DB-Aufsichtsrat: EVG fordert Ende politischer Einflussnahme

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Die Gewerkschaft EVG fordert mehr Kompetenz und weniger politische Einflussnahme im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn.

von Christian Schlesiger

Die Bahngewerkschaft EVG fordert mehr unabhängige Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn. Bisher seien die Posten zu oft mit Politikern besetzt worden.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG fordert ein Ende der politischen Einflussnahme auf die Arbeit des Aufsichtsrates der Deutschen Bahn. „Die künftige Bundesregierung sollte mehr unabhängige Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft in den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn schicken“, sagte Alexander Kirchner, Vorsitzender der EVG und stellvertretender Aufsichtsratschef der Deutschen Bahn, der WirtschaftsWoche. „Bundestagsabgeordnete und Staatssekretäre sollten in Zukunft bei der Deutschen Bahn nicht mehr im Aufsichtsrat sitzen, nur so kann das Gremium frei und unabhängig agieren.“

Der Gewerkschafter glaubt, dass die immer wiederkehrenden Versuche der Politik in den zurückliegenden Wochen, über die Aufsichtsratsmandate Einfluss auf die Personalentscheidungen der Deutschen Bahn auszuüben, zu dem monatelangen Führungsvakuum im Konzernvorstand geführt haben. „Die permanente Einflussnahme von außen war ein echtes Problem“, sagte Kirchner. Immer wieder hätten sich Politiker für und gegen Vorstandskandidaten ausgesprochen und die Vorschläge der Findungskommission torpediert.

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Dies dürfe sich in den kommenden vier Jahren nicht wiederholen. „Ein Aufsichtsrat hat die Aufgabe, im Interesse und zum Wohle des Unternehmens zu agieren“, sagte Kirchner der WirtschaftsWoche. „Doch wie sollte sich beispielsweise ein Aufsichtsrat, der Politik für die Grünen macht, bei strategischen Fragen zu Stuttgart 21 verhalten, wenn seine Partei dieses Projekt ablehnt?“, fragt Kirchner. Oder ein liberaler Politiker, der Schienennetz und Betrieb am liebsten voneinander trennen wolle? „Politiker im Aufsichtsrat sind immer wieder mit unauflöslichen Interessenkonflikten konfrontiert.“

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