Deutsche Bahn: Auslandsgeschäft wird zur Stütze

KommentarDeutsche Bahn: Auslandsgeschäft wird zur Stütze

von Christian Schlesiger

Die Deutsche Bahn muss Rückgänge bei Umsatz und Gewinn verkraften. Doch während das Geschäft in Deutschland schwächelt, sorgt die Auslandstochter für gute Stimmung.

Die Deutsche Bahn leidet unter der schwächelnden Konjunktur, dem harten Winter und hartnäckigen Hochwasser. Der Umsatz sank in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 0,6 Prozent auf knapp 19,4 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis (Ebit)  verbuchte der Konzern gar ein Minus von 23 Prozent auf eine Milliarde Euro. Für das Gesamtjahr rechnet Finanzvorstand Richard Lutz daher nur noch mit einem Umsatzergebnis auf Vorjahresniveau. Das Konzern-Ebit werde wohl um 19 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro einbrechen. Nahezu alle Geschäftsfelder seien im Minus.

Während die Zahlen die Herausforderungen belegen, mit denen sich die Deutsche Bahn derzeit abkämpft, gibt aber auch eine Überraschung. Das Auslandsgeschäft des Konzerns entwickelt sich prächtig. In den ersten sechs Monaten verbuchte DB Arriva 248 Millionen Euro mehr Umsatz als ein Jahr zuvor - ein Plus von 14 Prozent auf zwei Milliarden Euro. Damit wird die Konzerntochter, die Busse und Bahnen in 15 europäischen Ländern betreibt, zur wirtschaftlichen Stütze des Konzerns. Wie im Vorjahr, so lag der operative Gewinn auch in diesem Halbjahr erneut bei 94 Millionen Euro.

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Umfrageergebnis Jeder dritte Fahrgast mit Bahn unzufrieden

Die Deutsche Bahn hat nach einer Umfrage ihr Ansehen bei den Kunden in den vergangenen Jahren nicht steigern können. Jeder dritte Befragte war mit dem bundeseigenen Verkehrsunternehmen unzufrieden.

huGO-BildID: 29058724 Reisende stehen auf dem Hauptbahnhof neben einem Fahrkartenautomaten am 05.12.2012 in Berlin. Die Deutsche Bahn erhöht ihre Fahrpreise zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember um durchschnittlich 2,8 Prozent. Foto: Jörg Carstensen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Damit zeigt sich, dass die Strategie, im Ausland Fuß zu fassen, durchaus Sinn ergibt. Zwar geht die Hälfte der Umsatzplus auf das Konto des zugekauften Osteuropageschäfts von Veolia. Die Deutsche Bahn hatte die Bus- und Bahnaktivitäten des französischen Konkurrenten im Mai dieses Jahres erworben und stieg somit "zum größten internationalen Betreiber von Personenverkehr in Osteuropa" auf. Neue Märkte wie Kroatien, Serbien und Slowenien kamen hinzu. Doch die andere Hälfte des Umsatzes sind auf Neuverträge zurückzuführen, die der Bahn-Konzern nach dem Arriva-Kauf im Jahr 2010 für sich entscheiden konnte.

Das Ausland wird damit zum Wachstumstreiber des Konzerns. In Deutschland schwächeln nämlich vor allem die Konzerntöchter im Regional- und Güterverkehr. Um die Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten, kündigte der Bahnvorstand zwei Kostenprogramme an. Bei DB Regio sei ein neues Wettbewerbskonzept in Arbeit, das "langfristig dafür sorgen" soll, dass sich Regio in einem veränderten Wettbewerbsumfgeld behaupten kann. Viele Verkehrsverbünde und Landesgesellschaften schreiben die Beschaffung und Wartung von Zügen inzwischen separat aus. DB Regio kam damit in den vergangenen Monaten und Jahren immer schlechter zurecht.

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