Deutsche Bahn: Die Konjunktur trifft den Güterverkehr

exklusivDeutsche Bahn: Die Konjunktur trifft den Güterverkehr

von Christian Schlesiger

Die konjunkturelle Abkühlung in Europa trifft den Güterverkehr auf der Schiene. Die Deutsche Bahn bangt um die geplante Reform ihrer Transportsparte.

Der Schienengütertransport der Deutschen Bahn macht Konzernchef Rüdiger Grube Sorgen. Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres erlitt die Sparte ein Minus im mittleren einstelligen Prozentbereich – gemessen in Milliarden Tonnenkilometern, also der Transportmenge multipliziert mit der zurückgelegten Strecke. Das erfuhr die WirtschaftsWoche aus Konzernkreisen. Schon 2012 sank die Verkehrsleistung im europäischen Netzwerk der Bahn-Tochter DB Schenker Rail um mehr als fünf Prozent (siehe Grafik). In Deutschland lief es noch schlechter. Diese Entwicklung habe sich Anfang 2013 fortgesetzt, heißt es aus Konzernkreisen. Intern stelle man sich auf „harte Zeiten“ ein, so ein Insider. Ein Sprecher wollte die Zahlen nicht kommentieren, bestätigte aber, dass dem Unternehmen „der konjunkturelle Gegenwind“ entgegenblase. „Das können wir nach dem ersten Quartal deutlich feststellen.“ Die Transportrouten in den Süden etwa nach Spanien oder Italien bereiten derzeit der gesamten Branche Probleme. Die Deutsche Bahn als europäischer Marktführer macht zudem einen Großteil ihres Schienengütergeschäftes mit Kunden aus zyklischen Branchen wie Stahl und Auto.

Anders als die Konkurrenz setzt DB Schenker Rail aber nicht nur auf sogenannte Ganzzüge, die für Großkunden wie Volkswagen oder BASF große Gütermengen über lange Distanzen zwischen Standorten im Pendelverkehr transportieren. Schenker-Rail-Chef Alexander Hedderich will vor allem den Einzelwagenverkehr ausbauen. Hier werden die Züge an Drehkreuzen wie in Maschen bei Hamburg oder in Mannheim aus einzelnen Waggons zusammengestellt, die aus unterschiedlichen Regionen kommen. Beim kostenintensiven Einzelwagenverkehr verspüre DB Schenker Rail „eine stark rückläufige Nachfrage“, sagt ein Sprecher.

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DB Schencker Rail

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Der Mengenverlust kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Künftig sollen Ganz- und Einzelwagenzüge verstärkt nach festen Fahrplänen verkehren, wie dies im Personenverkehr der Fall ist. Damit das Konzept funktioniert, sind große Transportmengen und stabile Umläufe notwendig. Ursprünglich wollte der Konzern die ehrgeizige Idee bis 2014 umsetzen. Der Termin ist kaum zu halten.

Stattdessen konzentriert sich das Unternehmen darauf, Kosten zu senken. Unter dem Namen „Aktionsplan Deutschland“ hat DB Schenker Rail 2012 unrentable Güterwaggons verkauft, Verträge gekündigt und Preise erhöht. Dadurch hat sich der operative Gewinn 2012 immerhin auf 87 Millionen Euro im Vergleich zu 2011 nahezu verdreifacht. Der Umsatz stagnierte bei 4,9 Milliarden Euro.

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