Dokumentarfilm Capital C: Bange Gehversuche im menschlicheren Kapitalismus

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Dokumentarfilm Capital C: Bange Gehversuche im menschlicheren Kapitalismus

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Wasteland 2 war Fargos erstes großes Crowdfunding-Projekt.

von Thorsten Firlus

Capital C ist ein Crowdfunding-Projekt, das als erster Dokumentarfilm die ersten Crowdinvesting-Ideen dokumentiert. Unser Autor hat in den Film reingeschaut.

Die Masse macht’s. Sie bezahlt für den 3-D-Drucker für daheim ebenso wie für den Spielfilm basierend auf der US-Fernsehserie „Veronica Mars“ oder einen symphonischen Gong für die Kappelwindeck-Musikanten. Mal zahlt ein Mensch aus der Menge nur einen Dollar und bekommt im Gegenzug „ewige Dankbarkeit“. Mal zahlt einer mehr als tausend Dollar und erhält vor allen anderen das dreirädrige Elektro-Fahrzeug Elio - UND dazu ein limitiertes T-Shirt und Autoheckaufkleber. Crowdfunding, das ist die Geschäftsidee vorbei am Geldinstitut direkt zum Publikum präsentiert. Es ist das Geschäft mit Visionen, Ideen und Plänen.

Es ist der Deal zwischen denen mit einer Idee vom transportablen Kühlschrank oder dem in acht verschiedenen Arten zu tragenden BH und denen, die die in Skizzen und Videos präsentierten Surround-Lautsprecher oder Unterwasser-Drohnen Wirklichkeit werden lassen wollen. Und sie alle eint ein Traum: Der von einer Welt der Finanzierung ohne Zinsen ohne Schulden und ohne die finsteren Begleiterscheinung des kreditgestützten Wirtschaftswachstums. 

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Fans unterstützen Projekte, die Banken nicht finanzieren wollen

Für Brian Fargo ist dieser Traum in Erfüllung gegangen. Mehrmals hat er die Fans von Computerspielen zur Kasse gebeten. Der 1962 in Long Beach geborene Fargo passt nicht so recht in die Phalanx der jungen, unbekümmerten stets gut gelaunten Menschen, die voller Enthusiasmus in ihren Präsentationsvideos Werbung für ihre Idee, die der Gemeinschaft für die alternative Finanzierung und gegen das Diktat der Business-Plan-Prüfer werben. Fargo war Gründer und CEO. 1983 begannen ehemalige Mitarbeiter des Computerspieleherstellers Boone Corporation unter der Leitung von Fargo in dem neuen Unternehmen Interplay Entertainment an Spielen wie „The Bard’s Tale“ und „Wasteland“ zu entwickeln.

15 Jahre später brachte Fargo das Unternehmen an die Technologiebörse Nasdaq. Es folgten Jahre mit Verlusten, Fargo und sein Team hatten den Erfolg von Spielen auf Konsolen versäumt. 2001 stieg ein französischer Spiele-Publisher ein, 2002 verließ Fargo das von ihm gegründete Unternehmen. 

Zu den erfolgreichsten Spielen, die Fargo bei Interplay entwickeln ließ, gehörte Wasteland. Ein Computerrollenspiel, entwickelt für den Apple II, später auch für Commodore C64 und unter DOS. Es gehört einem der finstersten Kapitel des Computerspielgenres an, dem Post-Apokalyptischen Kampf der USA und der Sowjetunion. Die Welt liegt in Schutt und Asche - Wasteland. In dieser Welt erhält der Rollenspieler auf seinem pixelnden Monitor erstmals in der Welt der Computerspiele die Wahl - nicht ein Weg ist richtig und führt zum Ziel. 

Crowdfunding Die 9-Millionen-Dollar-Jacke

Weil ein Amerikaner eine Fernbeziehung führte, erfand er eine neue Reisejacke – und erhält von der Netzgemeinde eine Rekordsumme.

Multifunktionsjacke

Fargo versuchte für seinen Traum jahrelang den immer gleichen Weg. Er stellte seine Idee bei Spieleproduzenten vor. Wasteland 2. Einen Nachfolger für das Schreckensszenario zum Abschalten in der Freizeit. Erfolg hatte er mit seiner Idee bei keinem der Profis. Aber bei den Fans. Die rissen ihm die unvollendete Idee förmlich aus der Hand und zahlten, ohne zu wissen, was sie am Ende bekommen. 900.000 Dollar veranschlagte Fargo als nötiges Kapital auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. 61.290 Unterstützer haben Fargo und seinem kleinen Team am Ende 2.933.252 Dollar in die Kasse gespült. 

"Es ist persönlich"

„Der Druck auf den Unternehmer ist größer als wenn die Bank einem das Geld leiht“, sagt Fargo heute, mehrere Monate, nachdem das Spiel vollendet ist und die folgenden Kampagnen für neue Computerspiele ebenfalls zu großen Erfolgen geworden sind. „Sie bauen eine Beziehung auf zu denen, die ihr Geld geben. Es ist persönlich.“ Fargo stellte die Gestalt der Figuren vor und damit zur Debatte, ließ das Publikum teilhaben am Prozess der Entwicklung, so wie das die überwiegende Mehrheit an Crowdfunding-Projekten tut. Ginge dieser Prozess schief, Fargos Chancen stünden schlecht auf eine weitere Chance: „Ein gescheitertes Projekt kann gut und gerne das Ende der Person in der ganzen Branche sein.“

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