Deutsche Post: Paketkästen verärgern Konkurrenz

Deutsche Post: Paketkästen verärgern Konkurrenz

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Mit den Paketkästen sichert sich die Post einen Wettbewerbsvorteil: Die Konkurrenz muss draußen bleiben.

von Nele Hansen und Stephan Happel

Die Deutschen verschicken so viele Pakete wie nie zuvor. Deshalb führt die Post Paketkästen in ganz Deutschland ein – zum Ärger der Wettbewerber.

Die Deutsche Post hat ihre Konkurrenten verärgert - und sie weiß es. „Der Paketkasten ist die größte Erfindung seit dem Briefkasten“, sagte Briefvorstand Jürgen Gerdes selbstbewusst über den aktuellen Coup des Unternehmens.

Seit vergangenem Montag können Verbraucher in ganz Deutschland überdimensionale Briefkästen für Pakete für ihre Vorgärten bestellen. Postboten können dann jederzeit ihre Pakete in der Paketbox ablegen – egal, ob der Empfänger zu Hause ist oder nicht. Die Empfänger sparen sich den Gang zur Packstation, zur Filiale oder zu den Nachbarn, falls sie nicht zu Hause sind, wenn der Postbote klingelt. Passen die bestellten Schuhe oder das Kleid nicht, nimmt der Postbote frankierte Rücksendungen aus dem Paketkasten wieder mit.

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Der Zeitpunkt für das neue Service-Angebot ist günstig. Die Paketflut hat eine neue Höchstmarke erreicht. Im vergangenen Jahr wurden fast 2,7 Milliarden Sendungen über Zustelldienste verschickt, 57 Prozent mehr als im Jahr 2000. Das geht aus einer aktuellen Studie des Bundesverbandes Internationaler Express- und Kurierdienste (BIEK) hervor.

Hauptgrund für das Wachstum ist weiterhin der boomende Online-Handel. Und ein Ende des Trends ist nicht absehbar. Die Zahl der Sendungen wird 2014 nochmals um rund 100 Millionen steigen, glauben die Experten.

Mit dem Paketaufkommen klettern die Umsätze der Branche von Rekord zu Rekord - aber auch die Probleme wachsen.

Um das Aufkommen bewältigen zu können, haben alle Zusteller in den vergangen Jahren für viel Geld aufrüsten müssen, technisch wie personell. Laut BIEK arbeiten so viele Menschen in der Branche wie nie zuvor. Zudem wurde in Lager- und Verteilzentren sowie Fahrzeuge investiert. Das schmälert die Margen.

Paketdienste Wie Zusteller gegen die Paket-Flut kämpfen

Lieferung an Packstation, Paketshop oder Kofferraum: Um der Flut an Paketen Herr zu werden, lassen sich Paketdienste wie DHL, Hermes und DPD einiges einfallen, wie etwa XXL-Briefkästen. Doch das Chaos nimmt zu.

2,7 Milliarden Pakete sollen nach Schätzungen allein 2014 verschickt werden. Quelle: dpa

Umso ärgerlicher für die Unternehmen, wenn Zeit und damit Geld für unnötige Fahrten verschwendet wird, weil der Empfänger nicht Zuhause ist. An dieser Stelle setzt die Post mit den Paketkästen der Post an.

Ein geschickter Schachzug: Das Unternehmen spart sich nicht nur unnötige und damit kostspielige Zustellungen. Lieferungen an die Packstation oder die Filiale werden vermieden – und die Kosten komplett auf den Kunden abgewälzt. All das preist die Post als Service-Angebot an.

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