Deutsche Post: Portoerhöhung kommt nicht

Deutsche Post: Portoerhöhung kommt nicht

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Portoerhöhung? Es gibt gute Argumente, warum die Post davon absehen könnte.

von Christian Schlesiger

Die Deutsche Post denkt über eine Portoerhöhung für Briefe in Deutschland nach. Drei Gründe, warum der Aufschlag unwahrscheinlich ist.

"Wir werden im Herbst prüfen, ob die Rahmenbedingungen es ermöglichen, unsere Preise für das nächste Jahr zu erhöhen", sagte Post-Finanzvorstand Larry Rosen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Doch so selbstverständlich, wie eine Portoerhöhung klingen mag, ist es nicht. Die "Rahmenbedingungen" könnten den Logistikkonzern aus Bonn durchaus zwingen, auf die Portoerhöhung zu verzichten. 

1. Eine Portoerhöhung könnte Geschäftskunden zur Konkurrenz treiben

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Die Post verweist auf die privaten Haushalte, die durch ein höheres Porto nicht abgeschreckt würden. Das ist völlig richtig. Doch trifft es nicht den Kern. Nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes gaben die private Haushalte in 2007 pro Monat 4,24 Euro für Brief- und Paketdienstleistungen aus, wovon 3,36 Euro auf Briefdienstleistungen und 0,88 Euro auf Paketdienstleistungen entfielen. Das sind Peanuts.

Das Hauptgeschäft der 14,7 Milliarden in 2011 zugestellten Sendungen macht die Deutsche Post mit Geschäftskunden. Die erhalten zwar deutliche Rabatte bis zu 38 Prozent, wenn sie mehr als 50 Standard-, Groß- oder Maxibriefsendungen vorsortiert im Briefzentrum abgeben. Doch eine Erhöhung des Porto würde automatisch auch sie treffen. Und da könnte die Post doch etwas zurückhaltender agieren.

2. Der Wettbewerb ist schwach, aber nicht tot

Die Liberalisierung des Briefmarktes ist zwar bislang kein großer Erfolg, noch immer verfügt die Deutsche Post über einen Marktanteil in Höhe von rund 90 Prozent. Doch so ganz konkurrenzfreie Zone ist der Briefmarkt inzwischen nicht. Zwar tun sich Wettbewerber wie Pin Mail, TNT Mail und kleinere Anbieter schwer, doch sie bemühen sich um Anschluss. Und der könnte bald geschafft sein.

Gemeinsam kooperieren sie in der so genannten Mail Alliance und ziehen so ein zweites bundesweites Zustellnetz auf. Die Partner setzen dabei auf langsamere Laufzeiten. Statt nach einem Tag wie bei der Deutschen Post erreichen die Briefe die Adressaten erst nach zwei Tagen. Doch vielen Unternehmen reicht das völlig aus. Sie wollen verlässliche und preiswerte Sendungen. Und billiger sind die Mail-Alliance-Partner schon jetzt. Erhöht die Deutsche Post das Porto, könnte das mehr Unternehmen zur Billigkonkurrenz locken. 

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