KommentarEADS: Profitable Kröte

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In welche Richtung der neue Kurs von EADS geht bleibt fraglich

von Rüdiger Kiani-Kreß und Gerhard Bläske

Der Einstieg Deutschlands bei EADS ist für den Luftfahrtriesen fatal und für den Finanzminister ein Geschäft.

Zu staatlichen Aktionären hatte Manfred Bischoff stets eine klare Meinung. „Das ist eine Kröte, die wir schlucken mussten“, sagte er bei der Gründung des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS 1999, als der französische Staat dort eingestiegen war. Damals leitete Bischoff den Verwaltungsrat von EADS. Inzwischen ist er Aufsichtsratschef des deutschen EADSGroßaktionärs Daimler und hat dafür gesorgt, dass Aktionäre und Unternehmen eine weitere Kröte schlucken müssen.
Der Autokonzern versucht verzweifelt, seinen Anteil an EADS zu senken, da ihm seine Rolle als Sachwalter deutscher Interessen im Unternehmen lästig wurde und Verspätungen großer Programme das Risiko erhöhten. Doch kein anderes Unternehmen mochte mit Daimler tauschen.

Schäuble dürfte sich freuen
Darum kauft nun die staatliche KfW Bankengruppe zumindest einen Teil der Aktien, die Daimler an EADS hält.
Noch besitzt der Autokonzern 15 Prozent. Davon geht die Hälfte bis spätestens Juni 2012 an die KfW. Weitere 7,5 Prozent hat Daimler 2007 einem Bankenkonsortium übertragen, aber die damit verbundenen Stimmrechte behalten.

„Die Entscheidung zum Einstieg des deutschen Staates war aus meiner Sicht keineswegs alternativlos und ist nicht hilfreich für die weitere Entwicklung der EADS“, sagt Thomas Enders, Chef der EADS-Tochter Airbus. Andere Branchenexperten wundern sich, dass die Bundesregierung „Daimler trotz aller öffentlichen Hilfe bei der Elektromobilität nicht vom Verkauf abhalten konnte“.

Freuen dürfte sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Zwar muss er für den Kauf der Anteile voraussichtlich rund 1,3 Milliarden Euro an neuen Schulden aufnehmen. Aber das Investment dürfte ihm aktuellen Analystenschätzungen zufolge wohl eine Dividendenrendite von gut drei Prozent bescheren – rund die Hälfte mehr als der Zinssatz, den er zahlen muss, wenn er das Geld für den Kauf über eine Bundesanleihe aufnimmt.

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