Deutsche Post kauft UK Mail: Nahkampf mit Amazon

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Mit der Übernahme von UK Mail geht die Deutsche Post ein Risiko ein.

von Jacqueline Goebel

Mit der Übernahme von UK Mail wagt sich die Deutsche Post auf gefährliches Terrain. Für den Onlinehandel ist Großbritannien der wichtigste Markt in Europa – aber auch der schwierigste. Vor allem dank Amazon.

Die Deutsche Post hat eine Mission. Die „Vereinigten Paketstaaten von Europa“ wolle er erschaffen, erklärte Paket-Vorstand Jürgen Gerdes noch vor einigen Wochen. Langsam wird klar, was er sich darunter vorstellt.

Die Post breitet sich aus auf dem europäischen Kontinent. In Österreich, Polen, in Skandinavien und einigen baltischen Staaten hat der Bonner Konzern bereits begonnen, ein Paketnetz aufzubauen. Jetzt kommt noch ein weiterer Markt dazu, der größte und wichtigste von allen: Mit der Übernahme von UK Mail will die Deutsche Post auch Großbritannien erobern.
Der Schritt ist folgerichtig: Ein vereinigtes Paketreich kann es ohne Großbritannien nicht geben. In keinem anderen europäischen Land hat der Onlinehandel so einen hohen Stellenwert. Keine andere Nation bestellt so fleißig und regelmäßig im Internet wie die Briten. Und die deutsche Post möchte diese Pakete nun für sie ausliefern.

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Logistik Deutsche Post will UK Mail übernehmen

Die Deutsche Post verstärkt sich in Großbritannien. Der Bonner Logistikkonzern habe sich mit UK Mail auf ein Angebot für den britischen Post- und Paketdienstleister geeinigt, teilte die Post am Mittwoch mit.

Eine Briefzustellerin der Deutschen Post Quelle: dpa

Doch den Plan haben viele. Die britische Royal Mail ist immer noch Marktführer mit 54 Prozent Marktanteil, auch wenn ihr Service als nicht besonders gut gilt. Und auch Hermes, in Deutschland der wichtigste Konkurrent der Deutschen Post, ist schon seit Jahren in Großbritannien aktiv. Der Hamburger Paketdienst kommt, gemessen nach dem Umsatz, immerhin auf elf Prozent Marktanteil.

Die bald zur Post gehörende UK Mail hingegen ist eher ein mittelgroßer Spieler. Das Unternehmen startete 1971 als Briefdienst und hat sein Paketgeschäft erst in den vergangenen Jahren aufgebaut. 280 Millionen Euro zahlt sie Deutsche Post für das Unternehmen. Für den gelben Riesen, der mit seinem Paketimperium knapp 60 Milliarden Euro Umsatz macht, ist das nicht viel Geld. Und trotzdem könnte der Markteintritt in Großbritannien zu einem Risiko werden.

Deutsche Post Warum wir vom Postboten so genervt sind

Auf Pakete warten nervt, vergeblich zu warten noch mehr. Kunden beschweren sich immer häufiger bei der Verbraucherzentrale über Probleme bei der Paketzustellung. Besonders schlecht kommt dabei der Marktführer weg.

DHL, Hermes, DPD und Co.: Wenn der Paketbote nicht klingelt. Quelle: imago

Denn der Markt ist stark umstritten, auch dank Amazon. Der Onlinehändler schickt mittlerweile in fast allen britischen Großstädten eigene Paketdienste durch die Gegend. Damit macht sich Amazon in den gewinnbringenden Innenstädten breit – die Pakete für die ländlichen Gebiete, wo die Zusteller viel weiter fahren und viel öfter halten müssen, überlässt Amazon hingegen weiter Royal Mail und Co. In Deutschland hingegen verteilt Amazon erst in Teilen von München und Berlin selbst Pakete.

Die Deutsche Post muss deshalb ihre Kräfte sammeln. Paketvorstand Jürgen Gerdes muss beweisen, dass er dem großen Angreifer Amazon wirklich überlegen ist. er muss investieren, um sich gegenüber der Konkurrenz auf der Insel durchzusetzen. Sonst bleibt seine Mission von den vereinigten Paketstaaten am Ende nur ein Traum.

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