Deutsche Bahn in der Krise: Watsche für den Vorstand

KommentarDeutsche Bahn in der Krise: Watsche für den Vorstand

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Der Vorstand der Deutschen Bahn hat die Ziele der Deutschen Bahn für das kommende Jahr verkündet

von Christian Schlesiger

Bahnchef Rüdiger Grube verkündet auf einer eigens anberaumten Pressekonferenz Reformen für pünktliche Züge. Doch die einzelnen Maßnahmen sind Selbstverständlichkeiten. Und der Aufsichtsrat ist empört.

Man muss sich fragen, ob Bahnchef Rüdiger Grube und die Aufsichtsräte gestern tatsächlich zusammen getagt und miteinander gesprochen haben. Fragt man den Konzernchef, so sei die Stimmung auf der gestrigen Aufsichtsratssitzung „harmonisch und konstruktiv“ gewesen, so Grube heute in Berlin. Die Kontrolleure hätten das Reformprogramm „Zukunft Bahn“ bestätigt, fuhr Grube fort. Alles gut, so scheint es. Restrukturierung präsentiert, diskutiert, akzeptiert.  

Doch so eindeutig ist das nicht. Hinter den Kulissen brodelt ist. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sah sich gleich nach der Veranstaltung der Bahn zur Klarstellung genötigt: „Die Arbeitnehmervertreter der EVG im Aufsichtsrat widersprechen der Darstellung der Deutschen Bahn, wonach der Aufsichtsrat in seiner gestrigen Sitzung ‚grünes Licht für die grundlegende Erneuerung der Eisenbahn in Deutschland‘ gegeben habe“, heißt es in einer Presseerklärung der EVG. Tatsächlich habe der gesamte Aufsichtsrat beschlossen, den Vorstand damit zu beauftragen, eine langfristige Strategie etwa für den Nah- und Güterverkehr sowie für die Instandhaltung zu entwickeln, erklärte Alexander Kirchner, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates und Vorsitzender der EVG - und das noch in diesem Jahr.

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Für den Vorstand der Deutschen Bahn wirkt  die Erklärung der EVG wie eine peinliche Klatsche. Eigentlich sollten am heutigen Tag die Maßnahmen im Vordergrund stehen, wie der Vorstand den Konzern aus der Krise führen will. Die Bahn schreibt in diesem Jahr erstmals seit Jahren einen Verlust, weil sie zwei Milliarden Euro an Sonderbelastungen einplant: für Abschreibungen auf die marode Güterbahnsparte und Restrukturierungskosten, die für den Konzernumbau nötig sind. Doch von einer breiten Unterstützung im Aufsichtsrat kann keine Rede sein.

Viel gehörte Versprechen

Ohnehin klingt das, was die Deutsche Bahn heute als Zukunftsprogramm vorgestellt hat, nicht wie der große Wurf. Zwar soll die Güterbahn kernsaniert werden, indem Verladestellen geschlossen und Arbeitsplätze gestrichen werden. Diese Maßnahmen gehen ans Eigemachte. Doch ansonsten haben Grube und sein Stellvertreter Volker Kefer Selbstverständlichkeiten präsentiert und als neue Strategie verkauft. Und sie haben viele Versprechen wiederholt, die man schon oft von ihnen gehört hat. Viele Aussagen lassen Zuhörer ratlos werden.

  • „Um mit dem Wichtigsten anzufangen“, begann Infrastrukturvorstand Kefer seine Rede, „wir glauben an die Zukunft der Bahn“.  
    Nichts anderes sollte man von einem Vorstand erwarten können.

  • Grube ergänzte: „Wir werden konsequenter. Und zwar vor allem im Hinblick auf Produktqualität und Kundenzufriedenheit.“
    Was anderes sollte ein Unternehmen in den Vordergrund stellen?
  • "Die Pünktlichkeit soll steigen", so Grube.
    Ist das nicht die DNA eines jeden Eisenbahnunternehmens?
  • Immerhin: Die Bahn richtet die internen Prozesse auf das Ziel der „Reisekettenpünktlichkeit“ aus. Denn, so Kefer, die überwiegende Mehrheit wolle eine „ungestörte Reisekette“ erleben.
    Doch fordern das Fahrgastverbände nicht schon seit Jahren?
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