Deutsche Bahn: EU-Kommission will Konzern zerschlagen

Deutsche Bahn: EU-Kommission will Konzern zerschlagen

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EU-Kommission: Keine Entwarnung für die Deutsche Bahn

von Silke Wettach

Brüssel dringt in einem Gesetzespaket auf die Trennung von Netz und Betrieb bis 2023 – und pocht im Interesse der Kunden auf mehr Wettbewerb auf der Schiene. Damit wäre das Geschäftsmodell der Deutschen Bahn tot.

In ihrem Kampf für mehr Wettbewerb auf Deutschlands Schienennetz legt die EU-Kommission nach. Im Dezember wird EU-Verkehrskommissar Siim Kallas nach Informationen der WirtschaftsWoche ein Gesetzespaket vorlegen, das die Deutsche Bahn zwingt, Netz und Betrieb bis zum Jahre 2023 zu trennen. In einer vorgeschalteten Übergangsphase müsste die Deutsche Bahn Netz und Betrieb deutlicher von einander abgrenzen, als das bisher der Fall ist. Somit wäre das aktuelle Geschäftsmodell der Deutschen Bahn tot. In einer eigens in Auftrag gegebenen Studie beziffert die Deutsche Bahn selbst die Kosten der Zerschlagung auf sechs Milliarden Euro. EU-Kommissionsbeamte halten die Zahl jedoch für unglaubwürdig.

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Verkehrskommissar Kallas sieht das Vierte Eisenbahnpaket als entscheidend für die Zukunft des Sektors in Europa: "Wenn die Kommission damit scheitert, dann werden die Eisenbahnen in Europa in der Versenkung verschwinden." Kalles will mit seiner Gesetzesinitiative den Anteil der Bahnen am Gesamtverkehr in Europa steigern. Bei der Fracht ist er zuletzt von 11,5 Prozent auf 10.2 Prozent zurückgegangen, beim Passagierverkehr stagniert er bei sechs Prozent.

Die Bahn in Zahlen

  • Umsatz

    Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2012 einen Umsatz von 19,5 Milliarden Euro (18,9 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2011 auf einen Umsatz von 37,90 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 34,41 Milliarden Euro.

  • Gewinn vor Zinsen und Steuern

    Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) beträgt 1,3 Milliarden Euro (1,1 Milliarden Euro).

  • Halbjahresergebnis

    Halbjahresergebnis: 794 Millionen Euro (648 Millionen Euro).

  • Mitarbeiter zum Jahresende

    Genau 284.319 hatte der Staatskonzern zum Jahresende 2011. Das waren gut 8000 mehr als ein Jahr zuvor. Mitarbeiter zum 30. Juni: 286 215 (30. Juni 2011: 284 319).

  • Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

    Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr: mehr als 1,0 Milliarde (973 Millionen). 2011 fuhren täglich rund 5,43 Millionen Menschen mit der Deutschen Bahn. 2010 waren es noch rund 5,34 Millionen.

  • Personenverkehr

    Die Züge der Bahn legten im vergangenen Jahr 79,2 Milliarden Personenkilometer zurück. Ein wenig mehr als ein Jahr zuvor (78,6 Milliarden Personenkilometer).

  • Beförderte Güter im Schienenverkehr

    Beförderte Güter im Schienenverkehr: 202,3 Millionen Tonnen (207,8 Millionen Tonnen).

  • Schienennetz

    Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter geschrumpft. 2011 waren es nur noch 33.576 Kilometer. Ein Jahr zuvor gab es noch 33.723 Kilometer Schiene.

In Deutschland sieht Kallas klare Anzeichen, dass die Deutsche Bahn Wettbewerber vom Markt fernhält, weil der Konzern als Netzbetreiber die Zugangskonditionen diktiert. Der Kommission liegen Beschwerden von Unternehmen vor, die von der Deutschen Bahn am Markteintritt gehindert wurden. Die EU-Kommission beobachtet auch mit Sorge, dass die Zahl der Unternehmen zurückgeht, die im Regionalverkehr bei Ausschreibungen gegen die Deutsche Bahn bietet.

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