertveranstalters Kilimanjaro Live und der Frankfurter Wizard Promotions, so Schwenkow, habe die Deag „ein deutsch-englisches Powerhouse für Festivals“ geschaffen.

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