Deutsche Post: Post profitiert vom Online-Handel

Deutsche Post: Post profitiert vom Online-Handel

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Post-Chef Frank Appel - Tochter DHL will dem Lebensmittelversand in Deutschland zum Durchbruch verhelfen.

von Nele Hansen

Bei Umsatz und Gewinn wird Post-Chef Frank Appel seine Aktionäre am Dienstag zufrieden stimmen. Der Konzern verdient gut an den vielen Bestellungen via Internet. Anders sieht es bei den Pensionsverpflichtungen aus.

 

Die Präsentation der Halbjahres-Zahlen wird für Postchef Frank Appel gemütlich. Analysten erwarten nach einer Umfrage von Dow Jones einen Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern dürfte um elf Prozent auf über 600 Millionen Euro steigen. Das ist ein ordentliches Ergebnis.

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Die Stärken der Deutschen Post

  • Profitabilität

    Alle Geschäftsbereiche arbeiten profitabel.

  • Express-Geschäft

    Besonders stark ist die Post im Express-Geschäft - der Anteil der Sparte am Gesamtgewinn (Ebit) 2012 beträgt 35,9 Prozent.

  • Briefmonopol

    Die Post hat einen Anteil am deutschen Briefmarkt von 90 Prozent.

  • Fernost

    Die Post ist Marktführer in Asien. DHL hat einen Anteil von 40 Prozent im Expressgeschäft, FedEx folgt mit 21 Prozent, EMS mit 14 Prozent, UPS mit 10 Prozent, weitere Anbieter halten 15 Prozent.

Besonders profitiert die Post vom boomenden Onlinehandel. Ende Juni kündigte das Unternehmen an, 20.000 zusätzliche Annahmestellen für Versandpakete einzurichten, um damit Privathaushalte noch besser bedienen zu können. Außerdem steigt der Logistik-Konzern verstärkt in den Lebensmittelversand ein. „Unser Ziel ist es, dem Lebensmittel-Versand in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen“ sagte Andrey Busch, Leiter des Paketgeschäfts von DHL dem Nachrichtenportal 'Der Westen'.

In Köln und den Ruhrgebietsstädten übernimmt die Deutsche Post den Versand der Rewe-Bestellungen in den Abendstunden. Ab Herbst soll auch Berlin dazukommen. Wer bei den Online-Lebensmittelhändlern Mytime, der zur Bünting-Gruppe gehört, der Post-Tochter Allyouneed, Biodirekt oder Gourmetfleisch bestellt, erhält seine Lieferung ebenfalls von der Deutschen Post.

Die Schwächen der Deutschen Post

  • Negativer Cashflow

    Obwohl die Post 2012 deutlich mehr Gewinn machte als im Vorjahr, wuchs die Nettoverschuldung auf rund zwei Milliarden Euro. Der Grund: Die Post musste Pensionsverbindlichkeiten von rund zwei Milliarden Euro finanzieren. Hinzu kam eine Umsatzsteuernachzahlung in Höhen von 482 Millionen Euro sowie eine Beihilferückforderung  von rund 300 Millionen Euro.

    Die Beihilfen hatte der Staat nach der Post-Privatisierung für Beamtenpensionen gewährt, doch die EU-Kommission hielt sie für zu hoch.

  • Weniger Briefe

    Die Post leidet unter dem sinkenden Briefgeschäft. Im Jahr 2000 wurden an Werktagen noch 72 Millionen Briefe verschickt, 2012 waren es nur noch 64 Millionen. Statt Briefen schicken immer mehr Menschen Mails.

  • E-Postbrief

    Die Post hat erhebliche Probleme beim E-Postbrief. Das Projekt De-Mail hat sie vorerst sogar eingestellt. Der 2010 gestartete E-Postbrief soll in diesem Jahr immerhin die Umsatzmarke von 100 Millionen Euro knacken - bisher macht sie nach eigenen Angaben 20 Millionen Euro Umsatz damit. Brief-Vorstand Jürgen Gerdes will dem Produkt bis 2015 Zeit geben, sich zu entwickeln. Derzeit nutzen eine Million Privatkunden, rund 4000 Mittelständler und 150 Großkunden den E-Postbrief.

  • Kosten

    Teure Verwaltung

Ausruhen können sich die Bonner allerdings nicht. Der Aschaffenburger Paketdienst DPD kündigte an, künftig Internetbestellungen schon am Tag der Bestellung ausliefern zu wollen. Nach Informationen des Handelsblatts kaufte sich der nach DHL zweitgrößte deutsche Zusteller mit rund 20 Prozent beim Münchener Startup Tiramizoo ein, das in 15 deutschen Großstädten Kurierdienste mit der Auslieferung von Internetbestellungen beauftragt.

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Sorgen dürfte Appel dagegen der E-Postbrief bereiten. Der Bundesrat stimmte kürzlich dem E-Government-Gesetz zu. Demnach müssen Bundesbehörden elektronische Kontaktmöglichkeiten über De-Mail anbieten.  Die Post steht mit ihrem E-Postbrief in Konkurrenz zu De-Mail, die unter anderem von der Deutschen Telekom und United Internet angeboten wird.  Allerdings wird es noch einige Zeit dauern, bis die meisten Bürger diesen Service nutzen werden, so dass sich die Entscheidung des Bundesrats kurzfristig nicht auswirken dürfte.

Drängender sind für Appel Zahlen, die seine Aktionäre erst auf den hinteren Seiten des Halbjahresberichts finden können. 14,7 Milliarden Euro Pensionsverpflichtungen kommen auf die Post zu, mehr als 2,5 Milliarden Euro sind nicht gedeckt. Das heißt diese Summe ist weder in der Bilanz erfasst noch durch externes Fondsvermögen abgedeckt.

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