Deutsche Bahn: Fernbusse stoppen Preisanstieg im ICE

Deutsche Bahn: Fernbusse stoppen Preisanstieg im ICE

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Weil die Konkurrenz so günstig ist, werden auch die Fahrkarten der Deutschen Bahn zum Fahrplanwechsel im Dezember nicht teurer.

von Christian Schlesiger

Dank der starken und noch immer deutlich günstigeren Konkurrenz auf der Straße, verzichtet die Deutsche Bahn auch in diesem Jahr auf Preiserhöhungen - mit einer einzigen Ausnahme.

Angenommen, die vorherige Bundesregierung hätte beim Fernbusmarkt 2013 alles so gelassen wie gehabt. Es würde heute keine Startups wie Meinfernbus, Flixbus, Deinbus und Postbus geben. Die Deutsche Bahn hätte, wie das bis 2012 Routine war, die Fahrpreise für den kommenden Fahrplan ab Dezember auch in diesem Jahr um rund zwei bis drei Prozent erhöht. Garantiert. 

Die wichtigsten Baustellen der Bahn 2015

  • S-Bahn Berlin

    Von Mitte Januar bis Anfang Mai wird auf der Nord-Süd-Verbindung der Oberbau, die Leit- und Sicherungstechnik und der Tunnel unter die Lupe genommen. In dieser Zeit ist die Strecke zwischen Gesundbrunnen und Yorkstraße gesperrt. Von Ende August bis Ende November wird außerdem eine Brückenkonstruktion am erst 2006 eröffneten Berliner Hauptbahnhof saniert. Fernzüge halten dann im unteren Teil des Kreuzungsbahnhofs.

  • Hannover-Göttingen

    Mitte Mai sollen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwölf Weichen erneuert werden. Während der Bauzeit wird die Strecke gesperrt. Der Fernverkehr wird von Hannover über die alte Strecke nach Göttingen umgeleitet. Das dauert 30 Minuten länger.

  • Köln-Frankfurt

    Von Mitte April bis Mitte Mai werden auf der ICE-Strecke 44 Kilometer Schienenstrang ausgewechselt. Dazu wird die Strecke durch den Westerwald an vier Wochenenden gesperrt. Die Züge werden dann am Rhein entlang fahren. Die Fahrzeit verlängert sich um 60 Minuten.

  • Köln-Aachen

    Die Strecke bekommt von Ende Juni bis Mitte August auf 22 Kilometern neue Gleise. Fernzüge fahren einen Umweg über Venlo und brauchen dafür 45 Minuten länger. Auf der Route Köln-Siegen werden im gleichen Zeitraum 35 Kilometer Gleise renoviert. Davon sind in der Bauzeit 77 Nahverkehrszüge betroffen, die durch Busse ersetzt werden.

  • Mannheim-Stuttgart

    Von Mitte September bis Ende Oktober werden auf der Schnelltrasse Gleise und Weichen ausgetauscht. Dafür wird die Strecke zwischen Kraichtal und Stuttgart-Zuffenhausen zeitweise gesperrt. Die Umleitung über die alte Strecke kostet 40 Minuten Fahrzeit.

  • Nürnberg-Ansbach

    Von Anfang März bis April wird ein zehn Kilometer langer Streckenabschnitt saniert. Zeitweise ist eine Sperrung nötig. Die Fernzüge der Linie Nürnberg-Karlsruhe werden über Treuchtlingen umgeleitet. Das dauert 40 Minuten länger als sonst.

  • München-Ingolstadt

    Auf dieser Route wird voraussichtlich noch bis August 2015 die Schienentechnik erneuert, damit Züge künftig dort mit Tempo 200 fahren können. Dabei muss ein alter Damm saniert, Gleise erneuert und neue Signalkabel verlegt werden. Ein Teil der Fernzüge muss über Augsburg umgeleitet werden. Das führt zu einer 30 Minuten längeren Fahrzeit.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Die Fernbuskonkurrenz auf der Straße zwingt die Bahn nun schon zum dritten Mal in Folge zum Verzicht auf Preiserhöhungen in großem Stil. Sparpreise und Bahncardrabatte bleiben erhalten. Nur auf ICE-Fahrten, die über die neue Strecke Erfurt-Leipzig-Halle führen, verlangt die Bahn künftig bis zu sieben Euro mehr pro Ticket. Allerdings sind die Züge dann auch schneller unterwegs. Von Frankfurt nach Leipzig verkürzt sich die Fahrt um 23 Minuten auf drei Stunden. 

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Die Bahn reagiert damit auf den harten Wettbewerb auf der Straße. Die Fernbusse "haben das Spiel verändert", sagt der neue Personenverkehrsvorstand Berthold Huber. Zum einen hätten sich zahlreiche Kunden für die preiswerten Fernbusse entschieden. Zum anderen habe sich "die Preiswahrnehmung verändert".

Unter Zugzwang durch Fernbusse

Hubers Aussagen machen deutlich, dass die Bahn in der Vergangenheit viel zu teuer war. Im Fernverkehr verfügte das Unternehmen über ein Quasi-Monopol. Natürlich gibt es Flieger und Autos. Doch die bewegen sich in einem ähnlichen Preisgefüge. Unter Zugzwang kam die Bahn erst, als es mit den Fernbussen deutlich preiswertere und flexiblerer Alternativen gab, die mit kostenlosem WLAN sogar teils besseren Service geboten haben. 

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Kostenloses WLAN will die Bahn frühestens ab Mitte 2016 anbieten. Grund sind die technischen Hürden bei der Entwicklung und dem Betrieb leistungsfähiger Mobilfunk-Verstärker. Doch die Handschrift des neuen Personenverkehrsvorstands Huber ist zu erkennen. Er will auf mehr Service setzen und die Bahn flexibler machen. Die Drei-Monats-BahnCard habe sich bewährt. Andere kurzfristige Preisangebote wolle er immer wieder neu im Markt testen. 

Der neu entfachte Wettbewerb um Mobilitätskunden ist damit ein Musterbeispiel, wie Konkurrenz das Geschäft belebt. Die Bundesregierung hätte alle Möglichkeiten, den Wettbewerb im Personenfernverkehr noch weiter anzuheizen. Sie könnte dafür sorgen, dass die Trassenpreise, die Bahnunternehmen für den Betrieb von Zügen zahlen müssen, sinken. Diese Maßnahme würde der Deutschen Bahn auch auf der Schiene Konkurrenz machen können. 

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