Deutsche Annington: Die schöne Fassade und die Risiken dahinter

KommentarDeutsche Annington: Die schöne Fassade und die Risiken dahinter

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Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern hat sein operatives Ergebnis im ersten Halbjahr mehr als verdoppeln können.

von Harald Schumacher

Die Zahlen der Deutschen Annington sind glänzend. Doch das ist nur Fassade, hinter den Kulissen ist einiges noch vom alten Schlag – ein unkalkulierbares Risiko beim vermutlichen Aufstieg in den Dax.

Die Zahlen zum ersten Halbjahr 2015, die der größte deutsche Wohnungskonzern Deutsche Annington am Mittwoch präsentiert hat, sind glänzend. Punktgenau zum in Kürze bevorstehenden vermutlichen Dax-Aufstieg zeigt Vorstandschef Rolf Buch sich und das Unternehmen in Top-Performance: Steigende Erträge und Dividenden, kaum sichtbare Probleme bei der Integration der übernommenen Konkurrenten, Abschied von der Ära der Finanzinvestoren, die den Immobilienbestand auf Verschleiß fuhren, um die Bilanz zu optimieren.

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Nun ist unter ruhigeren Anteilseigenern Nachhaltigkeit angesagt, und der neue Name des aus Annington und Gagfah entstehenden Riesen-Konzerns – Vonovia – soll nach außen den Bruch mit der früheren Geschäftspolitik zu Lasten von Mietern und Bausubstanz deutlich machen.

Doch der nächste Skandal kann morgen schon das schöne neue Image mitsamt des neuen Namens fundamental beschädigen. Im übernommenen Gagfah-Konzern, aber auch bei der Deutschen Annington selber, ist noch einiges vom alten Schlag: Mitarbeiter, die die Mieter längst noch nicht wie Buch fordert als „Kunden“ und damit als König sehen; Immobilien, die schon von außen trist und vergammelt wirken und innen nichts Besseres erwarten lassen; Konzernstrukturen, die an das glatte Bild des modernen Wohndienstleisters erst angepasst werden müssen.

Man kann Buch und den Annington-Aktionären nur die Daumen drücken, dass inzwischen genug Sicherheiten eingebaut sind in dem Konzern mit über 350.000 Wohneinheiten, damit Skandale um Schimmel in Schlafzimmern und verzweifelte Mieter, die keine handlungswilligen und handlungsfähigen Ansprechpartner finden, sich nicht mehr wiederholen. Eigene Handwerker und Gärtnerkolonnen etwa sollen sich besser kümmern um die Mieteranliegen als es anonyme Immobilienbetreuer getan haben. Klingt plausibel. Aber ob das reicht?

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Ist die Deutsche Annington erst einmal in der ersten Liga der deutschen Wirtschaft angekommen – im Dax – wird das öffentliche Interesse an Geschichten des Versagens nach altem Muster jedenfalls noch größer. Der angebliche geläuterte Konzern lebt in steter Gefahr, als rückfällig und unbelehrbar an den Pranger gestellt zu werden.

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