Deutsche Post: Streit um 1,5 Milliarden Euro Umsatzsteuer

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Der Deutschen Post droht eine saftige Steuernachzahlung.

von Jacqueline Goebel

Der Deutschen Post droht eine saftige Steuernachzahlung. Bis zu 1,5 Milliarden Euro soll der Konzern noch zahlen – und streitet sich deshalb mit den Finanzbehörden vor Gericht.

 Der Deutschen Post droht eine Steuernachzahlung von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Um diesen Betrag geht es nach Informationen der WirtschaftsWoche in einem Streit des Konzerns mit den Finanzbehörden vor dem Finanzgericht Köln.

Die Vertreter des Fiskus werfen der Post vor, ihre Befreiung von der Umsatzsteuer bei der Brief- und Paketzustellung zu großzügig zu interpretieren. Auslöser für den Streit ist eine Gesetzesänderung im Jahr 2010.

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Die Post gibt sich optimistisch, die Vorschriften konform anzuwenden. „Wir haben im Wesentlichen diese neue Fassung implementiert“, erklärte das Unternehmen gegenüber der WirtschaftsWoche. „Die Wahrscheinlichkeit einer Steuernachzahlung ist eher gering.“ Der zur Debatte stehende Betrag sei „völlig unrealistisch und reine Spekulation“.

Vor drei Jahren musste die Post nach einem jahrelangen Streit mit der Finanzverwaltung 516 Millionen Euro Umsatzsteuer für die  zwölf Jahre vor der Gesetzesänderung nachbezahlen.

Was die Post mit ihrer Strategie 2020 erreichen will

  • Bessere Umweltbilanz

    Auch der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß soll verringert werden: Bis 2020 will die Post ihre Energie-Effizenz um 30 Prozent verbessern. Vor kurzem kaufte der Dax-Konzern zum Beispiel den deutschen Elektroauto-Entwickler Streetscooter auf.

  • Erste Wahl für Aktionäre

    Die Aktie Gelb soll weiter steigen: Post-Chef Frank Appel möchte zur ersten Wahl für Anleger werden. Zwischen 40 und 60 Prozent des Nettogewinns sollen die Aktionäre jährlich als Dividende ausgeschüttet bekommen.

  • Glückliche Kunden

    Auch die Kundenzufriedenheit soll steigen - auf über 80 Prozent. Nach Recherchen der WirtschaftsWoche beschwerten sich allerdings vor allem deutsche Großkunden zuletzt über die Briefzustellung.

  • Mehr Gewinn

    Der Gewinn ist die wichtigste Ziellinie in der Strategie 2020: Bis zum Ablauf der Frist will Appel fünf Milliarden Euro Plus machen. Dazu müsste er pro Jahr den Gewinn um acht Prozent steigern. Die Brief- und Paketsparte, die ihren Umsatz vor allem in Deutschland macht, soll drei Prozent Gewinnsteigerung pro Jahr dazu beisteuern - das Expressgeschäft, die Logistik- und Speditionssparten müssen zehn Prozent mehr im Jahr verdienen.

    Kein anderer Dax-Konzern hat so konkrete und zugleich so ehrgeizige Ziele.

  • Wachstum in Schwellenländern

    In Deutschland hat der durch den Onlinehandel ausgelöste Paketboom die Deutsche Post weit nach vorne getrieben. Jetzt will der Bonner Konzern diesen Effekt auch in den Schwellenländern mitnehmen: Bis 2020 soll sich der Marktanteil in diesen Regionen von 22 auf 30 Prozent erhöhen. Der Fokus liegt dabei auf Brasilien, Indien, China, Russland und Mexiko.

  • Zufriedene Mitarbeiter

    Auch bei den Mitarbeitern möchte die Post die erste Wahl sein. Ziel des Vorstand ist es, in den Mitarbeiterbefragung eine Zustimmungsquote von über 80 Prozent zu erlangen. Zuletzt lag die Quote bei ungefähr 70 Prozent.

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