Deutsche Bahn: Verhandlungen mit EVG enden ergebnislos

Deutsche Bahn: Verhandlungen mit EVG enden ergebnislos

, aktualisiert 21. November 2014, 12:38 Uhr
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Die Bahn hofft bis Weihnachten auf eine Einigung im Tarifstreit.

Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft EVG haben ihre Verhandlung ohne Annäherung beendet. Am Nachmittag soll es weitere Gespräche mit der GDL geben.

Nach knapp einer Stunde ist die dritte Verhandlungsrunde der Bahn mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ohne Annäherung beendet worden. Die Bahn habe am Donnerstagnachmittag einen umfangreicheren Ordner vorgelegt, dessen Inhalte die EVG in der Kürze der Zeit nicht habe prüfen können, sagte die Verhandlungsführerin der EVG, Regina Rusch-Ziemba, am Freitag in Frankfurt. Über Inhalte sei gar nicht gesprochen worden.

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber hält eine Einigung in dem Tarifkonflikt vor Weihnachten weiter für möglich: „Wir sprechen weiter. Das ist die gute Nachricht.“ Die Verhandlungen sollen am 12. Dezember in Frankfurt fortgesetzt werden. Die EVG fordert in der laufenden Tarifrunde 6 Prozent mehr Lohn. Zudem will die Gewerkschaft mit einer sozialen Komponente - einer Einkommenserhöhung von mindestens 150 Euro - insbesondere die unteren Lohngruppen stärken.

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Das sind die Bahngewerkschaften GDL und EVG

  • Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer

    Die 1867 als Verein Deutscher Lokomotivführer gegründete GDL hat rund 34.000 Mitglieder. In ihr sind nach Gewerkschaftsangaben rund 80 Prozent der Lokführer bei der Deutschen Bahn und zahlreiche Zugbegleiter organisiert. Die GDL gehört dem Deutschen Beamtenbund an.

  • Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft

    Die EVG entstand 2010 aus der Fusion von Transnet und GDBA und hat rund 210.000 Mitglieder. Die Vorgängerin Transnet wurde 1896 gegründet und gehörte zum Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Die 1948 gegründete Gewerkschaft Deutscher Bundesbahnbeamter und Anwärter (GDBA) hatte Mitglieder aus allen Sparten von Bahn bis Bus. Sie gehörte dem Deutschen Beamtenbund an, kooperierte zuletzt aber in einer Tarifgemeinschaft mit Transnet.

Halbe Milliarde Euro Schaden durch Bahnstreiks

Unmittelbar vor den Verhandlungen hatte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) vor neuen Streiks gewarnt. Die Arbeitsniederlegungen seien ein „Bremsklotz für die Konjunktur“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der Zeitung „Bild“. Nach mehreren Streiktagen belaufe sich die Schadensrechnung allein für die Wirtschaft auf mehr eine halbe Milliarde Euro. In der Vorweihnachtszeit wären Streiks „besonders bitter“. Der Weihnachtsmarkt- und Einkaufstourismus würde ausgebremst, sagte er.

Die Bahn selbst hofft auf eine Einigung bis Weihnachten. Der Personalvorstand der Bahn, Ulrich Weber, sagte vor der Fortsetzung der Tarifgespräche im ARD-Morgenmagazin: „Was wir heute schaffen müssen, ist, so was wie einen Fahrplan zustande zu bringen, wie wir die nächsten Wochen gestalten.“

Der Manager verwies auf die Angebote der Arbeitgeberseite: „Wir bringen etwas mit an den Tisch. Den Gewerkschaften liegen Angebote vor – sehr umfänglich, auch angesichts der Forderungspakete.“ Ob eine Einigung vor Weihnachten gelingen kann, lassen aber bislang alle Beteiligten offen.

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Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat in dem Tarifkonflikt seit Anfang September sechsmal den Bahnverkehr bestreikt. Sie will durchsetzen, dass nicht nur Lokführer, sondern auch andere Berufsgruppen des Zugpersonals GDL-Tarifverträge bekommen können.

Diese Gruppen, zum Beispiel die Zugbegleiter, werden bislang in der Tarifpolitik von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten. Insgesamt geht es um die Einkommen und Arbeitsbedingungen von rund 160.000 Eisenbahnern.

Die drei Tarifparteien verhandeln getrennt, nachdem eine Verständigung über gemeinsame Gespräche gescheitert war.

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