Defizitäre Nachtzüge: Deutsche Bahn plant alternatives Konzept

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Die Deutsche Bahn will das defizitäre Nachtzuggeschäft outsourcen - und stattdessen nachts mehr ICE fahren.

von Christian Schlesiger

Die Deutsche Bahn will das Geschäft mit den defizitären Schlafwagen outsourcen und stattdessen nachts mehr ICE fahren. Eine Exklusivmeldung.

Die Deutsche Bahn will das defizitäre Nachtzuggeschäft mit Schlafwagen im Laufe des kommenden Jahres an die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) outsourcen. Das erfuhr die WirtschaftsWoche aus Unternehmenskreisen. Einen entsprechenden Plan will der Konzern dem Aufsichtsrat auf der morgigen Sitzung vorstellen. Gespräche mit den ÖBB laufen derzeit. Die Österreicher betreiben bereits die Nachtreisezüge Wien-Hamburg und Wien-Düsseldorf durchgehend.

Die wichtigsten Baustellen der Bahn 2015

  • S-Bahn Berlin

    Von Mitte Januar bis Anfang Mai wird auf der Nord-Süd-Verbindung der Oberbau, die Leit- und Sicherungstechnik und der Tunnel unter die Lupe genommen. In dieser Zeit ist die Strecke zwischen Gesundbrunnen und Yorkstraße gesperrt. Von Ende August bis Ende November wird außerdem eine Brückenkonstruktion am erst 2006 eröffneten Berliner Hauptbahnhof saniert. Fernzüge halten dann im unteren Teil des Kreuzungsbahnhofs.

  • Hannover-Göttingen

    Mitte Mai sollen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwölf Weichen erneuert werden. Während der Bauzeit wird die Strecke gesperrt. Der Fernverkehr wird von Hannover über die alte Strecke nach Göttingen umgeleitet. Das dauert 30 Minuten länger.

  • Köln-Frankfurt

    Von Mitte April bis Mitte Mai werden auf der ICE-Strecke 44 Kilometer Schienenstrang ausgewechselt. Dazu wird die Strecke durch den Westerwald an vier Wochenenden gesperrt. Die Züge werden dann am Rhein entlang fahren. Die Fahrzeit verlängert sich um 60 Minuten.

  • Köln-Aachen

    Die Strecke bekommt von Ende Juni bis Mitte August auf 22 Kilometern neue Gleise. Fernzüge fahren einen Umweg über Venlo und brauchen dafür 45 Minuten länger. Auf der Route Köln-Siegen werden im gleichen Zeitraum 35 Kilometer Gleise renoviert. Davon sind in der Bauzeit 77 Nahverkehrszüge betroffen, die durch Busse ersetzt werden.

  • Mannheim-Stuttgart

    Von Mitte September bis Ende Oktober werden auf der Schnelltrasse Gleise und Weichen ausgetauscht. Dafür wird die Strecke zwischen Kraichtal und Stuttgart-Zuffenhausen zeitweise gesperrt. Die Umleitung über die alte Strecke kostet 40 Minuten Fahrzeit.

  • Nürnberg-Ansbach

    Von Anfang März bis April wird ein zehn Kilometer langer Streckenabschnitt saniert. Zeitweise ist eine Sperrung nötig. Die Fernzüge der Linie Nürnberg-Karlsruhe werden über Treuchtlingen umgeleitet. Das dauert 40 Minuten länger als sonst.

  • München-Ingolstadt

    Auf dieser Route wird voraussichtlich noch bis August 2015 die Schienentechnik erneuert, damit Züge künftig dort mit Tempo 200 fahren können. Dabei muss ein alter Damm saniert, Gleise erneuert und neue Signalkabel verlegt werden. Ein Teil der Fernzüge muss über Augsburg umgeleitet werden. Das führt zu einer 30 Minuten längeren Fahrzeit.

Parallel dazu will die Bahn den Nachtverkehr mit eigenen ICE-Zügen ausbauen. „In den Aufsichtsratsunterlagen ist von bis zu zehn ICE die Rede, die nachts durch Deutschland fahren“, sagte ein Aufsichtsratsmitglied der WirtschaftsWoche. Diese Züge wären dann ohne Schlafwagen und Schlafsessel unterwegs. Derzeit betreibt die Deutsche Bahn bereits vereinzelt ein paar ICE, die auch nachts zum Einsatz kommt. So startet etwa ein ICE auf dem Weg nach Düsseldorf in München gegen Mitternacht. Die Deutsche Bahn wollte sich zu den geplanten Maßnahmen vor der morgigen Aufsichtsratssitzung nicht äußern.

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Fest steht jedenfalls, dass die Deutsche Bahn eigene Nachtzüge in der klassischen Variante mit Schlafmöglichkeiten ab Mitte 2016 nicht mehr in Eigenregie betreiben will. Ab Mitte 2016 gebe es „keine weiteren Ansätze für Nachtreiseverkehre" in der mittelfristigen Planung, heißt es in den Aufsichtsratsunterlagen. Investitionen in die Fahrzeuge ließen sich wirtschaftlich nicht rechtfertigen.

Die Sparte schreibt nach Informationen der WirtschaftsWoche bei einem Jahresumsatz von rund 100 Millionen etwa 40 Millionen Euro Verlust.

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