Deutsche Bahn: Bahn erwartet Milliardenverlust

Deutsche Bahn: Bahn erwartet Milliardenverlust

, aktualisiert 02. Dezember 2015, 10:09 Uhr
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Die Deutsche Bahn wird Medienberichten zufolge dieses Jahr erstmals seit mehr als zehn Jahren Verluste machen.

Die Bahn steht vor einem tiefgreifenden Umbau mit erheblichen Kosten. Vorstandschef Rüdiger Grube will am 16. Dezember den Aufsichtsrat und die Öffentlichkeit informieren.

Die Deutsche Bahn stürzt nach Medienberichten in diesem Jahr tief in die roten Zahlen. Unterm Strich werde sie einen Milliardenverlust verbuchen, wobei neben Sonderbelastungen wegen des Lokführerstreiks im Frühjahr vor allem die Kosten für den Konzernumbau durchschlügen. Der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Mittwoch) zufolge wird der Konzernumsatz zwar über die Marke von 40 Milliarden Euro steigen. Damit verbunden sei aber ein Nachsteuerverlust von knapp 1,3 Milliarden Euro. Das sei der erste Verlust seit mehr als einem Jahrzehnt.

Ein Bahnsprecher wollte diese Zahlen auf Anfrage nicht bestätigen. „Der Vorstand wird dem Aufsichtsrat am 16. Dezember ein mehrjähriges Programm für mehr Qualität, mehr Kunden und mehr Erfolg vorlegen“, sagte er am Mittwoch. Danach werde die Bahn die Öffentlichkeit über die Inhalte informieren.

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Die wichtigsten Baustellen der Bahn 2015

  • S-Bahn Berlin

    Von Mitte Januar bis Anfang Mai wird auf der Nord-Süd-Verbindung der Oberbau, die Leit- und Sicherungstechnik und der Tunnel unter die Lupe genommen. In dieser Zeit ist die Strecke zwischen Gesundbrunnen und Yorkstraße gesperrt. Von Ende August bis Ende November wird außerdem eine Brückenkonstruktion am erst 2006 eröffneten Berliner Hauptbahnhof saniert. Fernzüge halten dann im unteren Teil des Kreuzungsbahnhofs.

  • Hannover-Göttingen

    Mitte Mai sollen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwölf Weichen erneuert werden. Während der Bauzeit wird die Strecke gesperrt. Der Fernverkehr wird von Hannover über die alte Strecke nach Göttingen umgeleitet. Das dauert 30 Minuten länger.

  • Köln-Frankfurt

    Von Mitte April bis Mitte Mai werden auf der ICE-Strecke 44 Kilometer Schienenstrang ausgewechselt. Dazu wird die Strecke durch den Westerwald an vier Wochenenden gesperrt. Die Züge werden dann am Rhein entlang fahren. Die Fahrzeit verlängert sich um 60 Minuten.

  • Köln-Aachen

    Die Strecke bekommt von Ende Juni bis Mitte August auf 22 Kilometern neue Gleise. Fernzüge fahren einen Umweg über Venlo und brauchen dafür 45 Minuten länger. Auf der Route Köln-Siegen werden im gleichen Zeitraum 35 Kilometer Gleise renoviert. Davon sind in der Bauzeit 77 Nahverkehrszüge betroffen, die durch Busse ersetzt werden.

  • Mannheim-Stuttgart

    Von Mitte September bis Ende Oktober werden auf der Schnelltrasse Gleise und Weichen ausgetauscht. Dafür wird die Strecke zwischen Kraichtal und Stuttgart-Zuffenhausen zeitweise gesperrt. Die Umleitung über die alte Strecke kostet 40 Minuten Fahrzeit.

  • Nürnberg-Ansbach

    Von Anfang März bis April wird ein zehn Kilometer langer Streckenabschnitt saniert. Zeitweise ist eine Sperrung nötig. Die Fernzüge der Linie Nürnberg-Karlsruhe werden über Treuchtlingen umgeleitet. Das dauert 40 Minuten länger als sonst.

  • München-Ingolstadt

    Auf dieser Route wird voraussichtlich noch bis August 2015 die Schienentechnik erneuert, damit Züge künftig dort mit Tempo 200 fahren können. Dabei muss ein alter Damm saniert, Gleise erneuert und neue Signalkabel verlegt werden. Ein Teil der Fernzüge muss über Augsburg umgeleitet werden. Das führt zu einer 30 Minuten längeren Fahrzeit.

Die Deutsche Bahn bereitet einen tiefgreifenden Umbau des Konzerns vor, es sei der größte Umbau seit Umwandlung des Bundesunternehmens in eine Aktiengesellschaft 1994, berichtet die „Welt“ (Mittwoch). Zugleich sehe das Programm vor, akute Ärgernisse der Bahnkunden abzustellen, unter anderem durch neue Informationssysteme an den Bahnsteigen. Das Problem der Zugverspätungen wolle die Bahn endlich in den Griff bekommen. Auch das Angebot im Fernverkehr solle verbessert werden.

Mit mehr als 295 000 Beschäftigten (Stand Ende 2014) gehört die Bahn zu den größten Arbeitgebern Deutschlands. Im vergangenen Jahr hatte die Bahn bei einem Umsatz von 39,7 Milliarden Euro einen Gewinn von 988 Millionen Euro ausgewiesen. Ursprünglich wollte die Bahn diesen Gewinn in diesem Jahr übertreffen.

Vorstandschef Rüdiger Grube hatte unlängst eine umfassende und weitreichende Reform angekündigt. Dem „Handelsblatt“ zufolge wird allein die Sanierung des Güterverkehrs 700 Millionen Euro kosten, weitere 1,3 Milliarden Euro müssten abgeschrieben werden. Dies sei eine „Notoperation“ an der verlustreichen Tochter, berichtet die „Welt“. Der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwoch) zufolge wird der Bund als Eigentümer für dieses Jahr dennoch wie vorgesehen eine Dividende über 850 Millionen Euro bekommen.

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Der Vorstand habe die Zukunftspläne der Bahn an den Aufsichtsrat geschickt, sie seien in einem „Gelbbuch“ gebündelt, wie die Zeitung weiter schreibt. Danach sollen die Züge künftig pünktlicher fahren. Derzeit schafften nur 74 Prozent der Fernzüge, nicht später als fünf Minuten nach der geplanten Ankunftszeit am Bahnhof einzutreffen. 2016 soll diese Quote auf 80 Prozent steigen, langfristig sollen 85 Prozent erreicht werden, im Regionalverkehr seien 95 Prozent geplant.

Von 2016 an soll nach Informationen der „Welt“ auch das Angebot im Fernverkehr deutlich verbessert werden. Unter anderem sei geplant, dass überarbeitete Anzeigetafeln Fahrgäste bei Gleiswechseln der Züge oder veränderter Wagenreihung schneller zu ihren Zügen leiten.

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