Deutsche Bahn: Deutsche Bahn will Stellen abbauen

Deutsche Bahn: Deutsche Bahn will Stellen abbauen

Konzernchef Rüdiger Grube zieht in der Gütersparte die Notbremse. Er will Stellen bei Schenker Rail abbauen. Die Gewerkschaft appelliert deshalb an die Politik.

Bahnchef Rüdiger Grube hat angesichts anhaltender Verluste bei DB Schenker Rail einen Stellenabbau in der Gütersparte angekündigt. „Wir stellen derzeit das Geschäftsmodell des Schienengüterverkehrs explizit auf den Prüfstand“, sagte Grube der Zeitung „Welt am Sonntag“. Es gehe darum, die wirtschaftliche Stabilität und die Zukunftsfähigkeit des Konzerns zu sichern. „Es wird auch so sein, dass im Zuge der Umstrukturierung Arbeitsplätze verloren gehen.“ Konkrete Zahlen nannte Grube nicht.

Er kündigte jedoch an, dass die Schienengütertochter der Deutschen Bahn in diesem Jahr Verluste machen werde. Nach den Streiks der Lokführergewerkschaft GDL seien acht bis zehn Prozent der Kunden nicht zurückgekommen.

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Die wichtigsten Firmenübernahmen der deutschen Bahn

  • Stinnes/Schenker

    Sparte: Spedition

    Deutschland 2002

    Wert: 2500 Mio. Euro

  • BAX Global

    Sparte: Spedition

    USA 2006

    Wert: 1300 Mio. Euro

  • EWS

    Sparte: Schienenverkehr

    Großbritannien 2007

    Wert: 370 Mio. Euro

  • Transfesa

    Sparte: Schienenverkehr

    Spanien 2007

    Wert: 130 Mio. Euro

  • Spain-Tir

    Sparte: Personenverkehr

    Spanien 2007

    Wert: 150 Mio. Euro

  • Laing Rail

    Sparte: Spedition

    Großbritannien 2008

    Wert: 170 Mio. Euro

  • Romtrans

    Sparte: Spedition

    Rumänien 2009

    Wert: 100 Mio. Euro

  • PCC Logistik

    Sparte: Schienenverkehr

    Polen 2009

    Wert: 450 Mio. Euro

  • Arriva

    Sparte: Personenverkehr

    Großbritannien 2010

    Wert: 3000 Mio. Euro

    Quelle: Deutsche Bahn

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) appellierte angesichts des drohenden Stellenabbaus an die Politik: „Wir sehen hier auch den Eigentümer in der Pflicht“, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. „Da sollte man sich überlegen, wie man da lenkend eingreift, um die Bahn zu stärken.“ Grund für die Probleme ist nach Ansicht der EVG auch die Verkehrspolitik, durch die Güter zunehmend auf der Straße statt auf der Schiene transportiert werden.

Die Gewerkschaft hatte erst Anfang des Monats vor einem „Kahlschlag“ in der Sparte gewarnt. Nach Informationen aus Arbeitnehmerkreisen erwägt der Konzern, bis zu 5000 Arbeitsplätze abzubauen und Hunderte Güterverkehrsstellen nicht mehr anzufahren. „Das sind Gedankenspiele auf Arbeitsebene, die in keiner Weise mit dem Vorstand abgestimmt sind“, hatte eine Bahnsprecherin damals gesagt.

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Schienen Quelle: dpa

Die Bahn hatte bereits im vergangenen Jahr im Schienengüterverkehr rote Zahlen geschrieben, Schenker Rail gilt im Konzern als Sorgenkind. Grube hatte zuletzt einen tiefgreifenden Konzernumbau angekündigt und auch einen Stellenabbau nicht ausgeschlossen. Die Pläne dazu sollen im Dezember vorliegen. DB Schenker Rail hat 31.000 Beschäftigte.

Probleme machen Grube zufolge die Verladestationen, an denen die Bahn Waren abholt oder abliefert. „20 Prozent dieser Güterstellen machen nur ein Prozent des Umsatzes“, sagte er dem Blatt. „Insgesamt müssen wir die Qualität und vor allem die Fixkosten intensiver hinterfragen.“ Klar sei, dass Verladestellen geschlossen werden müssten.

Betroffene Mitarbeiter sollen dem Bahnchef zufolge aber möglichst an anderer Stelle im Konzern unterkommen. „Bei der Bahn geht niemand in die Arbeitslosigkeit. Wir haben den internen Stellenmarkt, den Jobservice, dort wird man weitervermittelt und weiterqualifiziert, um anschließend eine andere Aufgabe im Unternehmen zu übernehmen“, betonte Grube.

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„Da wird er sich auch an seinen Worten messen lassen müssen“, sagte der EVG-Sprecher. Die Gewerkschaft warte auf „vernünftige Konzepte“. Die Bahn ist mit rund 196.000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in Deutschland. Im Ausland hat sie gut 100.000 Mitarbeiter.

Neben dem Umbau bei der Bahn wird Grube zufolge auch ein Verkauf von Unternehmensteilen diskutiert. „Wir prüfen zurzeit eine Kapitalbeteiligung Dritter an Arriva und Schenker“, sagte er der Zeitung. Im Fall der Bustochter Arriva könnte es bereits Ende 2016 zu einem Teilverkauf kommen, kündigte er an. „Bei Schenker wird es nicht so schnell gehen.“

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