Deutsche Börse und LSE: So will sich die neue Superbörse aufstellen

Deutsche Börse und LSE: So will sich die neue Superbörse aufstellen

, aktualisiert 01. Juni 2016, 15:00 Uhr
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Sein Versprechen: „Frankfurt wird die Stadt des Dax bleiben“.

von Michael BrächerQuelle:Handelsblatt Online

Deutsche Börse und London Stock Exchange haben die Details ihrer Fusionspläne veröffentlicht. Beide Börsen wollen durch den Deal viel Geld sparen. Doch ein Risiko bleibt.

FrankfurtDie Fusion von Deutscher Börse und London Stock Exchange (LSE) nimmt Fahrt auf: Am Mittwoch präsentierten beide Börsen das Übernahmeangebot für ihre Aktionäre. Das Dokument umfasst 1100 Seiten und listet Chancen und Risiken der Börsenhochzeit auf.

Deutsche Börse und London Stock Exchange wollen gemeinsam eine europäische Superbörse bilden, die gemessen an ihrer Marktkapitalisierung in einer Liga mit den amerikanischen Konkurrenten CME und ICE spielen würde. Die Anleger beider Börsen sollen ihre Aktien gegen die einer neuen Holding tauschen, die in London angesiedelt ist. So wolle man „einen global führenden, in Europa verankerten Marktinfrastrukturanbieter schaffen“.

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Durch die Fusion wollen beide Konzerne viel Geld sparen. Die Umsatzsynergien sollen im fünften Jahr nach dem Deal bei rund 250 Millionen Euro pro Jahr liegen. Um dieses Ziel zu erreichen, fallen allerdings auch Kosten an: Von 100 Millionen Euro in den ersten zwei Jahren nach Abschluss des Deals ist die Rede. Schon im Vorfeld hatten beide Börsen angekündigt, dass durch die Hochzeit auch Umsatzsynergien in Höhe von 450 Millionen Euro anfallen sollen.

Doch ein Risiko bleibt, denn am 23. Juni stimmen die Briten darüber ab, ob sie die Europäische Union verlassen wollen. Beide Börsen wollen die Fusion auch dann durchziehen, wenn sich Großbritannien für ein Verlassen der Europäischen Union entscheidet. Die Aktionäre erhalten aber Zeit bis nach dem Brexit-Referendum, um dem Deal zuzustimmen.

Bei der Deutschen Börse müssen 75 Prozent der Anleger dem Aktientausch zustimmen, damit der Deal gelingt. Eine erste Abstimmung läuft bis zum 12. Juli, womöglich kann die Frist bis zum 18. Juli verlängert werden. Aktionäre der London Stock Exchange (LSE) stimmen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 4. Juli über die Fusion ab. Auch zahlreiche Aufsichtsbehörden müssen noch grünes Licht geben. Börsenchef Carsten Kengeter hatte kürzlich angekündigt, dass die Hochzeit wohl frühestens im kommenden Frühjahr unter Dach und Fach kommt. 

Quelle:  Handelsblatt Online
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