Einstieg von Viktor Charitonin: EU-Kommission erhielt drei neue Beschwerden wegen Nürburgring-Verkauf

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Nürburgring

von Florian Zerfaß

Drei neue Beihilferechtsbeschwerden sind nach dem Verkauf des Nürburgrings an den russischen Magnaten Viktor Charitonin bei der EU-Kommission in Brüssel eingegangen.

Wie die WirtschaftsWoche berichtet, haben der US-Finanzinvestor HIG Capital, das US-Technologieunternehmen Nexovation und der Verein „Ja zum Nürburgring“ die Kommission aufgefordert, ihre Untersuchung zum europarechtskonformen Verkauf der Rennstrecke neu aufzurollen. Den Beschwerden zufolge sei die Kommission falsch über den Verkaufsprozess informiert und mit dem Weiterverkauf an Charitonin gegen Europarecht verstoßen worden.

Den Zuschlag für die Rennstrecke hatte im März ein Bietergespann um den Düsseldorfer Automobilzulieferer Capricorn bekommen. Am 1. Oktober stellte die EU-Kommission fest, dass Beihilfen des Landes Rheinland-Pfalz, des bisherigen Haupteigentümers der Nürburgring GmbH, in Höhe von rund einer halben Milliarde Euro zwar illegal waren, der Verkaufsprozess aber europarechtlich in Ordnung gewesen sei. Diesen Beschluss soll die neue EU-Kommission laut den Beschwerden nun aufheben. Sie kritisieren, dass eine zentrale Voraussetzung für den Zuschlag an Capricorn, die Finanzierungssicherheit, gar nicht vorgelegen hatte.

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Der Zulieferer konnte bereits die zweite Rate des Kaufpreises von insgesamt 77 Millionen Euro nicht bezahlen, Ende Oktober übernahm Charitonin daraufhin die Capricorn-Anteile am Nürburgring. Dieser Weiterverkauf sei darüber hinaus intransparent und somit europarechtswidrig erfolgt, kritisieren die Beschwerdeführer.

Zudem sei die Kommission vor ihrem positiven Beschluss zum Verkaufsprozess falsch informiert worden. Insbesondere hätten die Nürburgring-Insolvenzverwalter Jens Lieser und Thomas Schmidt der Kommission verschwiegen, dass eine angebliche Finanzierung von Capricorn für einen Großteil des Kaufpreises über die Deutsche Bank nie zustande gekommen war. Den Verkaufsprozess hatten Lieser und Schmidt mit Unterstützung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG organisiert. Der Sprecher der Insolvenzverwalter wollte zu den neuen Beschwerden auf Anfrage der WirtschaftsWoche keinen Kommentar abgeben.

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