Die Verkehrslage: Das Staats-WLAN kommt

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Die Verkehrslage: Das Staats-WLAN kommt

von Christian Schlesiger

Mehr Netz im Zug, weniger Platz für Autos in Hamburg, weniger Angst der Taxis vor Uber - der Wochenrückblick auf die Mobilitätsbranche.

Dobrindt will das Staats-WLAN

In der ersten Zeit als Bundesverkehrsminister musste Alexander Dobrindt noch umsetzen, was er zuvor als Lautsprecher der CSU den Stammtischen der Republik zugebrüllt hatte. Ende 2014 brachte er schließlich den bürokratischen Maut-Murks gegen heftige Kritik auf den Weg.

Jetzt kann sich Dobrindt endlich sinnvollen Themen widmen. Und geht dabei in die Vollen. In der "WirtschaftsWoche" forderte der Bundesdigitalminister kostenloses WLAN nicht nur im ICE, sondern auch in den Regionalzügen. Damit käme die Bahn europäischen Nachbarn näher.

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Und Dobrindt hat noch mehr: Alle Behörden auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene sollen zügig Gratis-WLAN anbieten – also auch in Bürgerbüros, Finanzämtern und Arbeitsagenturen. So macht Wartemarken ziehen Spaß. Aber manchmal dauert Warten doch zu lange. Nach einem Jahr Bundesregierung ist noch kein einziger Bundes-Euro in den Breitbandausbau geflossen. Deutschland bleibt vorerst digitales Entwicklungsland.

Internetzugang Dobrindt fordert kostenloses WLAN in Regionalzügen

Verkehrsminister Dobrindt fordert nicht nur im ICE sondern auch im Nahverkehr kostenloses WLAN. Außerdem plädiert der Minister für die Abschaffung der Roaminggebühren unter den europäischen Mitgliedstaaten.

Ein Mann nutzt sein Handy neben einer S-Bahn der Deutschen Bahn Quelle: REUTERS

Bahn will mal wieder besser werden

Rüdiger Grube gibt den Macher: Schon 2009 verkündete er, er werde das "Brot- und Buttergeschäft" in Ordnung bringen. Jetzt, 2015, kommt die Serviceoffensive. Es gelte "Kunde, Kunde und nochmals Kunde". Die Deutsche Bahn bleibt ihrer Linien also seit Jahren treu.

Was jetzt noch fehlt, ist "Butter bei die Fische". Ist irgendjemandem irgendetwas nennenswert Innovatives aufgefallen? Aber jetzt: Neue Chance für alle Bahnkunden!

Im März werde Rüdiger Grube dem Aufsichtsrat ein radikal neues Fernverkehrskonzept präsentieren: mehr ICE auf den Hauptachsen, weniger Verkehr auf den Nebenstrecken, besserer Handy-Empfang in Zügen, Rabatte für bestimmte Kundengruppen. So will er den Fernbussen Paroli bieten, die das Ergebnis der Bahn vergangenes Jahr um sage und schreibe 120 Millionen Euro verhagelt haben. Wettbewerb ist der beste Zuchtmeister. Auf dass der dösige Staatskonzern aus dem Dornröschenschlag erwache.

Uber: Viel Gebelle, wenig Biss

Der Taxi-Schreck aus den USA verbreitet seit dieser Woche noch ein bisschen mehr Schrecken. Das Unternehmen hat sich weitere 1,6 Milliarden Dollar Investorengelder gesichert. Zusammen mit früheren Finanziers füllt sich die Kriegskasse gegen die weltweite Taxi-Regulierung inzwischen auf vier Milliarden Euro – ein Rekord bei Startups.

Dumm nur, dass Geld alleine die Gesetze nicht ändert. Ein Blick auf die rechtlich umstrittene App UberPop zeigt große Zurückhaltung bei den Fahrern: Die 3,5 Millionen Berliner konnten Donnerstagnachmittag auf gerade mal vier freie Uber-Autos zugreifen. Schonfrist für das Taxi-Kartell.

Ist Carsharing wirklich umweltfreundlich?

Alle lieben Carsharing. Aber lässt sich damit die Zahl der Autos in den Städten nachhaltig reduzieren? Fahren die Menschen tatsächlich weniger? Verkehrswissenschaftler haben daran Zweifel. Noch gibt es keine einzige Studie, die den ökologischen und volkswirtschaftlichen Nutzen belegt.

Offen ist die Frage: Fahren Carsharing-Mitglieder ohne eigenes Autos tatsächlich auch öfters mal mit Bus und Bahn? Dem Bundesverkehrsminister ist das erst mal egal. Er wird den Kommunen noch in diesem Jahr erlauben, Sonderparkzonen für Carsharing-Autos einzuführen. Für Elektroautos gibt es das ja schon. Einfach mal Gesetze lockern ohne lange Diskussion - Deutschland bewegt sich.

BMW bietet freie Parkplätze auf Knopfdruck

BMW baut das ökologischste Auto der Welt: den i3.  Aber schnell, hübsch und grün reicht den Bayern offenbar nicht. Denn was bringt das tollste Auto, wenn man es nirgends parken kann. Die BMW-Lösung: Das Auto lotst den Fahrer selbstständig zu freien Parkplätzen.

Marketing-Chef Ian Robertson sagt: "Die nächsten fünf bis zehn Jahre werden wir in der Mobilität mehr Veränderungen sehen als in den vergangenen hundert Jahren." Das ist hingegen auch keine Kunst. Bis heute haben Autos vier Räder, ein Lenkrad und verbrennen Kraftstoff. Die Branche der Telekommunikation, der Fotografie, des Films und des Fernsehens haben da deutlich mehr Mut zur Veränderung gehabt. Jetzt ist die Autobranche wirklich mal dran.

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