Deutsche Wohnen und Vonovia: Segals Abgang kommt zu spät

KommentarDeutsche Wohnen und Vonovia: Segals Abgang kommt zu spät

, aktualisiert 10. November 2015, 11:59 Uhr
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Die Deutsche Wohnen geht mit einem Gewinnplus in den Übernahmekampf mit Vonovia.

von Harald Schumacher

Seit Wochen wehrt sich die Deutsche Wohnen gegen eine Übernahme durch Vonovia. Das operative Geschäft läuft derzeit gut – auch wenn Finanzchef Andreas Segal gehen muss. Denn der Abgang kommt zu spät.

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen geht mit einem Gewinnplus in den Abwehrkampf gegen den Rivalen Vonovia. In den ersten neun Monaten stand unter dem Strich ein Gewinn von 521,7 Millionen Euro nach 144,9 Millionen im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am späten Montagabend mitteilte.

Der operative Gewinn - gemessen an der für die Branche wichtigen Kenngröße Funds from Operations - stieg um 38 Prozent auf 228,7 Millionen Euro. Der Immobilienbestand der Deutschen Wohnen, die sich seit Wochen gegen die milliardenschwere Übernahmeofferte von Vonovia wehrt, umfasste zum 30. September mehr als 149.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten. Den Leerstand bezifferte das Unternehmen auf 2,1 Prozent. Für das laufende Jahr erwartet die Deutsche Wohnen insgesamt ein Mietwachstum von 3,5 Prozent.

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Quelle: dpa

Zugleich teilte das Unternehmen mit, dass der Posten des Finanzchefs gestrichen wird. Andreas Segal nimmt nach nicht einmal zwei Jahren im Vorstand seinen Hut. Segals Aufgaben übernehmen künftig Vorstandschef Michael Zahn und Investmentvorstand Lars Wittan. Der Wechsel soll schon an diesem Mittwoch stattfinden. Die Trennung erfolge im gegenseitigen Einvernehmen, erklärte das Unternehmen. Aufsichtsratschef Uwe Flach sagte, Segal habe das Unternehmen „großartig vorangebracht“.

Handlungsfähigkeit hat Deutsche-Wohnen-Chef Zahn jedoch nicht wirklich bewiesen. Der Abgang kommt zu spät: Segals Abwesenheit während der Wochen, in denen Zahl um die Übernahme der LEG kämpfte, hätte sofort zu Konsequenzen führen müssen. Darauf jetzt zu reagieren, bringt nichts mehr. Segals absurd wirkendes Managementtraining in Harvard erweist sich für den ambitionierten Finanzchef als Karrierekiller, die LEG-Übernahme durch die Deutsche Wohnen ist peinlich gescheitert. Der Gesichtsverlust für Zahn ist irreparabel.

Mit Material von dpa

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