Deutsche Bahn: Bahn muss Gewinneinbruch hinnehmen

Deutsche Bahn: Bahn muss Gewinneinbruch hinnehmen

, aktualisiert 28. Juli 2015, 13:33 Uhr
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Das spiegelverkehrte Logo der Deutschen Bahn in Berlin an der Glasfassade des Hauptbahnhofes.

Die Gewinne der Deutschen Bahn sind im ersten Halbjahr dieses Jahres eingebrochen. Vorstandschef Rüdiger Grube führte das auf die Lokführer-Streiks und mehrere Unwetter zurück.

Ein Gewinneinbruch zwingt die Deutsche Bahn zu einem radikalen Konzernumbau. Bahnchef Rüdiger Grube führte den deutlichen Ergebnisrückgang im ersten Halbjahr vor allem auf die Lokführer-Streiks und mehrere Unwetter zurück. „Wir haben bewegte Wochen hinter uns“, sagte Grube.

Angesichts der anhaltenden Ertragsschwäche und Problemen in mehreren Geschäftsfeldern hatte der Bahnchef bereits im Vorfeld einen Konzernumbau angekündigt. Ziel ist es, das bundeseigene Unternehmen effizienter, wettbewerbsfähiger und profitabler zu machen.

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Die wichtigsten Baustellen der Bahn 2015

  • S-Bahn Berlin

    Von Mitte Januar bis Anfang Mai wird auf der Nord-Süd-Verbindung der Oberbau, die Leit- und Sicherungstechnik und der Tunnel unter die Lupe genommen. In dieser Zeit ist die Strecke zwischen Gesundbrunnen und Yorkstraße gesperrt. Von Ende August bis Ende November wird außerdem eine Brückenkonstruktion am erst 2006 eröffneten Berliner Hauptbahnhof saniert. Fernzüge halten dann im unteren Teil des Kreuzungsbahnhofs.

  • Hannover-Göttingen

    Mitte Mai sollen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwölf Weichen erneuert werden. Während der Bauzeit wird die Strecke gesperrt. Der Fernverkehr wird von Hannover über die alte Strecke nach Göttingen umgeleitet. Das dauert 30 Minuten länger.

  • Köln-Frankfurt

    Von Mitte April bis Mitte Mai werden auf der ICE-Strecke 44 Kilometer Schienenstrang ausgewechselt. Dazu wird die Strecke durch den Westerwald an vier Wochenenden gesperrt. Die Züge werden dann am Rhein entlang fahren. Die Fahrzeit verlängert sich um 60 Minuten.

  • Köln-Aachen

    Die Strecke bekommt von Ende Juni bis Mitte August auf 22 Kilometern neue Gleise. Fernzüge fahren einen Umweg über Venlo und brauchen dafür 45 Minuten länger. Auf der Route Köln-Siegen werden im gleichen Zeitraum 35 Kilometer Gleise renoviert. Davon sind in der Bauzeit 77 Nahverkehrszüge betroffen, die durch Busse ersetzt werden.

  • Mannheim-Stuttgart

    Von Mitte September bis Ende Oktober werden auf der Schnelltrasse Gleise und Weichen ausgetauscht. Dafür wird die Strecke zwischen Kraichtal und Stuttgart-Zuffenhausen zeitweise gesperrt. Die Umleitung über die alte Strecke kostet 40 Minuten Fahrzeit.

  • Nürnberg-Ansbach

    Von Anfang März bis April wird ein zehn Kilometer langer Streckenabschnitt saniert. Zeitweise ist eine Sperrung nötig. Die Fernzüge der Linie Nürnberg-Karlsruhe werden über Treuchtlingen umgeleitet. Das dauert 40 Minuten länger als sonst.

  • München-Ingolstadt

    Auf dieser Route wird voraussichtlich noch bis August 2015 die Schienentechnik erneuert, damit Züge künftig dort mit Tempo 200 fahren können. Dabei muss ein alter Damm saniert, Gleise erneuert und neue Signalkabel verlegt werden. Ein Teil der Fernzüge muss über Augsburg umgeleitet werden. Das führt zu einer 30 Minuten längeren Fahrzeit.

Die Bahn schloss einen Stellenabbau nicht aus. Seine konkreten Vorstellungen wolle er am 16. Dezember dem Aufsichtsrat vorlegen, kündigte Grube in Berlin an. „Wir werden jetzt die Ärmel aufkrempeln.“ Kritik, er reagiere zu spät, wies der Konzernchef zurück. Die Bahn ist mit rund 196.000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in Deutschland. Im Ausland hat sie gut 100.000 Mitarbeiter.

Im ersten Halbjahr sank das Ergebnis nach Steuern von 642 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 391 Millionen Euro, ein Minus von gut 39 Prozent. Das operative Ergebnis verringerte sich um fast ein Fünftel auf 890 Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich von Januar bis Juni um 1,3 Prozent auf 20 Milliarden Euro.

„Die Streiks haben unseren Kunden viel Geduld abverlangt“. Die Ausstände hätten die Mitarbeiter zudem viel Kraft gekostet, dem Unternehmen seien wichtige Einnahmen entgangen, sagte Grube. Er bezifferte den wirtschaftlichen Schaden in den Jahren 2014 und 2015 auf insgesamt rund 500 Millionen Euro. Der lange Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer ist mittlerweile gelöst.

Finanzchef Richard Lutz korrigierte die Jahresprognose des Konzerns nach unten. Das operative Ergebnis (Ebit) werde bei mindestens zwei Milliarden Euro liegen, damit mindestens 200 Millionen Euro niedriger als noch im März geplant. Im Vorjahr hatte es 2,1 Milliarden Euro betragen. Unterm Strich wird für 2015 nun ein Gewinn von ungefähr einer Milliarde Euro angepeilt - etwa so viel wie 2014. Im März waren noch mindestens 1,1 Milliarde Euro erwartet worden

Die Ertragslage der Bahn ist seit längerem angespannt. Von mittelfristigen Wachstumszielen musste sich Grube bereits verabschieden. Die Schulden des Staatskonzerns sind seit Jahresbeginn um 1,4 Milliarden Euro auf 17,6 Milliarden Euro gestiegen.

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