Deutsche Bahn: Bahngewerkschaft EVG droht mit Streiks vor Weihnachten

Deutsche Bahn: Bahngewerkschaft EVG droht mit Streiks vor Weihnachten

Im Tarifkonflikt bei der Bahn hat die Gewerkschaft EVG mit Streiks noch vor Weihnachten gedroht. Ein Streik könne auch parallel zu Lokführerstreiks der GDL stattfinden.

Nach der ergebnislosen dritten Tarifrunde hat die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG den Ton gegenüber der Deutschen Bahn[DBN:UL] verschärft und mit Streiks in der Vorweihnachtszeit gedroht. "Es liegt am Arbeitgeber. Wir können auch vor Weihnachten noch streiken, wenn wir nicht vorankommen", sagte der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner dem Magazin "Focus" laut Vorabbericht am Sonntag. Ein Ausstand könne auch parallel zu Lokführerstreiks der Konkurrenzgewerkschaft GDL stattfinden. "Dabei interessiert uns nicht, was die GDL macht", fügte Kirchner hinzu.

Das sind die Bahngewerkschaften GDL und EVG

  • Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer

    Die 1867 als Verein Deutscher Lokomotivführer gegründete GDL hat rund 34.000 Mitglieder. In ihr sind nach Gewerkschaftsangaben rund 80 Prozent der Lokführer bei der Deutschen Bahn und zahlreiche Zugbegleiter organisiert. Die GDL gehört dem Deutschen Beamtenbund an.

  • Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft

    Die EVG entstand 2010 aus der Fusion von Transnet und GDBA und hat rund 210.000 Mitglieder. Die Vorgängerin Transnet wurde 1896 gegründet und gehörte zum Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Die 1948 gegründete Gewerkschaft Deutscher Bundesbahnbeamter und Anwärter (GDBA) hatte Mitglieder aus allen Sparten von Bahn bis Bus. Sie gehörte dem Deutschen Beamtenbund an, kooperierte zuletzt aber in einer Tarifgemeinschaft mit Transnet.

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Ein EVG-Sprecher ergänzte dem Magazin zufolge, allein die Beschäftigten in der Stromversorgung der Bahn und in den Stellwerken könnten das Bahn-Netz vollständig blockieren und damit den gesamten Bahnverkehr still legen. Erste Warnstreiks seien ab 3. Dezember denkbar. Am 3. Dezember will sich die EVG-Tarifkommission erneut mit einem Angebot der Bahn zur Lösung des verhärteten Tarifkonflikts befassen. Getrennte Verhandlungen von EVG und GDL mit der Bahn am Freitag hatten keinen Durchbruch gebracht. Die Gespräche sollen aber fortgesetzt werden.

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Die EVG will für ihre Mitglieder sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber eine Steigerung der Gehälter um 150 Euro. Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Lohn, 37 statt 39 Stunden Wochenarbeitszeit sowie bessere Schichtpläne. Kern des Konfliktes ist jedoch, dass die GDL nicht mehr wie früher allein für die Lokführer, sondern auch für ihre Mitglieder unter den Zugbegleitern und Rangierführern eigene Verträge abschließen will, was bisher die EVG gemacht hat. Die EVG will im Gegenzug zum GDL-Vorstoß auch für die Lokführer unter ihren Mitgliedern sprechen. Die Bahn lehnt verschiedene Verträge für dieselbe Beschäftigtengruppe jedoch ab.

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