Deutsche Bahn im Umbau: Grubes Trio für das Kerngeschäft

Deutsche Bahn im Umbau: Grubes Trio für das Kerngeschäft

von Christian Schlesiger

Bahnchef Rüdiger Grube baut den Vorstand des Konzerns um. Dabei setzt er bei den operativen Sparten auf drei Manager, die ihn auch mal beerben könnten. Diese Männer bestimmen die Zukunft der Bahn.

Der lange erwartete Paukenschlag bleibt zunächst aus. Wenn Bahnchef Rüdiger Grube am Montag dem Aufsichtsrat seine Pläne zur Zukunft der Deutschen Bahn präsentiert, dann stehen vor allem personelle Neuerungen auf der Agenda. Die strukturellen Anpassungen sollen bis Ende des Jahres folgen.

Die wichtigsten Baustellen der Bahn 2015

  • S-Bahn Berlin

    Von Mitte Januar bis Anfang Mai wird auf der Nord-Süd-Verbindung der Oberbau, die Leit- und Sicherungstechnik und der Tunnel unter die Lupe genommen. In dieser Zeit ist die Strecke zwischen Gesundbrunnen und Yorkstraße gesperrt. Von Ende August bis Ende November wird außerdem eine Brückenkonstruktion am erst 2006 eröffneten Berliner Hauptbahnhof saniert. Fernzüge halten dann im unteren Teil des Kreuzungsbahnhofs.

  • Hannover-Göttingen

    Mitte Mai sollen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwölf Weichen erneuert werden. Während der Bauzeit wird die Strecke gesperrt. Der Fernverkehr wird von Hannover über die alte Strecke nach Göttingen umgeleitet. Das dauert 30 Minuten länger.

  • Köln-Frankfurt

    Von Mitte April bis Mitte Mai werden auf der ICE-Strecke 44 Kilometer Schienenstrang ausgewechselt. Dazu wird die Strecke durch den Westerwald an vier Wochenenden gesperrt. Die Züge werden dann am Rhein entlang fahren. Die Fahrzeit verlängert sich um 60 Minuten.

  • Köln-Aachen

    Die Strecke bekommt von Ende Juni bis Mitte August auf 22 Kilometern neue Gleise. Fernzüge fahren einen Umweg über Venlo und brauchen dafür 45 Minuten länger. Auf der Route Köln-Siegen werden im gleichen Zeitraum 35 Kilometer Gleise renoviert. Davon sind in der Bauzeit 77 Nahverkehrszüge betroffen, die durch Busse ersetzt werden.

  • Mannheim-Stuttgart

    Von Mitte September bis Ende Oktober werden auf der Schnelltrasse Gleise und Weichen ausgetauscht. Dafür wird die Strecke zwischen Kraichtal und Stuttgart-Zuffenhausen zeitweise gesperrt. Die Umleitung über die alte Strecke kostet 40 Minuten Fahrzeit.

  • Nürnberg-Ansbach

    Von Anfang März bis April wird ein zehn Kilometer langer Streckenabschnitt saniert. Zeitweise ist eine Sperrung nötig. Die Fernzüge der Linie Nürnberg-Karlsruhe werden über Treuchtlingen umgeleitet. Das dauert 40 Minuten länger als sonst.

  • München-Ingolstadt

    Auf dieser Route wird voraussichtlich noch bis August 2015 die Schienentechnik erneuert, damit Züge künftig dort mit Tempo 200 fahren können. Dabei muss ein alter Damm saniert, Gleise erneuert und neue Signalkabel verlegt werden. Ein Teil der Fernzüge muss über Augsburg umgeleitet werden. Das führt zu einer 30 Minuten längeren Fahrzeit.

Grube baut zunächst seinen Vorstand um. Aus acht Posten macht er sechs. Neuzugang Ronald Pofalla ist die umstrittenste Personalie, aber nicht die wichtigste. Pofalla übernimmt den Rechtsbereich. Das Kerngeschäft verantworten andere.

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Drei Personalien sind besonders spannend.

Volker Kefer

Kefer hatte seine Sache einfach zu gut gemacht – damals im Jahr 2010, als er im Auftrag der Deutschen Bahn vor der deutschen Öffentlichkeit den umstrittenen Bau des Stuttgarter Bahnhofs S21 verteidigte. Kefer war das Gesicht der Schlichtungsgespräche, die im Fernsehen live übertragen wurden. Er argumentierte ruhig und sachlich. Mit seiner besonnenen Art überzeugte er auch manch einen S21-Gegner.

Kefer leitete damals den Bereich Technik und Infrastruktur. Als Grube sein Ressort in zwei Bereiche aufteilte, hätte Kefer am liebsten die Zuständigkeit für die ICE- und Intercity-Technik übernommen – auch seine Frau war dafür, die ihn gerne aus der öffentlichen Schusslinie gesehen hätte. Doch Kefers Talent wurde vor allem dort gebraucht, wo die größten Baustellen zu erwarten waren: in der Infrastruktur. Die Bahn brauchte mehr Geld für die Sanierung von Brücken und Gleisen. Auch S21 drohte, weiter Meldungen zu produzieren. Grube überzeugte Kefer, das Geschäft mit dem Schienennetz und den Bahnhöfen weiter zu verantworten.

Bahn-Vorstand Konzernchef Grube will den Umbau

Bahnchef Grube steckt in der Klemme. Der Staatskonzern kommt mit seinen Geschäften nicht voran. Deshalb will Grube ihn umbauen. Im Aufsichtsrat muss er erklären, was dadurch wie besser werden soll.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube, will im Vorstand des Staatskonzerns umbauen. Quelle: dpa

Der Lohn für gute Arbeit: Kefer soll Grubes Stellvertreter werden. Diesen Posten hat es so bislang nicht gegeben. Gleichzeitig dürfte er auch den Bereich Technik von Heike Hanagarth übernehmen, die aus dem Vorstand ausscheidet. Der 59-jährige Kefer ist damit auch ein potenzieller Nachfolger des Bahnchefs. Grubes Vertrag läuft bis Ende 2017. Er will aber weiter machen.

Trotz einer insgesamt guten Leistung: In Kefers Bilanz fällt auch das Desaster am Mainzer Bahnhof vor zwei Jahren. Weil es damals zu wenige Fahrdienstleiter gab, konnte die Bahn den Bahnhof nicht mehr anfahren – bundesweite Zugausfälle und –verspätungen waren die Folge. Grube und Kefer machten jemand anders für die Blamage verantwortlich: 54, damals Vorstand Produktion der DB Netz AG, musste gehen.

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