Deutsche Post: Mitarbeiter treten erneut in Warnstreik

Deutsche Post: Mitarbeiter treten erneut in Warnstreik

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Die Mitarbeiter der Deutschen Post treten erneut in den Warnstreik

Tarifstreit und kein Ende in Sicht: Bei der Post kommt es erneut zu Warnstreiks. Postkunden müssen sich am Wochenende auf verzögerte Brief- und Paketzustellungen einstellen.

Bei der Deutschen Post stehen die Zeichen auf Arbeitskampf - an diesem Wochenende müssen sich Postkunden auf Verzögerungen bei der Brief- und Paketzustellung einstellen. Nachdem Verdi und Postmanagement in der zweiten Tarifrunde keine Annäherung in der strittigen Frage von Arbeitszeitverkürzungen erreichten, folgten am Donnerstag viele Postmitarbeiter dem Aufruf ihrer Gewerkschaft zu erneuten Arbeitsniederlegungen. Auch für Freitag hat Verdi zu Warnstreiks aufgerufen.

Betroffen waren am Donnerstag zunächst Paket- und Brief-Sortierzentren in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Rheinland-Pfalz sowie Berlin-Brandenburg. Nach und nach sollen andere Bundesländern hinzukommen. Verdi rechnete mit mehreren Tausend Teilnehmern an dem 24-stündigen Ausstand. Die bundesweiten Warnstreiks sind zunächst auf zwei Tage beschränkt. Ob es in der kommenden Woche zu weiteren Streiks kommen wird, konnte ein Verdi-Sprecher nicht sagen.

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In Nordrhein-Westfalen und Bayern legten mit Beginn der Mittagsschicht Beschäftigte in jeweils sechs Paketzentren die Arbeit nieder. „Wir gehen davon aus, dass die Beteiligung bei 90 bis 95 Prozent liegen wird“, sagte Verdi-Fachbereichsleiter Anton Hirtreiter. Ein Sprecher des Post-Konzerns wollte nicht ausschließen, dass es durch die Warnstreiks zu Verzögerungen kommen könnte. Diese würden sich aber nach aller Voraussicht wie schon vor Ostern in Grenzen halten.

Was die Post mit ihrer Strategie 2020 erreichen will

  • Bessere Umweltbilanz

    Auch der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß soll verringert werden: Bis 2020 will die Post ihre Energie-Effizenz um 30 Prozent verbessern. Vor kurzem kaufte der Dax-Konzern zum Beispiel den deutschen Elektroauto-Entwickler Streetscooter auf.

  • Erste Wahl für Aktionäre

    Die Aktie Gelb soll weiter steigen: Post-Chef Frank Appel möchte zur ersten Wahl für Anleger werden. Zwischen 40 und 60 Prozent des Nettogewinns sollen die Aktionäre jährlich als Dividende ausgeschüttet bekommen.

  • Glückliche Kunden

    Auch die Kundenzufriedenheit soll steigen - auf über 80 Prozent. Nach Recherchen der WirtschaftsWoche beschwerten sich allerdings vor allem deutsche Großkunden zuletzt über die Briefzustellung.

  • Mehr Gewinn

    Der Gewinn ist die wichtigste Ziellinie in der Strategie 2020: Bis zum Ablauf der Frist will Appel fünf Milliarden Euro Plus machen. Dazu müsste er pro Jahr den Gewinn um acht Prozent steigern. Die Brief- und Paketsparte, die ihren Umsatz vor allem in Deutschland macht, soll drei Prozent Gewinnsteigerung pro Jahr dazu beisteuern - das Expressgeschäft, die Logistik- und Speditionssparten müssen zehn Prozent mehr im Jahr verdienen.

    Kein anderer Dax-Konzern hat so konkrete und zugleich so ehrgeizige Ziele.

  • Wachstum in Schwellenländern

    In Deutschland hat der durch den Onlinehandel ausgelöste Paketboom die Deutsche Post weit nach vorne getrieben. Jetzt will der Bonner Konzern diesen Effekt auch in den Schwellenländern mitnehmen: Bis 2020 soll sich der Marktanteil in diesen Regionen von 22 auf 30 Prozent erhöhen. Der Fokus liegt dabei auf Brasilien, Indien, China, Russland und Mexiko.

  • Zufriedene Mitarbeiter

    Auch bei den Mitarbeitern möchte die Post die erste Wahl sein. Ziel des Vorstand ist es, in den Mitarbeiterbefragung eine Zustimmungsquote von über 80 Prozent zu erlangen. Zuletzt lag die Quote bei ungefähr 70 Prozent.

Mit den Aktionen protestieren die Beschäftigten gegen den Stillstand bei den Tarifverhandlungen. Knackpunkt ist der Aufbau von regionalen Gesellschaften in der Paketzustellung, wo die Beschäftigten zu niedrigeren Löhnen bezahlt werden. Darin sieht Verdi einen Bruch bestehender Schutzvereinbarungen und fordert für 140.000 Beschäftigte als Ausgleich eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden mit vollem Lohnausgleich.

Das lehnt die Post ab und weist auch den Vertragsbruch zurück. Durch die Gründung der neuen Gesellschaften, in welchem vor allem befristet Beschäftigte einen dauerhaften Arbeitsplatz erhalten sollen, seien die unbefristeten Mitarbeiter der Post gar nicht betroffen. Darüber hinaus will das Unternehmen erst dann über das Thema Lohnausgleich sprechen, wenn Verdi ihre Entgelt-Forderung für die anstehenden Verhandlungen über den Haustarifvertrag auf den Tisch gelegt hat. Eine weitere Verhandlungsrunde haben die Tarifpartner für den 27. und 28. April in Siegburg vereinbart.

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