Deutsche Post: Künftig wohl keine jährliche Portoerhöhung

Deutsche Post: Künftig wohl keine jährliche Portoerhöhung

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Die Deutsche Post erhöht auch 2016 wieder das Porto.

Stetig ist das Briefporto in den vergangenen Jahren geklettert. Dass der Konzern jährlich an der Preisschraube dreht, werde aber nicht zur Gewohnheit. Und trifft der Diesel-Skandal bei VW auch die Post?

Die Post dürfte das Briefporto 2016 erneut erhöhen - in den Folgejahren kommen auf die Kunden nach Einschätzung von Konzernchef Frank Appel aber vorerst keine regelmäßigen Aufschläge zu. „Mit jährlichen Preissteigerungen müssen die Konsumenten zukünftig (...) sicher nicht rechnen“, sagte Appel der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ/Wochenendausgabe). Jedoch müsse die Post berücksichtigen, wie genau die Regulierung des Briefmarkts aussehen wird. Derzeit werden bei der Bundesnetzagentur die Vorgaben überarbeitet, die die Spielräume für Portoerhöhungen abstecken.

Die mögliche Zunahme des Portos für den Standardbrief im kommenden Jahr verteidigte Appel. „Wir müssen in der Briefzustellung genug Geld erwirtschaften, um unsere Leistungsfähigkeit in Deutschland zu erhalten“, sagte er dem Blatt. Ende September hatte die „Bild“-Zeitung von einer angeblich geplanten, saftigen Erhöhung von 62 auf 70 Cent pro Standardbrief berichtet.

Was die Post mit ihrer Strategie 2020 erreichen will

  • Bessere Umweltbilanz

    Auch der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß soll verringert werden: Bis 2020 will die Post ihre Energie-Effizenz um 30 Prozent verbessern. Vor kurzem kaufte der Dax-Konzern zum Beispiel den deutschen Elektroauto-Entwickler Streetscooter auf.

  • Erste Wahl für Aktionäre

    Die Aktie Gelb soll weiter steigen: Post-Chef Frank Appel möchte zur ersten Wahl für Anleger werden. Zwischen 40 und 60 Prozent des Nettogewinns sollen die Aktionäre jährlich als Dividende ausgeschüttet bekommen.

  • Glückliche Kunden

    Auch die Kundenzufriedenheit soll steigen - auf über 80 Prozent. Nach Recherchen der WirtschaftsWoche beschwerten sich allerdings vor allem deutsche Großkunden zuletzt über die Briefzustellung.

  • Mehr Gewinn

    Der Gewinn ist die wichtigste Ziellinie in der Strategie 2020: Bis zum Ablauf der Frist will Appel fünf Milliarden Euro Plus machen. Dazu müsste er pro Jahr den Gewinn um acht Prozent steigern. Die Brief- und Paketsparte, die ihren Umsatz vor allem in Deutschland macht, soll drei Prozent Gewinnsteigerung pro Jahr dazu beisteuern - das Expressgeschäft, die Logistik- und Speditionssparten müssen zehn Prozent mehr im Jahr verdienen.

    Kein anderer Dax-Konzern hat so konkrete und zugleich so ehrgeizige Ziele.

  • Wachstum in Schwellenländern

    In Deutschland hat der durch den Onlinehandel ausgelöste Paketboom die Deutsche Post weit nach vorne getrieben. Jetzt will der Bonner Konzern diesen Effekt auch in den Schwellenländern mitnehmen: Bis 2020 soll sich der Marktanteil in diesen Regionen von 22 auf 30 Prozent erhöhen. Der Fokus liegt dabei auf Brasilien, Indien, China, Russland und Mexiko.

  • Zufriedene Mitarbeiter

    Auch bei den Mitarbeitern möchte die Post die erste Wahl sein. Ziel des Vorstand ist es, in den Mitarbeiterbefragung eine Zustimmungsquote von über 80 Prozent zu erlangen. Zuletzt lag die Quote bei ungefähr 70 Prozent.

„Wir sind hier von dem Rahmen abhängig, den der Regulator setzt“, sagte Appel in dem SZ-Interview. Im europaweiten Vergleich lägen die Briefpreise bei der Deutschen Post derzeit noch „am unteren Ende des Mittelfelds“. Spekulationen über eine Einstellung der Post-Auslieferung an Montagen erteilte Appel eine Absage: „Es wird weiter eine Zustellung am Montag geben, das gehört zu unserem Qualitätsversprechen.“

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Auch der VW-Abgas-Skandal beschäftigt den Vorstandschef des Bonner Logistik-Riesen. Von den rund 90 000 firmeneigenen Fahrzeugen kommen etwa 20 000 von Volkswagen, wie Appel berichtete. Entsprechend forderte er „volle Transparenz“ von dem Autokonzern. Danach müsse es einen Maßnahmenplan geben, „um nachzubessern oder umzurüsten“.

Die Ereignisse bei VW bezeichnete Appel als „natürlich nicht schön“. Allerdings glaube er nicht, dass die gesamte deutsche Wirtschaft - wie von einigen Kritikern befürchtet - durch die Affäre um gefälschte Messwerte bei Dieselmotoren aus dem Volkswagen-Konzern Schaden nehme.

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